Ein Experiment mit einem Prozessor von 1998 zeigt, dass man 27 Jahre später nur 128 MB RAM benötigt, um KI zu nutzen [Best of GameStar]

Die Ergebnisse des Experiments legen nahe, dass noch viel Potenzial für Optimierungen in KI-Berechnungen steckt.

Selbst unter Windows 98 und mit sehr alter Hardware kann KI auf Basis eines Large-Language-Modells laufen. (Bild: stock.adobe.com - Carsten Reisinger) Selbst unter Windows 98 und mit sehr alter Hardware kann KI auf Basis eines Large-Language-Modells laufen. (Bild: stock.adobe.com - Carsten Reisinger)

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile seit Jahren in aller Munde und Hersteller wie Nvidia verdienen sehr viel Geld mit darauf ausgelegter Hardware.

So kostet der neueste Chip Blackwell B200 für das KI-Training Kunden wohl ungefähr 30.000 bis 40.000 Dollar, wie Computerbase trotz gewisser Relativierung durch Nvidia-CEO Jensen Huang annimmt.

Geht es stattdessen um das lokale Berechnen von KI-Anfragen, hat nun ein Forscher-Team der Universität Oxford einen bemerkenswerten Erfolg mit sehr alter und langsamer Hardware erzielt (via Techspot).

Das ist passiert:

  • Die Organisation EXO Labs, die von den besagten Oxford-Forschern gegründet wurde, hat bei X ein Video geteilt. Es zeigt einen PC mit Pentium II mit 350 MHz, 128 MByte RAM und Windows 98, auf dem erfolgreich ein KI-Modell läuft.
  • Es handelt sich laut Techspot um ein leistungsstarkes KI-Sprachmodell auf Basis von LLama2.c-Code. In diesem Fall erzählt es auf die sehr knappe Anfrage Sleepy Joe said eine kurze, einigermaßen kohärente (wenn auch nicht wirklich sinnvolle) Geschichte, und das ziemlich schnell.
  • Das Modell besteht aus insgesamt 260.000 Parametern, die von dem alten PC mit einer Geschwindigkeit von 39,31 Token pro Sekunde berechnet wurden. Kommt ein Modell mit einer Milliarde Parametern zum Einsatz, sind es dagegen nur noch 0,0093 Token pro Sekunde.

Was sind Token? Sie kommen unter anderem als Hilfsmittel beim Umgang von KI mit natürlicher Sprache zum Einsatz. Vereinfacht gesagt zerlegen sie den Text in besser zu verarbeitende Einzelteile wie Wörter, Teile von Wörtern oder auch Satzzeichen und Einzelbuchstaben.

Je mehr dieser Einzelteile beziehungsweise Token pro Sekunde eine KI verarbeiten kann, desto schneller antwortet sie auf Anfragen.

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Im Folgenden findet ihr den genauen (englischen) Wortlaut des Textes, den die KI auf dem Windows-98-PC erstellt hat:

Sleepy Joe said: "Hello, Spot. Do you want to be careful with me?" Spot told Spot, "Yes, I will step back!" Spot replied, "I lost my broken broke in my cold rock. It is okay, you can't." Spoon and Spot went to the top of the rock and pulled his broken rock. Spot was sad because he was not lucky anymore. Spot thought for a moment and looked for a place. He said, "Don't worry, Spoon, you can make your broken pieces of the door for anyone today.

Sicher nichts, mit dem ein aktueller KI-Anbieter hausieren gehen würde. In Anbetracht der arg begrenzten Hardware-Ressourcen, die hier zum Einsatz kamen, ist es aber dennoch beachtlich.

Welches Ziel verfolgen die Forscher?

Laut Techspot möchte EXO Labs den Zugang zu KI demokratisieren. Vergleichsweise geringe Hardware-Anforderungen könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Grundsätzlich sind dabei zwei verschiedene, aber eng zusammenhängende Bereiche zu betrachten:

  1. Einerseits das Trainieren passender KI-Modelle, um die nötige Basis für Anfragen an eine KI zu schaffen.
  2. Andererseits das Bearbeiten entsprechender User-Anfragen mit Hilfe dieser KI-Modelle.

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In beiden Fällen sind möglichst niedrige Hardware-Voraussetzungen wünschenswert, sowohl für geringe Einstiegshürden als auch mit Blick auf den erforderlichen Energiebedarf.

Inwieweit die weitere Forschung von EXO Labs dazu einen entscheidenden Beitrag leisten kann, bleibt allerdings abzuwarten.

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