Für meinen Job habe ich schon viele Smartphone-Accessoires getestet. Viele davon erweitern den Nutzen unserer alltäglichen Alleskönner auf praktische Art und Weise, wie Powerbanks, schnelle Ladegeräte oder robuste Schutzhüllen.
Es gibt allerdings auch drei Arten von Accessoires, die nicht nur praktisch waren, sondern mir auch den meisten Spaß bereitet haben. Sie verwandeln mein Handy in eine Systemkamera, ein mobiles Kino oder in einen Gaming-Handheld.
Aus Handy wird Systemkamera: Case mit 17-mm-Gewinden
Wusstet ihr, dass ihr euer Smartphone in eine kleine Systemkamera mit Wechselobjektiven verwandeln könnt? Dafür müsst ihr nicht zwingend zu einem teuren Flaggschiff greifen.
Was ist es? Die Lösung ist simpel: 17 Millimeter. Statt umständlicher Ansteckobjektive, die wie Wäscheklammern um euer Handy gespannt werden, leicht verrutschen und Teile des Bildschirms blockieren, setzt dieses System auf ein Case mit einem integrierten 17-mm-Schraubgewinde. Es gibt inzwischen sehr viele Smartphone-Objektive auf dem Markt, die genau dieses Gewinde nutzen und sich so bombenfest an der Hülle befestigen lassen.
Persönliche Erfahrung: Ich habe für mein Xiaomi 15 Ultra eine solche Hülle gekauft und so die Funktionalität der Kamera deutlich erweitert. Dazu habe ich mir einige Linsen besorgt und zu meiner Überraschung waren sogar einige ältere Schätzchen aus meiner Schublade ebenfalls kompatibel.
Ihr müsst eure Erwartungen jedoch realistisch halten: Viele dieser Objektive sind primär dafür da, um mehr Spaß am Fotografieren mit dem Handy zu haben, und nicht, um ernsthaft eine echte Systemkamera zu ersetzen. Bei einigen davon hat mich die optische Qualität dennoch positiv überrascht:
- Portrait-Festbrennweiten: Ermöglichen einen echten, natürlichen Bokeh-Effekt (unscharfe Hintergründe), der sonst vom Handy künstlich berechnet werden muss.
- Fisheye-Objektive: Bieten eine ganz besondere Perspektive, die Smartphones ab Werk bis heute nicht draufhaben.
- Makro-Objektive: Machen jeden Hinterhof und Garten zu einer Spielwiese mit unendlichen Motiven.
Die Hauptkamera des Xiaomi 15 Ultra schafft auch so schon eine geringe Tiefenschärfe. Mit dem 65-mm-Objektiv ist der Hintergrund dennoch unschärfer. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Das Fisheye gehört inzwischen zu meinen Favoriten. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Mit diesem Objektiv lassen sich Fotos mit geringer Tiefenschärfe schießen. Es eignet sich auch sehr gut für Portraits. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Das Objektiv muss manuell fokussiert werden und der Bildstabilisator vom Handy funktioniert nicht damit. Damit zu fotografieren ist eine große Herausforderung. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Lange Telekonverter kann ich hingegen nur bedingt weiterempfehlen. Die Handys wissen in der Regel nicht, dass ihr ein zusätzliches Objektiv vorn drauf geschraubt habt, weshalb die Bildstabilisatoren nicht richtig funktionieren. Außerdem geht durch die optische Vergrößerung viel Licht verloren.
Das Handy muss mit deutlich höheren ISO-Stufen kompensieren – die Fotos rauschen mehr oder Details gehen durch die automatische Rauschreduzierung verloren. Trotzdem gilt für mich: Ein verrauschtes oder unscharfes Foto ist immer noch besser als gar keines zu haben!
- Sicherer Halt der Objektive
- Kreativer Mehrwehrt
- Hohe Kompatiblität
- Kein vollwertiger Kamera-Ersatz
- Schwächen bei Telekonvertern
Mögliche Optionen: Wenn ihr euch nach passenden Hüllen und Objektiven umsehen wollt, gibt es auf dem Markt reichlich Auswahl. Bekannte Beispiele für Hersteller solcher Objektive und Systeme sind:
- Ulanzi
- Neewer
- Apexel
- Kase
- Smallrig
Aus Handy wird mobiles Kino: Mini-Beamer mit Akku
Das nächste Accessoire gehört inzwischen zu meiner Standardausstattung bei jeder Reise. Damit wir aus meinem Handy ein kleines mobiles Kino – mit Einschränkungen.
Was ist es? Ein mobiler Beamer, der dank geringer Größe, leichtem Gewicht und Akkubetrieb perfekt unterwegs ist. Einige dieser Geräte spiegeln den Bildschirm des Smartphones (oder Laptop, Tablet und Handheld) kabellos und ohne Internetanbindung.
Persönliche Erfahrung: Ich verwende den Aurzen Zip, der dank seines faltbaren Designs besonders kompakt ist und in vielen unterschiedlichen Winkeln platziert werden kann. Ich hatte ihn zuletzt beim Umzug meiner Schwester dabei und wir haben so abends Familienfotos zusammen angeschaut.
Ich habe ihn auch schon für lokale Gaming-Sessions mit einem Handheld ausprobiert. Allerdings eignet er sich aufgrund der Eingabeverzögerung von etwa einer halben Sekunde nur bedingt dafür. Aufgrund der geringen Größe und des Akkubetriebs können diese kleinen Beamer außerdem nicht sehr hell leuchten; das Zimmer sollte möglichst dunkel sein.
Solche Geräte sind überaus mobil, erfordern keine Internetverbindung und etwa 90 Minuten lang nicht einmal eine Stromquelle. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Ferner ist die Akkulaufzeit gerade so ausreichend für einen Spielfilm. In diesen kleinen Geräten ist eben nicht viel Platz für große Akkus. Für längere Nutzung sollte man sie an eine Stromquelle anschließen.
Trotz der zahlreichen Nachteile nutze ich so einen Mini-Beamer sehr gerne. Wenn ich abends ins Hotelzimmer zurückkehre, ist so ein Mini-Beamer mit dem gespiegelten Bildschirminhalt meines Smartphones ein wortwörtlich riesiges Upgrade im Vergleich zu den meisten Hotel-Fernsehern.
- Jederzeit einen großen Bildschirm dabei
- Besonders kompakt
- Eingebaute Lautsprecher
- Keine Internetverbindung nötig
- Kabellose Übertragung möglich
- Kurze Akkulaufzeit
- Geringe Helligkeit
- Eingabeverzögerung bei kabelloser Übertragung
- Lüftergeräusch
Mögliche Optionen: Um euer Handy in ein mobiles Mini-Kino zu verwandeln, könnt ihr zu so einem Mini-Beamer greifen oder sogar zu einer AR-/XR-Videobrille, die per USB-C verbunden wird. Letztere sind aufgrund meiner Sehschwäche schlechter für mich geeignet und eignen sich natürlich nicht, um Inhalte mit Freunden und Familie zu teilen.
- Aurzen Zip
- Kodak Luma
- Yoton Y200
- AR-Brillen (als verwandte Alternative)
Aus Handy wird Handheld: Mobile-Controller für Smartphones und Tablets
Heutige Handys sind nicht nur unglaublich schnell und selbst für grafikintensive Blockbuster-Spiele geeignet, sie eignen sich auch hervorragend für Cloud-Gaming oder das Streaming von eurem PC oder Konsole. Mit einem Teleskop-Controller verwandle ich mein Handy ruckzuck in einen Streaming-Handheld.
Was ist es? Teleskop-Controller sind Gamepads, die ihr auseinanderziehen könnt, um in der Mitte ein Handy oder ein Tablet zu platzieren. Die Controller verbinden sich entweder per Bluetooth oder direkt per USB-C mit eurem Gerät.
Persönliche Erfahrung: Wer daran interessiert ist, Spiele vom PC oder von der Konsole zu einem Handheld zu streamen, muss nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Streaming-Handhelds, wie die PS Portal oder der Logitech G Cloud sind zwar günstiger als Steam Deck und Co., aber mit einem Mobile-Controller spart ihr noch mehr Geld – ein Handy haben die meisten schon.
Das Beste: Handys sind heutzutage mit ausgezeichneten OLED-Bildschirmen ausgestattet, die selbst bei Handhelds noch immer eine Seltenheit sind. Mit Apps wie Moonlight, Chiaki oder ganz einfach mit Steam Link verwandle ich mein Handy in Null komma Nichts in einen Streaming-Handheld für PC- und PS5-Spiele.
8:06
PC-Spiele auf Handy, Tablet oder Handheld streamen – so funktioniert Moonlight in der Praxis
Weil die Bildschirme von Handys jedoch nicht mehr das 16-zu-9-Bildformat besitzen, müsst ihr euch mit schwarzen Rändern am linken und rechten Bildschirmrand zufriedengeben. Eine Ausnahme bildet die Desktop-App Sunshine. Mit dieser wird euer Handy als verbundener Monitor erkannt und so könnt ihr mit nativer Auflösung spielen, solange das Spiel das auch unterstützt.
Beachtet jedoch, dass PC- und Konsolenspiele primär für große Bildschirme entwickelt wurden und bei einigen Spielen Text und UI-Elemente auf einem Handybildschirm schwer lesbar sein können.
- Einige Modelle sind auch mit Tablets kompatibel
- Optionen mit Bluetooth und USB-C-Verbindung
- Günstige Alternative zu Streaming-Handhelds
- Handy-Bildschirm kann bei einigen Spielen zu klein sein
- Game-Streaming kommt mit eigenen Vor- und Nachteilen
- Bluetooth-Controller können den Ladeanschluss vom Handy blockieren
Mögliche Optionen: Inzwischen gibt es zahlreiche Optionen von unterschiedlichen Herstellern auf dem Markt. Mir sind drei Modelle besonders positiv in Erinnerung geblieben: der GameSir G8 Plus (auch mit großen Tablets kompatibel), Razer Kishi V3 Pro (mit Premium-Controller-Features) und der 8bitDo Ultimate Mobile Gaming Controller (besonders günstig und mit vielen Handys kompatibel).
Das war mein Lieblings-Zubehör für das Handy. Habt ihr eines, auf das ihr nicht mehr verzichten wollt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!









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