Der KI-Vorsprung der USA gegenüber China schmilzt – der Führungswechsel dürfte nur eine Frage der Zeit sein

Die Vormachtsstellung der USA im KI-Bereich scheint zu bröckeln. China holt zuletzt stark auf.

China holt im KI-Rennen auf die USA auf. (Bild: Wikimedia Commons) China holt im KI-Rennen auf die USA auf. (Bild: Wikimedia Commons)

Die großen, populären KI-Modelle kommen allesamt aus den USA. Viele Jahre lang galten die Vereinigten Staaten auch als klarer Vorreiter bei dieser neuen Technologie. Ein neuer Bericht zeigt jetzt, wie eindrucksvoll China aufgeholt hat.

China schließt zu den USA auf

Gemini, Claude und ChatGPT haben eines gemeinsam: Sie stammen alle von Unternehmen aus den USA. Jahrelang galten die Modelle aus den Vereinigten Staaten als dem Rest der Welt klar überlegen. Diese Vormachtstellung ist gerade dabei, von China angegriffen zu werden.

Video starten 1:53:19 Der KI-Hype frisst sich selbst – Tech-Jahresrückblick 2025

Das Institute for Human-Centered Artificial Intelligence (HAI) der Stanford University hat ihren neuen »2026 AI Index Report« vorgelegt und dabei untersucht, wie sich die Forschung an KI und der KI-Markt aktuell entwickeln.

Aus Nutzersicht ist dabei vor allem der Blick auf die Sprachmodelle spannend und hier zeigt sich ein klarer Trend. Während US-amerikanische Modelle 2023 beim Arena Score noch gefühlt meilenweit über Modellen aus China lagen, ist dieser Vorsprung mittlerweile auf ein Minimum geschmolzen.

Spätestens mit dem Release von DeepSeek R1 Anfang 2025 waren die chinesischen Modelle im direkten Vergleich konkurrenzfähig. Im März 2026 liegt das aktuelle Top-Modell Claude Opus 4.6 nur noch 2.7 Prozent vor Dola Seed 2.0, dem aktuellen Spitzenreiter aus China.

Bei der reinen Menge der High-End-Modelle liegen die USA weiterhin vorne. In Disziplinen wie Publikationsvolumen, Zitate, Patentanmeldungen und Installationen von Industrierobotern hat China den großen Konkurrenten aber schon überholt.

Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Gleichzeitig sinkt die Zahl der KI-Experten, die in die USA ziehen, seit Jahren dramatisch. Die Zahl ist seit 2017 um satte 89 Prozent gefallen. Viele chinesische Wissenschaftler werden mittlerweile im eigenen Land ausgebildet und nicht mehr in den USA.

Dazu kommt, dass China eine deutlich bessere Energieversorgung und Rechenkraft vorweisen kann oder dies schon bald können wird. Während das Stromnetz in den USA immer wieder an die eigenen Grenzen stößt, investiert China massiv in neue Energiequellen.

China hat KI neben anderen Forschungsfeldern als eine der essentiellen Zukunftstechnologien ausgemacht. Auch in anderen Bereichen wie der Robotik gab es zuletzt beeindruckende Fortschritte.

Die Entwicklungen zeigen, dass etwa auch ein Exportverbot von Chips den Fortschritt in China höchstens bremsen, aber nicht stoppen wird. Das ostasiatische Land wird immer autonomer und ist schon jetzt in vielen Branchen nicht mehr auf Innovationen aus dem Ausland angewiesen.

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