Es ist offiziell: Kathleen Kennedy verabschiedet sich als Lucasfilm-Chefin und überlässt Dave Filoni sowie Lynwen Brennan die Star-Wars-Zügel. Doch was bereut Kennedy, nachdem sie 14 Jahre lang den Sternenkrieg geführt hat?
Nicht viel - wie sie in einem ausführlichen Interview mit Deadline durchblicken lässt - bis auf eine Sache. Und die hat mit dem größten Kino-Flop in der Geschichte von Star Wars zu tun: Solo.
Das große Scheitern von Solo: A Star Wars Story
Kleine Gedächtnisauffrischung gefällig? Solo: A Star Wars Story startete im Mai 2018 als Spin-off und Prequel in den deutschen Kinos. Die Vorgeschichte des legendären Schmugglers erntete aber maximal lauwarme Kritiken sowie Fan-Reaktionen und floppte ordentlich.
Nach einer turbulenten Produktionsgeschichte (bei der die beiden ursprünglichen Regisseure Phil Lord und Chris Miller gefeuert und durch Ron Howard ersetzt wurden) blähte sich das Budget auf einen Betrag zwischen 250 und 300 Millionen US-Dollar auf. Weltweit konnte der Film aber gerade mal 393 Millionen einspielen - ein desaströses Ergebnis.
Das Scheitern von Solo sorgte dann sogar zu einem Umdenken von Disneys Kino-Strategie für den Krieg der Sterne: Viele Projekte wurden auf Eis gelegt oder auf TV-Serien für Disney Plus umgemünzt. Nach Episode 9 geht es jetzt erst am 20. Mai 2026 (und damit sieben Jahren) mit einem neuen Star-Wars-Film weiter: The Mandalorian & Grogu.
Für Kathleen Kennedy wurde Han Solo zu früh neu besetzt
Was Kathleen Kennedy nun über Solo denkt? Ihrer Meinung nach war es ein Fehler, die ikonische Rolle neu zu besetzen oder zumindest so früh
. Lest am besten einfach mal selbst, was die austretende Lucasfilm-Chefin acht Jahre später dazu zu sagen hat:
Ich bereue nicht wirklich etwas [über meine Karriere als Lucasfilm-Chefin]. Wobei … vielleicht bereue ich ein bisschen, wie es mit Solo: A Star Wars Story gelaufen ist. Ich brachte [Drehbuchautor] Larry Kasdan an Bord und wir waren voller Vorfreude, was unsere Ideen anbelangt. Und dann steckst du mittendrin und stellst auf einmal fest, dass du alleine schon vom schieren Konzept her Han Solo nicht ersetzen kannst - zumindest zu diesem Zeitpunkt.
So wunderbar, wie Alden Ehrenreich [in der Rolle war] - und er war richtig gut, er ist ein fantastischer Schauspieler - haben wir ihn in eine nicht zu bewältigende Situation verfrachtet. Und nachdem der ganze Stein schon im Rollen war, musst du das durchziehen. Ich denke, dass ich das auf gewisse Art und Weise bereue, aber nichts in Bezug auf Filmemachen an sich. Ich denke, dass wir einfach zu früh dran waren.
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Der offizielle Trailer zu Solo: A Star Wars Story
Laut Fans war der neue Han Solo das geringste Problem
Unter Star-Wars-Fans stößt diese Aussage von Kathleen Kennedy auf Widerspruch. So herrscht zum Beispiel auf Reddit der Konsens: Han Solo mit Alden Ehrenreich zu recasten, war nicht das Problem - ganz im Gegenteil. Tatsächlich erfährt der Schauspieler aus Ironheart, Oppenheimer oder Hail, Caesar! in diesem Kontext viel Liebe.
Viel eher wird für das Scheitern von Solo (und dem Ausbleiben potenzieller Sequels und weiterer Spin-off) die wirklich turbulente Produktionsgeschichte des Films verantwortlich gemacht. So bringt es zum Beispiel Algae_Mission auf den Punkt:
Das ist etwas, wo ich Kennedy widersprechen muss. Die unmögliche Situation war viel eher, Lord und Miller für einen Film einspannen und dann nicht hinter der Richtung zu stehen, die die beiden dafür einschlagen wollten. Dann, sie durch Ron Howard zu ersetzen, aber den Film nicht weit genug nach hinten zu schieben, damit es mit der neu eingeschlagenen Richtung aufgeht.
Unabhängig davon, ob man Han Solo neu besetzen sollte, oder nicht: Alden Ehrenreich war definitiv nicht das Problem.
Der User yanks2413 ist ebenfalls der Meinung, dass bei Solo ganz andere Sachen schief gelaufen sind:
Die Leute hätten sich wahrscheinlich schneller mit Alden angefreundet, wenn die Geschichte und das Drehbuch besser gewesen wären. Das ist das größte Problem. Niemand interessiert sich dafür, wie Han zu dem Nachnamen Solo gekommen ist. Niemand interessiert sich für seine Ursprungsgeschichte. Wir wollten doch einfach nur einen coolen, jungen, Bad-Ass-Han-Solo-Film sehen.
HotlineBirdman ist wiederum recht zufrieden mit dem Film, der mit Solo in den Kinos startete und hätte sich definitiv ein Wiedersehen mit Ehrenreich gewünscht:
Mir egal, was irgendjemand dazu sagt, aber für mich ist [Solo] ein großartiger Film und Alden Ehrenreich hätte in irgendeiner Weise [für mehr Star Wars] zurückkehren sollen.
Future-self nimmt sich bezüglich seiner Gedanken zu dem Thema nicht zurück:
Solo ist nicht mal ansatzweise so schlecht wie Episode 7-9. Diese Leute sind komplett realitätsfern.
In den letzten Jahren wurden die Rufe nach einem Solo 2 immer wieder mal laut. Doch bis heute ist keine Fortsetzung zu dem Star-Wars-Flop geplant, obwohl die zuerst unmissverständlich angeteast wurden.
Nach Episode 9 setzten Disney und Lucasfilm primär auf TV-Serien für Disney Plus, nur um jetzt diesen Plan wieder über den Haufen zu werfen. Jetzt hat der Krieg der Sterne wieder im Kino eine Zukunft und wie die aussieht, erfahrt ihr unter den Links oben.