Leistung
Nach mehrfachem Auf- und Abbau kann ich beruhigend vorwegsagen, dass sich an der rohen Leistung des Beamers nicht das Geringste verändert hat. Weder Helligkeit, Schärfe, Lautstärke oder sonst ein vergleichbarer Wert haben unter dem Transport gelitten. Anders sieht es auf der optischen Seite aus. Das Fehlen einer adäquaten Transporttasche hat mich gezwungen, den Beamer in einem Handtuch eingewickelt im Rucksack spazieren zu tragen. Es könnte sein, dass die wenig fachgerechte Verpackung mit verantwortlich war, dass die größeren Spaltmaße noch ein klein wenig angewachsen sind. Außerhalb solcher Testbedingungen würde ich das Gerät so nicht bewegen wollen. Hier sollte lieber noch etwas in eine Tasche sowie einen passenden Schutzdeckel investiert werden, als den Beamer permanent zu gefährden.
Da die dreijährige Garantie für das Gerät den Transport abdeckt, scheint ein großes Vertrauen in die junge LED-Technik zu herrschen. Die Vorteile sind vielfältig: Selbst wenn man den Beamer völlig über die Maße nutzen wollen würde, muss man sich um den Austausch der Lampe nicht die geringsten Sorgen machen. Mehr als 20 Jahre halten die LEDs bei einer kontinuierlichen Nutzung von 4 Stunden an 7 Tagen in der Woche. Rechnet man die Kosten des Lampentausches auf die Gerätekosten, erscheint der Preis des LG PF80G plötzlich mehr als annehmbar. Neben diesem offensichtlichen Vorteil ist die Zeit zwischen Einschalten und Bildwiedergabe absolut beeindruckend (6 bis 7 Sekunden). Kaum ein aktueller Smart-TV ist nur im Ansatz ähnlich schnell. Unabhängig von der Auflösung hatten LED-Beamer bisher mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Ein technisch bedingt erweiterter Farbraum hat den Projektoren den Ruf der Bonbonbomber eingebracht. Hier ist der Neuling den Kinderschuhen entwachsen. Es wird durchweg eine natürliche Farbwiedergabe geboten. Er deckt den Farbraum nur leicht erweitert ab, die gängigen Filmnormen und sRGB nach Kalibrierung sogar nahezu perfekt.
Gaming mit dem LED Projektor
Wenn es ans Zocken geht, verzerrt die Interpretation unendlicher Datenkolonnen häufig die Wahrnehmung. Um dem entgegen zu wirken, wurde hier statt Latenzen zu messen dem subjektiven Eindruck der Tester vertraut-gerade bei einem Beamer, dessen Zielgruppe kaum Pro-Gamer sind, sondern viel mehr Unterhaltungsspieler, die einem unübertrefflichem visuellen Erlebnis gerne den Vorzug geben. Das Testszenario ist schnell erklärt: Lass möglichst viele Menschen möglichst viel Zeit mit möglichst vielen verschiedenen Spielen und dem Beamer verbringen. Ein kleiner Auszug aus der Liste der Spiele: Die Battlefield-Reihe, Wolfenstein, Metro: Last Light, die Fallout-Reihe, Borderlands 2, Counter Strike Source, Jagged Alliance 2, Teso, Diablo 3, Quake 3, WoW, Far Cry 3, Tomb Raider, CoD, Thief, Anno, Tropico 5, Minecraft, Crysis 3, CIV, Assassin's Creed, Grid 2, Freelancer und viele, viele mehr. Damit ist nur ein kleiner Teil der angezockten PC-Titel genannt. Darüber hinaus wurde eine breite Fülle an Konsolen getestet. Was letztere betrifft, waren nur zwei Kandidaten auffällig, beide in Bezug auf das Hochskalieren. Besonders Mario Kart auf der N64 wird beim Hochskalieren derart verunstaltet, dass es erst nach einiger Eingewöhnung spielbar ist. Auf der anderen Seite steht die Xbox One. Diese ist zwar nagelneu, muss jedoch aufgrund der schwachen Rechenleistung der neuen Konsolengeneration ebenfalls auf die Hochrechnungskunst des Beamers vertrauen. Hier geschieht dies allerdings mit Bravour. Der Bildeindruck ist dem auf aktuellen TV-Geräten mindestens ebenbürtig.
Auf dem PC entscheiden das Spiel und die Empfindlichkeit des Spielers über die Bewertung. Bei sehr schnellen Shootern wie Quake 3 mag man über die Reaktionsgeschwindigkeit streiten dürfen. Aber gängige Online-Shooter wie CSS oder die Battlefield-Reihe lassen sich völlig einwandfrei spielen. Besonders viel Spaß macht das natürlich auf dem Sofa. Hier empfiehlt es sich, einen Controller zu nutzen, bestens funktionieren die Xbox 360 Controller mit Wireless-Modul.
Bild- und Audioqualität
Bei einer unterstützten maximalen Bilddiagonale von bis zu 3,05 Metern ist es ratsam, Abstand zu wahren. Im Test hat sich eine Diagonale von 100 Zoll (254 cm Diagonale) als perfekter Kompromiss zwischen Lichtausbeute, Pixeldichte und Größe herausgestellt. Sollte man eine Konsole sein eigen nennen, kann man sich auf einen vierer Splitscreen mit einer jeweiligen Spielfeldfläche von 50 Zoll freuen. Dies betrifft allerdings nur den Einsatz als Heimkinobeamer. Während die Größe für Spiele und Film ideal ist, mindert die rein größenbedingte Pixeldichte trotz der herausragenden Schärfe die Lesbarkeit im Produktivbetrieb enorm. Um kurz über die Nachrichten zu lesen oder sich in sozialen Medien zu betätigen, reicht die Pixeldichte bei solchen Größen jedoch völlig aus. Eine Powerpoint-Präsentation bringt das Gerät im mobilen Einsatz nicht mal ins Schwitzen. Auch weil der integrierte Player mit allen gängigen Office-Formaten zurechtkommt. Einzig die Pixeldichte stellt einen gravierenden Nachteil dar. Bei 100 Zoll bleiben noch 22 ppi (zum Vergleich: 32 Zoll FullHD = 68.8 ppi, 27 Zoll WQHD = 108.8 ppi). Irritierend ist, dass das schnelle Scrollen gelegentlich zu kurzen Bildfehlern führt. Ein Verhalten, dass bei Filmen und Spielen mit einer Ausnahmeniemals zu Tage tritt. Einzig Tropico 5 produziert ähnliche Störungen beim vertikalenScrollen über die Karte. Aber selbst das macht auf der Größe so viel Spaß, dass ich es nicht mehr auf dem Monitor spielen wollen würde.
Bei einem Projektor spielen die Umgebungsbedingungen eine besonders große Rolle. Sowohl die Raumgröße und -form als auch die Projektionsfläche an sich entscheiden über Gedeih und Verderben im Heimkinovergnügen. Eine weiße Wand zu nutzen sollte eine Übergangslösung bleiben, denn der qualitative Gewinn durch eine wertige Leinwand kann nicht überschätzt werden.
Die angegebenen 1.000 ANSI-Lumen verfehlt der Beamer mit grob 600 ANSI-Lumen. Selbst die noch etwas geringere Ausbeute im Eco-Modus bleibt aber immer noch hell genug, um in verdunkelter Umgebung punkten zu können. Zudem sinkt durch den Energiesparmodus die Lärmemission deutlich. Ein Einsatz im grellen Tageslicht ist jedoch schwer vorstellbar. Sollte man die optimale Diagonale von 100 Zoll umsetzen wollen, ergibt sich ein Abstand zwischen drei und vier Metern zur Leinwand. Dieser stimmt nicht exakt mit den Angaben in der Herstellertabelle überein. Daher empfiehlt es sich dringend, die Entfernung zu testen bevor der Bohrer angesetzt wird. Ein weiterer Fallstrick, sollte man das Gerät mit dem Computer verbinden wollen, ist in der Einstellung der Bildübermittlung von Beamer und Grafikkarte. Auf Seiten des Computers sollte die Overscan Einstellung auf 0% stehen. Je nach Vorlieben können hier auch die Bildverbesserer abgestellt werden. Am Beamer selbst sollte dann in der Formatauswahl »Just Scan« ausgewählt werden. Somit ist eine Übertragung von Pixel zu Pixel gewährleistet und es kann mit der Montageplanung begonnen werden.
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