James Gunn - Regisseur von Guardians of the Galaxy wegen alter Tweets von Disney gefeuert

James Gunn hat vor Jahren kontroverse Tweets verfasst. Nun bekommt der Regisseur von Guardians of the Galaxy die Rechnung dafür - Disney hat ihn kurzerhand rausgeschmissen.

von Elena Schulz,
21.07.2018 12:26 Uhr

James Gunn kennt man für Marvel-Filme wie die Guardians-of-the-Galaxy-Reihe. Jetzt muss er sich wohl einen neuen Arbeitgeber suchen.James Gunn kennt man für Marvel-Filme wie die Guardians-of-the-Galaxy-Reihe. Jetzt muss er sich wohl einen neuen Arbeitgeber suchen.

Dass das Internet nicht so schnell vergisst, bekam jetzt auch James Gunn zu spüren. Der Regisseur, der gerade an Guardians of the Galaxy Vol. 3 gearbeitet hat, wurde von Disney gefeuert - wegen Jahre alter, kontroverser Tweets.

Gunn hat in seinen Tweets teilweise Witze über Themen wie Vergewaltigungen oder Pädophilie gemacht. Auch wenn manche schon fast zehn Jahre alt sind, war ihre Entdeckung genug für Disney, um einen Schlussstrich zu ziehen. Das teilte Walt Disney Chairman Alan Horn in einem offiziellen Statement mit:

"Die aggressiven Einstellungen und Statements, die in James Twitter Feed aufgetaucht sind, sind unentschuldbar und unvereinbar mit den Werten unseres Studios. Wir haben unser Geschäftsverhältnis mit ihm beendet."

Die alten Tweets (hauptsächlich von 2008 bis 2009) kamen durch eine Recherche konservativer Twitter-Nutzer ans Licht und wurden später von der konservativen Nachrichtenwebsite The Daily Caller aufgegriffen, nachdem es ein politisches Hin und Her auf Twitter gab: Der Regisseur Mark Duplass hatte den Twitter-Account des konservativen Kommentartors Ben Shapiro geteilt, was ihm viel Kritik von politisch liberaleren Twitter-Nutzern einbrachte. Gunn hatte seinen Regisseur-Kollegen verteidigt, sich aber selbst kritisch gegenüber Shapiro, den Republikanern und Präsident Trump geäußert, was wiederum zur Recherche der konservativen Nutzer führte, die auf seine Tweets stießen.

Gunn hätte auf der Comic Con eigentlich Neuigkeiten verkünden sollen, vorher entließ ihn Disney aber in Folge der Twitter-Kontroverse.Gunn hätte auf der Comic Con eigentlich Neuigkeiten verkünden sollen, vorher entließ ihn Disney aber in Folge der Twitter-Kontroverse.

Rache für Trump-Kritik

Gunn hat die Tweets mittlerweile gelöscht, da er allerdings als Trump-Gegner bekannt ist und dabei auf Twitter auch kein Blatt vor dem Mund nimmt, nutzten Konservative die Gelegenheit die alten Tweets zu verbreiten. Der konservative Filmemacher Mike Cernovich soll seine Follower sogar dazu angehalten haben, Disney zu informieren, wie die Washington Post berichtet. Später postete er noch ein Video mit den nicht mehr auffindbaren Tweets, das am Freitag 20.000 Mal angesehen wurde.

Andere, wie William Craddick von Disobedient Media, beschuldigen zudem Disney, Gunn bislang gedeckt zu haben. In Pro-Trump-Kreisen soll sogar die Theorie existieren, Hollywood würde gemeinsam mit den Demokraten einen geheimen Pädophilen-Ring unterhalten. Gunn ist nicht der erste, der sich plötzlich mit alten, problematischen Äußerungen konfrontiert sieht: Bereits im Fall des Comedians Sam Seder hatten politische Gegner einen beleidigenden Witz aus der Versenkung geholt. Er war zunächst gefeuert, dann aber wieder eingestellt worden.

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»Das bin nicht mehr ich«

Ob Gunn auch darauf hoffen kann, lässt sich momentan nicht sagen. Der Filmemacher hat sich aber immerhin in einem ausführlichen Statement entschuldigt und auch über weitere Tweets von seinen Äußerungen distanziert.

"Egal, wie viel Zeit vergangen ist, ich verstehe und akzeptiere die geschäftliche Entscheidung, die heute getroffen wurde. Meine Worte von vor fast zehn Jahren waren zu dieser Zeit absolut gescheiterte und unglückliche Versuche, provokativ zu sein. Ich habe sie über viele Jahre bereut, nicht nur, weil sie dumm waren, kein bisschen lustig, äußerst taktlos und definitiv nicht so provokativ, wie ich es mir gewünscht habe, sondern weil sie nicht die Person widerspiegeln, die ich jetzt bin oder über einige Zeit hinweg war.

Sogar so viele Jahre später übernehme ich die volle Verantwortung für mein Verhalten von damals. Alles, was ich nun tun kann, abgesehen davon, mein ehrliches und von Herzen kommendes Bedauern anzubieten, ist der bestmögliche Mensch zu sein: akzeptierend, verständnisvoll, der Gleichberechtigung verpflichtet und sehr viel bedachter, was meine öffentlichen Statements und meine Verpflichtungen gegenüber dem öffentlichen Diskurs angeht. An alle in meiner Industrie und darüber hinaus, ich bitte um Entschuldigung. Grüße an alle."

Guardians of the Galaxy und Guardians of the Galaxy Vol. 2 waren große Erfolge für Disney und Marvel. Der erste Film erschien 2014 und spielte 773 Millionen Dollar weltweit ein, der zweite folgte in 2017 mit stolzen 864 Millionen. Vol. 3 war für 2020 angesetzt, vor seiner Entlassung hätte Gunn offenbar Neuigkeiten zum Film auf der San Diego Comic Con verkünden sollen. Jetzt ist unklar, wie es mit dem Film weitergeht, einen Ersatz hat Disney bislang wohl noch nicht gefunden.

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