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Backrooms ist einer der größten Hype-Filme des Jahres - wenn ihr mich fragt: völlig zu Recht.

Das Indie-Studio A24 hat dem Internet-Phänomen Backrooms einen Kinofilm spendiert. Und so etwas wie das Regie-Debüt von Kane Parsons bekommt ihr nicht jeden Tag zu sehen.

Backrooms startet am 18. Juni 2026 in den deutschen Kinos. Bildquelle: A24 Backrooms startet am 18. Juni 2026 in den deutschen Kinos. Bildquelle: A24

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Millionen starren seit Jahren gebannt auf Bilder und Videos von leeren Bürogebäuden oder Schwimmbäder – und haben dabei einen Heidenspaß. Das Internet-Phänomen Backrooms klingt erstmal bizarr, trat aber eine völlig neue Faszination an sogenannten liminal spaces und damit für ein eigenes Horror-Genre los.

Damit war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Hollywood die Backrooms vorknöpft und daraus Kapital zu schlagen versucht. Und A24 scheint damit alles richtig zu machen:

  • Das Indie-Studios schnappte sich mit Kane Parsons alias Kane Pixels einen der einflussreichsten Pioniere des Backrooms-Phänomens und ließ ihn bei der Kinoverfilmung persönlich Regie führen.
  • Mit James Wan (Saw, Insidious) und Osgood Perkins (Longlegs, The Monkey) sind mindestens zwei verschiedene Horror-Spezialisten als Produzenten involviert.
  • Mit Chiwetel Ejiofor (Serenity, 12 Years a Slave) und Renate Reinsve (A Different Man, Fjord) übernahmen gleich zwei erstklassige Schauspieler die Hauptrollen.
  • Mit aktuell 88 Prozent an positiven Reviews auf Rotten Tomatoes, 74 der Zuschauer und einer 7,1 auf IMDb können sich auch die durchschnittlichen Wertungen allemal sehen lassen.
  • Bei einem Budget von 10 Millionen US-Dollar konnte Backrooms weltweit bereits fast 250 Millionen einspielen und könnte letztlich bei mehr als 325 Millionen rauskommen (via BoxOfficeMojo).

Jetzt steht für den 18. Juni 2026 endlich der Release in Deutschland an. Und falls euch der ganze Hype um den Backrooms-Film neugierig gemacht habt und ihr mit einem Kinobesuch liebäugelt, kann ich euch guten Gewissens versichern: Es lohnt sich!

Vali Aschenbrenner
Vali Aschenbrenner

Über den Autor: Vali hat einen schrecklichen Orientierungssinn. Selbst in seiner Heimatstadt mit überschaubaren 17.000 Einwohnern findet er sich ohne Map-App eher schlecht als recht zurecht. In den Backrooms wäre er wahrscheinlich schon nach der ersten Abbiegung hoffnungslos verloren.

Die unendlichen weiten der Backrooms

Aber beginnen wir von vorn. Die Lore von Backrooms ist mittlerweile gigantisch, teilweise widersprüchlich und allemal konfus. Das liegt daran, dass Backrooms nicht auf den Mist einer einzelnen Person oder Gruppe gewachsen ist, sondern es sich vielmehr um ein Projekt der Allgemeinheit handelt.

Im Endeffekt kann sich jeder daran beteiligen, Bilder, Videos und Lore-Pieces beizusteuern. Backrooms ist seit seiner Begründung circa 2018 zu einem gigantischen Internet-Eisberg herangewachsen, bei dem man leicht den Überblick verliert.

Doch keine Sorge: Für den Kinofilm braucht ihr kein Vorwissen mitbringen! Kane Parsons führt zwar eigene Ideen und Gedanken fort beziehungsweise aus (auch wenn für das Drehbuch vorrangig Will Soodik verantwortlich ist). Aber der 20 Jahre alte Nachwuchs-Regisseur erhebt selbst keinen Anspruch darauf, dass seine Version der Backrooms die richtige oder einzig wahre wäre.

Video starten 1:01 Backrooms: Millionen gruselten sich im Netz, jetzt kommt der endlose Büro-Albtraum ins Kino

Kommen wir endlich zur Handlung des Films: Der dreht sich um den erfolglosen Möbelhausbesitzer Clark (Ejiofor), der seiner gescheiterten Karriere als Architekt nachtrauert und eines Tages über ein mysteriöses Hinterzimmer in seinem Laden stolpert.

Wobei Hinterzimmer einer absoluten Untertreibung gleichkommt. Denn es handelt sich nicht nur um ein einzelnes Zimmer, sondern, viele, viele mehr, die sich in die Unendlichkeit zu erstrecken scheinen. Der Clou an der Sache: Irgendwas stimmt hier nicht. Irgendwas fühlt sich falsch an. Denn die Backrooms wirken auf eine faszinierende Art und Weise vertraut, aber dann doch befremdlich und vor allem eins – unheimlich.

Mehr müsst ihr eigentlich gar nicht wissen. Und wie so oft, aber hier ganz besonders, rate ich euch an dieser Stelle: Wenn ihr nicht eh schon in den Backrooms-Kosmos eingetaucht seid, informiert euch gar nicht weiter darüber. Und ignoriert an dieser Stelle vielleicht sogar den offiziellen Trailer zum Film.

Video starten 2:18 Das Internet-Phänomen Backrooms könnte der gruseligste Film des Jahres werden

Einen Film wie Backrooms findet ihr selten in den Kinos

Für wen ist Backrooms nun interessant? Schlägt euer Herz für das Kino und habt gegen gepflegten Grusel nichts einzuwenden oder begeistert ihr euch sogar dafür, bekommt ihr von mir eine uneingeschränkte Empfehlung. Denn ein Film wie Backrooms flimmert nicht allzu oft über die große Leinwand.

A24 ist mit Backrooms ein Risiko eingegangen, das sich nicht nur finanziell ausgezahlt hat. Nachdem sich Kane Parsons schon als talentierter Kurzfilme-Macher bewiesen hat, liefert er als Regisseur einer waschechten Kinoproduktion ebenfalls ab.

Dabei bleibt Parsons der Version von Backrooms treu, die auf YouTube schon Millionen Zuschauer in ihren Bann gezogen hat. Nur ist der Kinofilm nicht so zerstückelt oder episodisch aufgebaut, sondern erzählt eine kohärente und in sich geschlossene Geschichte, die auf das ein oder andere Mysterium eine Antwort liefert, aber nicht auf jedes. 

Wollt ihr mehr in die psychologischen Aspekte der Hauptfiguren Clark und Mary oder auch der Backrooms selbst eintauchen, könnt ihr das guten Gewissens tun und es lohnt sich auch. Doch der Film funktioniert auch ganz hervorragend, wenn ihr euch einfach nur gepflegt gruseln wollt.

Sind Mary und Clark in den Backrooms wirklich allein? Bildquelle: A24 Sind Mary und Clark in den Backrooms wirklich allein? Bildquelle: A24

Und in dieser Hinsicht halte ich Backrooms für aktuell erfrischend: Wir bekommen nicht einen Jumpscare nach dem anderen um die Ohren geknallt und auch mit Blut und Gewalt hält sich der Film zurück. 

Viel eher entsteht die bedrohliche Atmosphäre allein durch den verstörenden und doch vertrauten Look in echt gebauten Backrooms-Kulissen. Durch das unangenehm dominante Brummen der Leuchtstoffröhren und den subtilen, aber intensiven Gebrauch von Musik. 

Und vor allem durch unsere eigene Erwartungshaltung: Lauert am Ende des endlos wirkenden Gang etwas? Oder hinter der nächsten Ecke? War da ein Geräusch? Oder habe ich mir das nur eingebildet? Und wo zur Hölle ist der nächste Ausgang? Aber eigentlich zieht mich meine Neugier und mein Entdeckerdrang immer tiefer in die Backrooms …

Die absoluten Highlights bei der Erkundung der Backrooms stellen dabei zwei exzessive Found-Footage-Passagen im selben Stil von Kane Pixels YouTube-Videos dar. Die sind so effizient unheimlich, dass ich mir fast einen ganzen Backrooms-Film aus dieser Perspektive wünschen würde.

Aber nur fast, denn auch der Rest des Films ist meisterhaft wie ein liminal space inszeniert. Der unangenehme und trotzdem faszinierende Vibe zieht sich dank ungewohnter Kameraperspektiven und den detaillierten Kulissen durch den gesamten Film. 

Selbst wenn euch das ganze Backrooms-Gedöns nicht die Bohne interessiert, bekommt ihr hier einen einzigartigen und wahrlich intensiven Horrorfilm.

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