Streaming hat unseren Filmkonsum stark vereinfacht. Mit unseren Smart-TVs und Streaming-Sticks starten wir die App eines Services und haben freie Auswahl an abertausenden Filmen und Serien (was einen persönlichen Traum von mir zerstört hat).
Da stellt man sich unweigerlich die Frage: Lohnen sich 4k-Disks eigentlich noch? Eine Frage, welche auch die Heimkino-Community umtreibt (Reddit). Lasst uns das mal von der technischen Seite aus betrachten. Ich lasse dabei bewusst die Angebotsgröße und Handhabung außen vor.
Fakt: Disks sind besser
Technisch betrachtet sind 4K-UHD-Scheiben die bessere Wahl für jeden Filmfan. Im Grunde lässt sich der Nachteil von Streaming – selbst, wenn man das teuerste Abo besitzt – auf ein Kernproblem herunterbrechen.
- Streaming-Anbieter komprimieren die Bandbreite der Inhalte, um die Dateigrößen zu verringern.
Was bedeutet das? Ihr bekommt am Ende trotzdem noch 4K-Inhalte mit Dolby Atmos (sofern vorhanden und durch euer Heimkinosystem unterstützt), aber eben nicht mit derselben Qualität, da die Bitrate vermindert ist. Die Dateien werden nicht nativ abgespielt, sondern komprimiert.
Die durchschnittlichen Bitraten sind:
- Streaming-Dienst: ca. 17 Mbit/s
- Apple TV+: ca. 26 Mbit/s
- DVD: bis zu 10 Mbit/s
- Blu-ray: bis zu 40 Mbit/s
- UHD-Blu-ray: bis zu 128 Mbit/s
Im Mittel lässt sich sagen: Streaming kommt ungefähr auf ein Viertel bis ein Drittel der Bitrate von Disks.
Wie eine niedrige im Vergleich zu einer hohen Bitrate wirkt, seht ihr anhand dieses Videos:
Link zum YouTube-Inhalt
Auch Fakt: Es kommt auf das Set-up an
Der Top-Kommentar aus dem obigen Reddit-Thread bringt es auf den Punkt.
Ich stelle fest, dass der Klang größer und voller und das Bild sogar besser ist, wenn ich physische Medien verwende als beim Streaming. Aber wenn du kein hochwertiges Fernseh- und Audiosystem hast, lohnt es sich wahrscheinlich nicht.
Noch einmal: Technisch betrachtet sind Scheiben qualitativ immer besser. Besitzt man zu Hause allerdings einen 40-Zoll-Fernseher ohne weiteres Audiozubehör, wird man den Unterschied zwischen Disk und Streaming kaum wahrnehmen.
- In Sachen Bild ist vor allem die Bitrate das dominante Merkmal. Wie sich eine gute gegen eine schlechte Bitrate ausspielt, habt ihr im Video oben gesehen.
- In Sachen Ton wird beim Streaming ebenfalls komprimiert. Auf Scheibe bekommt ihr verlustfreies Audio und das oftmals in unterschiedlichen Dateiformaten.
Muss man für gute Qualität ein Top-Heimkino haben? Tatsächlich nicht. Schon eine Soundbar und ein Subwoofer reichen aus, um die bessere Audioqualität zu bemerken.
Im Falle von Fernsehern spielt die Größe in diesem Fall eine maßgebliche Rolle. Je größer das Display, desto mehr wird euch die Bitrate ins Auge fallen.
Ein Set-up muss nicht teuer sein
Klar, preislich kann ein UHD-Player nicht mit einem 30-Euro-Streaming-Stick mithalten. Wer dennoch auf höhere Qualität im Heimkino setzen will, findet gute UHD-Blu-ray-Player bereits für rund 160 Euro, wie den Panasonic DP-UB154EG (Amazon). Besitzer einer Xbox One S/X oder PlayStation 5 (Pro) mit Laufwerk sind ohnehin fein raus und können Disks darüber abspielen.
Beim Ton müsst ihr ebenfalls nicht sehr tief in die Tasche greifen. Für unter 100 Euro könnt ihr den Klang eures TVs aufmöbeln, was sich durch den Einsatz von Disks nur noch mehr lohnt.
Und auch Fernseher werden immer größer und besser. Was ihr beim Kauf eines Riesen-TVs beachten solltet, habe ich bereits in einem Artikel zusammengefasst.
Unterm Strich lohnt sich die Anschaffung eines UHD-Blu-ray-Players und Disks, wenn ihr Film- und Serienfans seid, großen Wert auf Qualität legt und das nötige Set-up besitzt oder bereit seid, euch eines zuzulegen. Andernfalls seid ihr auch mit dem gängigen Streaming-Angebot gut bedient.
Wie schaut ihr zu Hause Filme: Heimkino oder über den Rechner? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.







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