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Seite 2: King Arthur 2 im Test - Er würde sich im Grabe herumdrehen

Das Spielgefühl

Der Strategiepart von King Arthur 2 funktioniert nach den Spielregeln der Total War-Serie. Auf einer Kampagnen-Karte, die in einzelne Provinzen unterteilt ist, ziehen wir rundenweise mit unseren Truppen umher.

Riesige Gegner, verdorrte Lande und das fahle Gegenlicht der Abendsonne lassen manchmal eine wunderbar apokalyptische Atmosphäre entstehen. Wenn es denn flüssig laufen würde. Riesige Gegner, verdorrte Lande und das fahle Gegenlicht der Abendsonne lassen manchmal eine wunderbar apokalyptische Atmosphäre entstehen. Wenn es denn flüssig laufen würde.

Im Gegensatz zum Vorgänger hat der Entwickler Neocore Games aber die Komplexität der Provinz-Verwaltung etwas runtergeschraubt. So gibt es nun statt zwei Ressourcen (Gold und Nahrung) nur noch eine (Gold), und insgesamt verbringen wir deutlich weniger Zeit mit der Provinzverwaltung.

Das ist sicherlich Geschmackssache, aber unserer Meinung nach hätte es ruhig mehr statt weniger Aufbauelemente geben können. So dürfen wir lediglich in den Wintermonaten entscheiden, ob wir in der jeweiligen Provinz eines der wenigen vorgegebenen Gebäude errichten wollen.

Dafür gibt es nun ein umfangreicheres Diplomatie-Menü, in dem wir zahlreiche Abmachungen mit anderen Fürsten treffen können. Das ist vor allem in der ersten Spielhälfte wichtig, um zum Beispiel über Abkommen zu handeln oder Forschungspunkte zu ergattern.

Jeweils im Winter, wenn die Truppen sich im Lager befinden und nicht bewegen können, stoßen wir dann entsprechend freigeschaltete Forschungsaufträge an, die zum Beispiel zu neuen Gebäuden oder Truppentypen führen.

Rundenstrategie Wir ziehen rundenweise über die britische Insel und erobern Provinzen. Im Winter können wir nicht weiterziehen, dafür dürfen wir dann in Siedlungen Gebäude errichten und Forschungsaufträge anstoßen.

Rollenspiel Um der Kampagne zu folgen, lösen wir zahllose Quests, von denen viele im Text-Adventure-/Solo-Pen&Paper-Stil erzählt werden. Außerdem steigen wir im Level auf, verwalten unseren Fertigkeitenbaum oder rüsten neue Artefakte aus.

Echtzeit-Strategie Kommt es zu einer großen Feldschlacht, wechselt das Spiel auf ein 3D-Schlachtfeld. Ganz so wie in den Total War-Spielen ziehen wir unsere Truppenformationen über das Feld und verteilen Befehle. Sonderziele, die Boni ausschütten, bereichern die Schlacht, deren einziges Ziel aber immer lautet: vernichte alle Gegner.

Die Kämpfe trägt King Arthur 2 dann in Echtzeit auf 3D-Schlachtfeldern aus. Die Grafik ist hübsch, reicht aber nicht an die überragende Qualität der Total War-Spiele heran. Wie im Vorbild fahren wir mit der Kamera frei über die Landschaft und geben unseren Truppen Formations-, Positions- und Angriffbefehle.

Dabei greift das übliche Stein-Schere-Papier-Prinzip: Kavallerie kann schwere Infanteristen nieder reiten, hat aber bei Speerträgern Probleme, die wiederum schwerer Infanterie nicht viel entgegenzusetzen haben. Neu sind Flugeinheiten, die in der Luft nur von Bogenschützen erwischt werden (welche bei Regenwetter aber nicht schießen können), aber zum Angriff auf den Gegner herabstürzen müssen.

In diesem Moment sind sie auch von Bodentruppen verletzbar. Übermächtig sind diese Flugeinheiten (später stoßen sogar Drachen hinzu) daher nicht.

Wir reisen auf der Kampagnen-Karte gen Norden. Den Durchgang durch diese Mauer, die entfernt an tatsächliche Bauten wie den Hadrianswall erinnert, mussten wir umständlich an zwei Fronten gleichzeitig frei kämpfen. Wir reisen auf der Kampagnen-Karte gen Norden. Den Durchgang durch diese Mauer, die entfernt an tatsächliche Bauten wie den Hadrianswall erinnert, mussten wir umständlich an zwei Fronten gleichzeitig frei kämpfen.

Spielentscheidend ist neben der richtigen Taktik vor allem der geschickte Einsatz von Magie und Spezialfertigkeiten. So kann ein einzelner Blitzzauber eine halbe Kompanie rösten, die dann wie Popcorn auf der heißen Pfanne durch die Gegend brutzelt.

Durch rechtzeitige Gegenmaßnahmen wie Magieschilde oder Unterbrechungen können wir aber gegnerische Helden von diesen mächtigen Zaubern abhalten. Die KI hingegen stellt sich auf den normalen Schwierigkeitsgraden diesbezüglich nicht besonders clever an. So können mächtige Zauberhelden haushoch überlegene Armeen auslöschen, da der Gegner oft tröpfchenweise angreift und sich leicht in Fallen locken lässt.

Auch auf der Kampagnenkarte irrt die KI manchmal etwas ziellos umher, und im Kampf halten sich die Einheiten öfter mal nicht an unsere Befehle. Statt die Stellung zu halten, bricht die Formation beispielsweise zum Angriff auseinander.

KI-Macken und Bugs

Aber die KI ist nicht das einzige Problem von King Arthur 2. Viele Spieler klagen trotz High-End-Systemen mit Grafikkarten ab der GTX-500-Serie und starken Vier- oder Mehrkernprozessoren über eklatante Performance-Mängel und -Einbrüche.

So auch auf unseren Testsystemen. Konstante Bildraten von mehr als 30 Frames pro Sekunde erreichten wir in den Schlachten nur selten, schon gar nicht in der Nahansicht. Oft fiel die Bildrate ins unsteuerbare Ruckeln ab.

Performance-Tipp:

Spieler, die King Arthur 2 über Steam starten, haben zum Teil mit extremen Ladezeiten zu kämpfen. Nicht-Steam-Spieler haben dieses Problem nicht. Die Lösung: Statt über Steam sollten Sie lieber im King Arthur 2-Ordner (gewöhnlich unter: C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common\kingarthurii) die jeweilige für Ihr System passende .exe-Datei starten.

Besitzen Sie zum Beispiel Windows 7 in der 64bit-Variante und eine DX11-Grafikkarte lautet der Name der .exe: CoreTech2_x64_11. Ein 32bit-Sytem mit DX9-Grafik startet dementsprechend CoreTech2_x86, und so fort. Damit reduzieren sich die Ladezeiten auf ein normales Maß. Die restlichen Performance-Probleme bleiben aber weiterhin bestehen.

Dazu kommen noch zahllose ärgerliche Bugs. Gleich mehrmals gerieten wir an Plotstopper, in denen entscheidende Quests nicht abschließbar waren oder immer wieder abstürzten.

Da half nur, weit zurückliegende Spielstände neu zu laden und zu hoffen, dass es diesmal klappt. Dazu kommen falsche Texte, nicht ladbare Spielstände, Grafikfehler, außer Kontrolle geratene Kameras und viele scheinbar willkürliche Abstürze.

Kurz: King Arthur 2 macht in diesem Zustand wenig Spaß (siehe Abwertungskasten). Zum Testzeitpunkt erschienen bereits zwei Patches, die zwar einige Bugs behoben, dafür aber neue einführten und die Performance nicht messbar steigerten.

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