Design, Verarbeitung und Handling
Auf besagtem Fokusring trägt der Kleine stolz vor sich heran, was in ihm steckt: Full-HD ist dort zu lesen. Doch der Projektor ist nicht nur ein sehr kompakter Full-HD-Beamer, sondern gehört zudem als erster seiner Art der Gattung der kompakten Full-HD-LED Projektoren an. Eine Revolution in Anbetracht der entfallenden Lampenwechsel sowie der daraus folgenden Ersparnisse. Dazu passt auch der genügsame Stromverbrauch: Im Eco-Modus reichen 60 Watt.Weniger schön sind die teilweise auffällig stark variierenden Spaltmaße. Diese fallen glücklicherweise erst bei näherer Betrachtung auf. Gewicht und Maße sind für einen Full HD-Beamer erstaunlich gering. In diesem Umfeld ist er der Kleinste. Bezieht man die portablen Projektoren mit einer nativen Auflösung von 1360*768 mit ein, dreht sich das Bild. Sein Vorgänger, der PA70G, ist deutlich kleiner. Zu beachten ist allerdings, dass das Netzteil bei der aktuellen Generation integriert ist.
Mit Blick auf die versprochenen Leistungsdaten ist man versucht, den Beamer eher als zu klein zu betrachten. Soweit die Versprechungen von 1.000 ANSI-Lumen und einem hohen Kontrast gehalten werden, wäre jeder Millimeter gerechtfertigt. So oder so ist weder die Größe noch das Gewicht ein Faktor, der den Transport beeinträchtigen würde. Der Projektor ist klein genug für einen herkömmlichen Rucksack oder eine etwas größere Hand-, Akten-, beziehungsweise Laptoptasche. Aber wie soll der Projektor darin transportiert werden? Zum Lieferumfang des Pf80G gehören trotz unverbindlicher Preisempfehlung von 1.349 Euro weder eine Schutzhülle noch eine Schutzabdeckung für die Linse. Auch die für Kratzer anfällige Lackierung ist schwer mit dem Anspruch der Portabilität zu vereinen. Ein Umstand, der dem gewagten Spagat zwischen vollwertigem Full-HD-Heimkinobeamer im schicken Gewand und dem rationalen mobilen Arbeitsgerät geschuldet ist. Prinzipiell ist der Versuch, ein Gerät universeller zu gestalten, kein schlechter. Allerdings wird die Konstruktion dadurch in keinem Fall einfacher.
Je nach Einsatzort wird der Beamer von der Ferne oder direkt am Gerät bedient. Dafür bringt der Hybride sowohl eine Fernbedienung in ordentlicher Verarbeitung als auch eine beleuchtete Touchoberfläche auf der Oberseite des Gehäuses mit. Als Feature kommt diese nicht nur schick im Einheitsweiß daher, sondern ist im Ruhemodus gänzlich unsichtbar. Die Touchelemente funktionieren einwandfrei, wenn auch nicht absolut zuverlässig. Einen Tausch gegen konventionelle Schalter dürfte aber jeder, der dem Design in einem Guss etwas abgewinnen kann, kategorisch ablehnen. Die Fernbedienung deckt den Funktionsumfang ebenso lückenlos ab. Der Bedienung zuträglich ist zudem der angenehm straffe Druckpunkt der Knöpfe.
Zu gefallen weiß auch die aufgeräumte Menüführung. Bis man jedoch für das wahre Kinovergnügen jedwede Bildverbesserer eliminiert und die 24p Ausgabe aktiviert hat, kann eine kleine Ewigkeit vergehen. Gerade da der Beamer ohne 3D Wiedergabe eher an Kinopuristen gerichtet ist, wäre es schön gewesen, wenn der Modus auch als solcher funktionieren würde. Ein Umstand, der in Anbetracht der umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten verblasst. Hier ist für jeden was dabei. Soviel vorweg: Was die Farbwiedergabe angeht, ist selbst die Werkseinstellung im Standardmodus über alle Zweifel erhaben.
Bevor die ersten Bilder auf die Leinwand gezaubert werden, geht es erst mal an die Installation: Hier wird der Preis für das kompakte Gehäuse gezollt. Sowohl für die feste Montage an Wand oder Decke als auch für den Einsatz in variablen Umgebungen wäre eine Zoomfunktion unschätzbar wertvoll. Nicht nur auf eine solche muss man verzichten, sondern auch auf einen Lensshift. Ergo ist der Beamer auf den Millimeter genau zu platzieren, um die gewünschte Leinwandgröße zu erreichen. Damit bleibt es dem Nutzer überlassen, ob er sich lieber mit dem Qualitätsverlust durch eine softwareseitige Trapezkorrektur abfinden will, oder den Beamer in stundenlanger Millimeterarbeit justiert. Doch selbst wenn man diese Einbußen bereitwillig in Kauf nimmt, bleibt immer noch die Problematik, dass die Variabilität in der Höhe der Aufstellung trotz genannter Korrektur gering ist. Erschwerend kommt hinzu, dass eine horizontal schräge Projektion gänzlich unmöglich ist.
Kurzum: Für den Einsatz als Heimkinoprojektor geht kein Weg an der perfekten Positionierung vorbei. Da die wenigsten Wohnzimmer zufällig perfekt mit der Abstandstabelle von LG harmonieren werden, bleibt die Deckenhalterung in den meisten Fällen die einzige Option. Hier entscheidet der Leidenswille und das zur Verfügung stehende Budget über die Strapazen bei der Montage. Ich persönlich habe mich für die 60€ No-Name Variante entschieden. Den masochistischen Weg also. Ein zeitaufwendiger Fehler.
Im portablen Einsatzist das Fehlen der optischen Korrekturen ebenfalls ein Wermutstropfen. Oft muss in widriger Umgebung ein Kompromiss gefunden werden. Die geringe Variabilität des Gerätes ist hierfür alles andere als eine gute Voraussetzung. Zu bedenken gilt es allerdings, dass im mobilen Einsatz die pixelgenaue Bildwiedergabe weniger im Vordergrund steht. Viel relevanter scheinen da schon die Komplexität der Inbetriebnahme und Bedienung. Zusammen mit der Konnektivität sind das Teile der Stärken des Testgerätes. Im zugehörigen Testvideo wird das Zeitintervall zwischen Aufbau des Beamers und vollständiger Nutzbarkeit in fremder Umgebung gestoppt. Mit zwei Minuten, von Öffnen des Rucksacks über den Aufbau bis zur Wiedergabe der Urlaubsbilder von einem Miracast-fähigen Handy, wird hier eine Glanzleistung abgelegt.
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