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Ein Sci-Fi-Epos sollte 2015 das »neue Star Wars« werden – und endete in einem historischen Millionen-Flop

Jupiter Ascending hatte alles: Millionen-Budget, Starbesetzung und ein legendäres Regie-Duo - und trotzdem floppte er gewaltig.

Jupiter Ascending hat großes vor und scheiterte kläglich. Bildquelle: Warner Bros. Jupiter Ascending hat großes vor und scheiterte kläglich. Bildquelle: Warner Bros.

In den letzten 50 Jahren ist Star Wars zum Inbegriff der Sci-Fi-Oper geworden. Seit 1977 erschienen drei Haupt-Trilogien und zahlreiche Spin-Offs in Form von Serien, Filmen, Romanen, Comics und Videospielen.

Ein Erbe wie dieses ist für die meisten Filmschaffenden nur ein ferner Traum, doch 2015 wollte ein neuer Sci-Fi-Epos genau dafür die Grundlage schaffen. Jupiter Ascending hatte alle Weichen auf Erfolg gestellt, doch der kam nicht.

Ein Sci-Fi-Epos der Matrix-Schöpferinnen

Schon die Liste der Darstellerinnen und Darsteller liest sich wie die Gästeliste einer exklusiven Hollywood-Gala: Mila Kunis (Black Swan) übernahm als Jupiter Jones die Hauptrolle, Channing Tatum (Deadpool & Wolverine) stand als Soldat Caine Wise an ihrer Seite. In weiteren Rollen waren Sean Bean (Der Herr der Ringe), Eddie Redmayne (Phantastische Tierwesen), Tuppence Middleton (Downton Abbey) und Vanessa Kirby (The Crown) zu sehen.

Video starten 2:18 Jupiter Ascending - Channing Tatum mit spitzen Ohren im Trailer

Aber auch hinter der Kamera saßen echte Filmlegenden: Mit Lana und Lilly Wachowski führten die Schöpferinnen von Matrix Regie bei dem ambitionierten Projekt. Zu ihrer Filmografie gehören außerdem V wie Vendetta, Cloud Atlas und ihre spätere Netflix-Serie Sense8.

2008 beauftragte Warner Bros. die Schwestern damit, eine neue Filmreihe zu entwickeln, womit sie zwei Jahre später auch begannen. Für die Geschichte ließen sich die Wachowskis von den klassischen Erzählungen der Odyssee und Der Zauberer von Oz inspieren.

Darum geht's in Jupiter Ascending: Die Erde und etliche weitere Planeten wurden von Dynastien aus transhumanen Außerirdischen besiedelt. Das Adelsgeschlecht der Abrasax herrscht über den blauen Planeten, doch nach dem Tod der Matriarchin entbrennt ein Streit um ihre Erbfolge.

Während die Familie jahrelang in Ränkespielen versinkt, spielt sich auf der Erde das einfache Leben der Jupiter Jones ab. Der bescheidenen Idylle wird jedoch ein jähes Ende gemacht, als außerirdische Hüter Jupiter und ihre Mutter angreifen. Der Ex-Soldat Caine kann schlimmeres verhindern und eröffnet Jupiter gleichzeitig, dass sie eine exakte Wiedergeburt der Königin der Abrasax-Dynastie ist und damit die rechtmäßige Erbin und Herrscherin über die Erde. Das katapultiert Jupiter mitten in den politischen Konflikt, der weit über die Grenzen der Erde hinausgeht.

Eine finanzielle Katastrophe

Um diesen Film auf die Beine zu stellen, stand den Wachowski-Schwestern ein stattliches Budget zur Verfügung, das auf 176 bis 210 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Und das war offenbar nur die Hälfte der Summe, die ursprünglich geplant war.

Mila Kunis verriet Jahre später im Podcast »Happy Sad Confused«, wo die Probleme von Jupiter Ascending anfingen (via Filmstarts):

Wann wussten wir, dass der Film scheitern würde? Bevor wir mit dem Dreh überhaupt begonnen haben, denn unsere Produktion wurde einfach halbiert. Das ursprüngliche Budget war doppelt so hoch, und man kann mit viel mehr Geld viel mehr erreichen. […] Unmittelbar vor der Vorproduktion wurde das Budget aus einer Vielzahl von Gründen gekürzt – und der Film war plötzlich ein ganz anderer.

Channing Tatum und Mila Kunis gaben für Jupiter Ascending alles. Bildquelle: Warner Bros. Channing Tatum und Mila Kunis gaben für Jupiter Ascending alles. Bildquelle: Warner Bros.

Auch Co-Star Channing hatte ernüchternde Worte für den Film übrig: »Jupiter Ascending war von Anfang an ein Albtraum. Es war ein total verrückter Film. Wir alle waren sieben Monate lang dort und haben uns abgerackert. Es war einfach nur hart.« Wo auch immer es möglich war, setzten die Filmemacher auf Stuntarbeit statt CGI.

Der Magic-Mike-Star bestätigte im Nachhinein, dass digitale Doubles nur minimal zum Einsatz kamen, und das belastete sowohl Stunt-Leute als auch die Darstellerinnen und Darsteller. Für die längste Szene im Drehbuch, eine achtminütige Verfolgungsjagd durch die Innenstadt Chicagos, standen er und Kunis sechs Monate vor der Kamera.

Für Eddie Redmayne gab es aber immerhin einen Preis. Er resümiert: »Ich habe dafür einen Preis gewonnen – für die schlechteste Leistung des Jahres. Also ja, es war in jeder Hinsicht eine ziemlich schlechte Leistung. […] Im Nachhinein war es vielleicht zu viel. Aber ich liebe die Wachowskis. Ich habe mich am Set noch nie so frei gefühlt.«

Redmayne gewann 2015 die Goldene Himbeere als schlechtester Nebendarsteller in Jupiter Ascending – im selben Jahr, in dem er auch den Oscar für seine Darstellung von Stephen Hawking in The Theory of Everything gewann.

Woran hat's gelegen?

Trotz der hochgesteckten Ziele und gigantischen Investitionen überzeugte Jupiter Ascending weder Filmpresse noch Publikum. Auf Rotten Tomatoes kommt der Sci-Fi-Epos bei 273 Kritiken gerade einmal auf 27 Prozent. Beim Publikum fiel das Urteil mit 38 Prozent nur geringfügig besser aus. Bei Metacritic bekommt der Film einen Score von 40 aus 100 Punkten.

Weltweit konnte Jupiter Ascending letzten Endes nur 184 Millionen US-Dollar einspielen und damit mit Ach und Krach die Produktionskosten wieder einspielen. Ein neues Sci-Fi-Universum, das sich mit Star Wars messen kann, bringt man damit nicht auf den Weg.

Der Film scheiterte letzten Endes an seinen eigenen Ambitionen. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer präsentierte sich die Welt, die die Wachowskis geschaffen hatten, als viel zu kompliziert. Obwohl Jupiter Ascending visuell extrem ansprechend ist, löste die Vielzahl von Konzepten und Regeln bei vielen Verwirrung aus.

Sarah Schindler urteilte 2015 für GameStar: »Ich habe selten so unfreiwillig lachen müssen, wie in Jupiter Ascending. Sei es wegen der recht merkwürdigen Story oder des uncharmantesten Leinwandpaares des Jahres: Jupiter und Caine. Aber auch der oscarnominierte Eddie Redmayne führte mit seiner Interpretation des herrischen Exzentrikers Balem die Rolle ad absurdum und zog sie mit seiner Übertreibung zu sehr ins Lächerliche.«

Mehr dazu lest ihr in der obigen Link-Box.


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