Samsung und LG machen einen Rückzieher: Für den größten OLED-Nachfolger sieht es gerade schlecht aus

Zwei Tech-Riesen drosseln ihr Investment, denn sie sehen Probleme, die sich nicht so schnell beheben lassen.

Micro-LED vor dem Aus? 2018 war Samsung überzeugt von The Wall. (Bild: Samsung, jd-photodesign - adobe.stock.com) Micro-LED vor dem Aus? 2018 war Samsung überzeugt von The Wall. (Bild: Samsung, jd-photodesign - adobe.stock.com)

Mehrere OLED-Nachfolger wurden längst in Stellung gebracht, einer davon bereits 2018: Vor sechs Jahren stellte Samsung auf CES in Las Vegas The Wall vor, einen modularen Micro-LED-TV, dessen Technologie OLED langfristig in die Schranken weisen sollte.

Seitdem ist viel Wasser den Han-Fluss in Seoul hinab geflossen. Laut Techradar ziehen die beiden koreanischen Tech-Riesen LG und Samsung ihr Investment aus der Micro-LED-Entwicklung zum Teil zurück.

Warum das wichtig ist: Mit The Wall von Samsung und den transparenten TVs beider Hersteller gelten die Koreaner als Vorreiter in Sachen Micro-LED. Sollten diese Geld aus ihren Projekten ziehen, könnte das ein wichtiger Richtungsweiser für die Zukunft der Technologie sein.

Im Detail: Zwar wollen Samsung und LG Micro-LED weiter im Auge behalten (so FlatPanelsHD), sich aber nicht mehr zu sehr darauf fokussieren.

  • Samsung wird nicht wie geplant die Produktion erhöhen.
  • LG hat die Größe der Forschungsteams an Micro-LED verringert und erwägt, mehr Entwickler auf OLED anzusetzen.

Warum ist Micro-LED ein Problemkind? Das hat laut Techradar mehrere Gründe.

  • Die Technologie entwickelt sich nicht schnell genug weiter.
  • Micro-LED-Geräte sind zwar günstiger geworden, die Preise bewegen sich allerdings immer noch im sechsstelligen Bereich.
  • Micro-LED ist limitiert auf riesige Panels und ist damit für den häuslichen Gebrauch (noch) zu groß.

Das größte Problem ist allerdings ein anderes. Micro-LEDs haben ihre Effizienz nicht verbessert, während die OLED-Technologie (und Mini-LED) seit 2018 immer besser wurde.

Techradar schreibt, dass Branchenanalysten von Omdia vorhergesagt haben, dass die Preise für Micro-LED-Panels bis 2027 um etwa 75 Prozent sinken würden – doch ein Jahr später gibt es dafür noch keine Anzeichen.

Das hat Samsungs seinen Partnern erzählt: Die koreanische Wirtschaftszeitung ETNews berichtet, dass Samsung der Meinung ist, dass die Produktionskosten um satte 90 Prozent gesenkt werden müssen, um Micro-LED für den Hausgebrauch rentabel zu machen.

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Maxe Schwind
Maxe Schwind

Meinung des Experten: Ich habe 2018 The Wall live auf der CES gesehen und natürlich hatten wir Journalisten unzählige Fragen an die Profis. Viel konnten uns die Samsungianer damals nicht sagen und der Tech-Riese wirkt auch 2024 noch ein wenig ratlos, was Micro-LED betrifft.

Doch ist diese Meldung ein Grund, den Abgesang auf Micro-LED anzustimmen?

Nein, soweit würde ich nicht gehen. Andere Firmen wie TCL setzen in China mittlerweile auf Micro-LED und Samsung und LG bestimmen den Markt natürlich nicht allein. Es sieht momentan schlecht aus, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen, dass wir bis Ende des Jahrzehnts Micro-LED-TVs im Wohnzimmer stehen haben. Ja, die Entwicklung geht langsamer vonstatten, aber eingestellt ist sie auch nicht.

Und wenn der kommerzielle Durchbruch kommen sollte, werden wir modulare und deutlich besser skalierbare TVs für jeden Geschmack und jedes Wohnzimmer haben. 

Wir sprechen uns also nach 2030 wieder …

Was haltet ihr von Micro-LED? Könnte das die Bildschirmtechnik der Zukunft für TVs und Monitore sein? Schreibt es in die Kommentare!

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