Ende März habe ich euch zu einem Ask me Anything (AMA) zu OLEDs eingeladen. Ihr wart fleißig und wir haben tolle Diskussionen in den Kommentaren gehabt.
Unten in der Kommentarsektion stellte avoss folgenden Beitrag ein:
Ich habe seit ein paar Jahren einen LG OLED TV, und bin sehr zufrieden. Es ist „nur“ ein 42 Zoll TV. Ich habe gelesen, dass zumindest bei LG in den 42er und 48er Modellen aus der selben Serie etwas schlechtere Technik eingebaut ist als in größeren Exemplaren. Weniger Helligkeit möglich z.B. Merkt man den Unterschied wirklich? Und ist das aktuell immer noch so bei den neuesten Modellen?
Hat man also mit kleineren TVs das Nachsehen? Das will ich euch verraten.
Ja, kleine TVs sind manchmal schlechter, aber …
Bevor ich ins Detail gehe: Pauschal kann man meine Antwort nicht über den Kamm scheren. Am Ende kommt es immer auf den Einzelfall, das Modell und den Hersteller an.
Es kann zu technischen Unterschieden kommen – und dabei muss nicht einmal die Größe eine Rolle spielen. Vor etwas über zwei Jahren berichteten wir über eine Panellotterie bei Samsung-TVs. Kurz und gut: Für drei damalige Modelle ließ sich Samsung offen, ob sie ein QD-OLED oder WOLED-Panel verbauen.
Das Problem daran ist aber nicht technischer Natur. Klar, technisch betrachtet ist ein QD-OLED-Panel besser als WOLED. Auf dem Phonoschrank zuhause wird das Otto und Ottilie Normal aber nicht auffallen. Das Unfaire daran ist, dass man für ein auf dem Papier dezent schlechteres Produkt dasselbe zahlt.
Verbaut ein Hersteller aber ein anderes Panel bei kleineren Größen, sehe ich darin kein Problem. 200 PS ist einer Plastikschüssel braucht niemand, weswegen weniger potente Technik hier ihren Zweck erfüllt und absolut ausreicht (und im besten Fall noch günstiger ist).
Der Vorteil von OLED: Egal ob groß oder klein, es gibt keine unterschiedlichen Dimming-Zonen. Wo ein kleinerer Mini-LED oder FALD-TV naturgemäß weniger Dimming-Zonen besitzt als dasselbe Modell in groß, leuchtet bei OLED jeder einzelne Bildpunkt.
Das Thema Spitzenhelligkeit
avoss spricht auch das Thema Spitzenhelligkeit an. Ich predige immer, wie wichtig die maximale Helligkeit bei einem TV ist. Die hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem:
- Panel-Architektur
- Kühlung
- Strombudget
- Bildinhalt
Die Größe spielt dabei keine Rolle, da die Spitzenhelligkeit ohnehin nur über einen kleinen Bildausschnitt berechnet wird. Am Ende ist es Wurscht, ob da ein 42-, 55- oder 83-Zöller im Wohnzimmer steht. Ja, kleinere Displays können heller wirken (denkt an ein Handydisplay im Vergleich zu eurem Fernseher), aber da spielt auch die Energiezufuhr eine tragende Rolle.
Warum zu helle TVs ein Mythos sind, habe ich in einer Kolumne aufgearbeitet.
Fazit
Ja, kleine Fernseher können mit schlechterer Technik ausgestattet sein. Solange sich das im Preis widerspiegelt – und keiner Panellotterie – ist das auch vollkommen okay.
Am Ende werdet ihr den Unterschied zu vermeintlich besserer Technologie gar nicht merken. Zum einen liegt das daran, dass ihr vermutlich selten zwei gleichwertige TVs daheim direkt nebeneinander stehen habt. Zum anderen ist das Upgrade zur vorherigen Möhre oftmals so signifikant, dass der Unterschied zwischen QD-OLED oder WOLED nicht ins Gewicht fällt.

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