Exkurs Leinwandbau
Bevor mehrere tausend Euro in eine Leinwand fließen, sollte der Eigenbau bedacht werden. Der einfachste Weg ist es, sich einen fertigen Keilrahmen mit den gewünschten Maßen von 100 Zoll in der Diagonale zu bestellen. Man sollte den Rahmen um eine Maskierung erweitern. Diese erhöht den Kontrast spürbar. Bei 100 Zoll Sichtfläche muss also ein 120 Zoll Rahmen erworben werden. Als nächstes kann wie oben beschrieben eine Projektionsfolie gewählt und bestellt werden. Sollte die Wahl auf ein nicht ganz blickdichtes Modell gefallen sein könnte noch Bühnenmolton geordert werden.
Bis das Paket kommt, muss ein Holztacker gekauft werden (inkl. 300 Nadeln). Zudem braucht ihr zwei Hakenschrauben und zwei Dübel mit Schrauben, um den Beamer zu befestigen. Ist der Rahmen da, muss der Molton und danach der Projektionsstoff aufgezogen werden. Alleine ist das kaum zu schaffen. Sucht euch auf jeden Fall eine helfende Hand. Das Ganze relativ engmaschig mit dem Tacker an der Rückseite fixieren. Unbedingt darauf achten, dass eine glatte Oberfläche entsteht. Für die Maskierung gibt es aus dem Fotobedarf schwarze Klebestreifen, die am Rahmen das Licht schlucken. Das erhöht nicht nur den Kontrast sondern verzeiht zudem kleine Ausrutscher bei der Justierung des Beamers. Beim Aufkleben des Rahmens unbedingt darauf achten, dass die Sichtfläche einem Verhältnis von 16:9 entspricht. Zum Schluss das Ganze nur noch im Wasser aufhängen. In einem Arbeitstag ist das zu schaffen. Es lohnt sich. Das Ergebnis aus dem Bericht könnt ihr euch im zugehörigen Testvideo bestaunen. Dort liegen die Kosten bei unter 300 Euro. Mit der Leinwand ist der Löwenanteil der Arbeit getan. Bedenkt bei der Planung auf alle Fälle auch, dass ihr Kabel zum Beamer verlegen müsst. Deutlich ausführlichere Anleitungen sind überall im Netz zu finden. Achtung: Das mitgelieferte Stromkabel, ein sogenannter »Mickey Mouse« Kaltgerätestecker, misst unverständlicherweise nur 1,5 Meter. Längere Kabel sind selten im Einzehandel erhältlich und müssen bestellt werden.
Die Inbetriebnahme ist recht simpel. Wie erwähnt können alle Bildverbesserer ausgeschaltet werden. Dann kann bereits die Bildqualität des Standardmodus in der Werkseinstellung überzeugen. Als kleiner Nerd kommt man natürlich um eine Kalibrierung nicht herum. Hier bietet der Beamer zahllose Einstellungsmöglichkeiten, die mit Highlights wie der Einzelfarbkorrektur selbst versierte Nutzer ansprechen. Mit etwas Geduld steht einer normalen Wiedergabe der sRGB- oder HD-Normen nichts im Weg. Hat man keine Kalibrierungssonde wie den Spider zur Hand, kann man trotz der sehr zufriedenstellenden Werkseinstellung mit Kalibrierungs-DVDs erstaunliche Verbesserungen erzielen. Bedenkt aber dabei, dass ihr bei einer Kalibrierung meist ein wenig an Leuchtkraft einbüßt. Im Zuge des Tests ist mir neben den alten Bekannten wie den Burosch-Testbildern vor allem die »Disney WOW: World of Wonder«-Kalibrierungs-Blu-ray sehr positiv aufgefallen. Die Anleitungen sind sehr verständlich und effektiv.
Ob mit Standardeinstellung oder kalibriert mit 24p, der erste Film ist ein Erlebnis. Einzig das Schwarz würde ich mir etwas tiefer wünschen. Das ist allerdings meiner Leinwandwahl mit einem Gain von 1,2 zu verdanken.
Konnektivität
Im Vergleich zu anderen Full HD-Beamern in diesem Preissegment muss sich der Kleine keinesfalls vor den Großen verstecken. Die Farben überzeugen vor allem durch die natürlichen Hauttöne im Kontrast zur idealen Saturierung. Das alles ohne Übersättigung.
Schnelle Schwenks werden wahlweise nach Einstellung durch mein geliebtes 24p Ruckeln oder durch eine exzellente Zwischenbildberechnung quittiert. Diese neigt bei exzessivem Einsatz gelegentlich zu Bildfehlern. In jedem Fall bietet die Diagonale und der Projektionsflair echtes Kinofeeling. Eine vernünftige Surround-Anlage sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen.
Ohne einen der konventionellen Eingänge zu nutzen, kann das Gerät auch drahtlos mit Hilfe von WiDi und Miracast gespeist werden. Auch für eine Verbindungsmöglichkeit zum LAN oder WLAN ist gesorgt. Ergänzend kann auch ein USB-Stick genutzt werden. Der integrierte Player kommt neben den bereits genannten Office-Formaten zudem mit allen gängigen Audio- und Video-Formaten zurecht. Doch eigentlich ist die gelungene Integration wenig im Vergleich zu den Möglichkeiten mit Miracast und WiDi. Ist das Android-Smartphone oder ein Wireless-Display-fähiges Gerät verbunden, kann es ganz ohne Kabel gemütlich über den Beamer genutzt werden. Mit einem LG G2 hat das wunderbar geklappt. Einzig beim schnellen Scrollen durch Bilder ist es gelegentlich zur Bildung von Artefakten gekommen. Wie einfach sich die Kommunikation mit dem Handy gestaltet, könnt ihr auch im zugehörigen Video sehen. Als Mario Kart-Fan muss ein Beamer für mich aber auch Möglichkeiten für fast ausgestorbene Standards bieten. Glücklicherweise ist ein AV Anschluss für die N64 vorhanden. Mehr noch: Beim Mobilitätstest hat sich herausgestellt, dass der interne Lausprecher durchaus mehr kann als nur für eine spontane Mario Kart Runde herzuhalten.
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