Nicht nur Star-Wars-Fans haben ihn geliebt. James Earl Jones, der Schauspieler und Synchronsprecher mit der unverkennbar tiefen Stimme, ist laut seinem Management im hohen Alter von 93 Jahren in seinem Haus im Bezirk Dutchess County im US-Bundesstaat New York verstorben.
Zahlreiche Weggefährten aus Film und Fernsehen gedenken dem Mann, dessen glorreiche Karriere in Kindheitstagen noch unmöglich schien.
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Vom Stotterer zum Weltstar
James Earl Jones wurde 1931 in Arkabutla im US-Bundesstaat Mississippi geboren und nur wenige Jahre später trennten sich seine Eltern. Das brachte den jungen Jones dazu zu stottern, bis er im Alter von fünf Jahren kaum noch sprach.
Sein Englischlehrer fand dann aber eine Lösung und setzte damit auch seine Karriere in Gang, wie James Earl Jones einst in einem Interview mit dem TV-Sender ABC erzählte:
Mein Englischlehrer entdeckte, dass ich nicht mehr stotterte, wenn ich meine eigenen Gedichte vorgetragen habe. Denn dann war ich nicht den Gefühlen oder Gedanken anderer Menschen ausgesetzt, sondern nur meinen eigenen. Ich habe also Gedichte vorgelesen und das hat mich schließlich zum Theater geführt.
Der Rest ist Geschichte: Für den ersten Star-Wars-Film 1977 suchte George Lucas nach einer geeigneten Person mit einer tiefen Stimme, die der Figur Darth Vader Leben einhauchen sollte. Laut James Earl Jones war er womöglich nicht einmal die erste Wahl von George Lucas, wie er einst verriet:
[George Lucas] soll Gerüchten zufolge erst an [den Regisseur] Orson Welles gedacht haben. Dann befürchtete er aber wahrscheinlich, dass Orson Welles zu erkennbar sein könnte, also wählte er eine Stimme, die in Mississippi geboren und in Michigan aufgewachsen war und stotterte. Und das war zufällig meine Stimme.
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Star Wars: Offizieller Kino-Trailer zu Episode 4 - Eine neue Hoffnung
Seine zweite legendäre Sprechrolle ist die von Mufasa, des Königs der Löwen im gleichnamigen Film von 1994 sowie in der 3D-Neuverfilmung aus dem Jahr 2019. Im kommenden Prequel Mufasa
(Kinostart: 19. Dezember 2024) wird er nach derzeitigem Stand aber wohl nicht zu hören sein.
Auch abseits seiner großen Rollen hat James Earl Jones in dutzenden Filmen und Serien mitgespielt, darunter in Der Prinz von Zamunda
, Jagd auf Roter Oktober
, Stargate
und The Big Bang Theory
.
Sogar in die Welt des Gamings ist er kurz eingetaucht. Als General Solomon war er in den verfilmten Zwischensequenzen von Command & Conquer: Tiberian Sun zu sehen.
Viele Weggefährten nehmen Abschied
Mark Hamill schreibt auf X (ehemals Twitter) in Anlehnung an seine Rolle als Luke Skywalker kurz und prägnant: Ruhe in Frieden, Vater.
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Star-Wars-Schöpfer George Lucas gedenkt seinem Freund wie folgt:
James war ein unglaublicher Schauspieler, eine einzigartige Stimme, sowohl in der Kunst als auch im Geist. Fast ein halbes Jahrhundert lang war er Darth Vader, aber das Geheimnis von allem ist, dass er ein wunderbarer Mensch war. Er verlieh all seinen Rollen Tiefe, Aufrichtigkeit und Bedeutung. Zu den wichtigsten Rollen gehörte, dass er ein hingebungsvoller Ehemann für die verstorbene Ceci und Vater für Flynn war. James wird von so vielen von uns vermisst werden… von Freunden und Fans gleichermaßen.
Die Schauspielerin Octavia Spencer schreibt auf Instagram:
Legendär beschreibt nicht einmal ansatzweise seine ikonischen Rollen und seinen Einfluss auf das Kino für immer. Seine Stimme und sein Talent werden immer in Erinnerung bleiben. Liebe Grüße an seine Familie, Freunde und zahllose Fans in allen Galaxien, weit, weit weg.
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Trotz seiner vielfältigen Karriere hat James Earl Jones jedoch mit Abstand am häufigsten Darth Vader vertont. Zusätzlich zu den Episoden 4, 5 und 6 sprach er den Sith-Lord auch im Star Wars Holiday Special, in Episode 3, in der Animationsserie Rebels, in Rogue One und schließlich noch ein letztes Mal in Episode 9.
Auch in Zukunft könnten wir ihn als Darth Vader hören. Noch vor seinem Tod hat James Earl Jones zugestimmt, dass die ukrainische KI-Firma Respeecher seine Stimme klonen und in neuen Star-Wars-Filmen und -Serien verwenden darf.
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