Wackelige Statik
Enttäuscht bin ich bislang von der Stabilität der Konstruktion. Einige größere Flächen hängen über mehrere Schritte hinweg an einer einzigen Noppe. Wenn man dann spätere Segmente aufsetzt, biegt sich die Struktur durch. Besonders bei der Montage des Daches kam es zum Frust.
Um die Dachplatte fest auf den Trägern zu verankern, muss ich Druck ausüben. Genau dieser Druck führt dazu, dass im darunterliegenden Bereich fast zwangsläufig Teile abbrechen - ärgerlich.
Dabei ist die Klemmkraft der Elemente für sich genommen höher als bei Lego. Das macht Korrekturen schwierig. Die Steine sind ein bisschen zu fest verbunden und lassen sich ohne das beiliegende Trennwerkzeug kaum wieder voneinander lösen.
Ein zentraler Teil des Hauptrahmens ist der vertikale Aufzug. Leider offenbart sich hier eine spürbare Schwachstelle. Der Fahrstuhl kommt komplett ohne Elektronik aus und wird rein manuell über eine Zahnrad-Kurbel an der Seite betrieben.
0:45
Lumibricks zeigt die Funktionen vom Western Bank Heist - und davon gibt es haufenweise
Das wäre an sich kein Problem, doch die Mechanik neigt zum Verkanten. Der Fahrstuhl ist etwas zu leicht konstruiert, um durch sein Eigengewicht glatt nach unten zu gleiten. Im oberen Bereich bleibt die Kabine regelmäßig hängen, sodass man händisch nachhelfen muss.
Zudem ist der Innenraum der Aufzugskabine etwas zu eng bemessen. Eine Minifigur in den Aufzug zu stellen, ist bisher nur mit sehr viel Fummelei möglich.
Die Minifiguren überzeugen auf den zweiten Blick
Während Lumibricks und viele andere Klemmbaustein-Hersteller bei den Gebäuden und Fahrzeugen längst mit Lego mithalten können oder den Marktführer sogar übertrumpfen, kommen die Minifiguren oft weniger gut bei Käufern an.
Auch im Fall von Lumibricks ist die Optik der vier Figuren Geschmackssache. Der runde Torso wirkt im ersten Moment seltsam und weicht vom gewohnten Bild ab - die Charaktere wirken dadurch übergewichtig. Dennoch überzeugen die gestochen scharfen Aufdrucke auf Vorder- und Rückseite. Eine Figur hat sogar bedruckte Beine.
Die Details sind beachtlich, der Look Cyberpunk-typisch. Ganz rechts steht das Hologramm, das sich auch in der Bauanleitung zu Wort meldet.
Die kurvige Form der Arme wirkt auf den ersten Blick ungewohnt, fühlt sich für mich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit aber überraschend natürlich an.
Ein anspruchsvolles Fundament mit viel Potenzial
Das Grundgerüst des Lumibricks Game Stack hat alle Anzeichen für ein sehr schickes Sammlerstück. Hervorragende Steine-Qualität, durchdachte Kabelverlegung und die düstere Optik ohne Sticker-Inflation sprechen klar für den Kauf, vom ökonomischen Preis von 140 Euro mal ganz abgesehen.
Allerdings erfordert der Aufbau Geduld, da die teils wackelige Struktur und die hakelige Aufzugmechanik die Nerven beanspruchen. Für Einsteiger ist dieses Set definitiv nichts, meine Frau und ich stöhnten mehr als einmal genervt auf, wenn wir mal wieder einen vermeidbaren Fehler gemacht hatten.
Im zweiten Teil meines Aufbauberichts widmen wir uns nächste Woche den einzelnen Themenmodulen: Ich baue für euch die Retro-Arcade und weitere Stores zusammen und komplettiere das Set. Erst dann wird sich zeigen, wie gut das Kontaktsystem für die Stromübertragung funktioniert und für wie viel Stimmung die 23 LEDs in der futuristischen Vergnügungsmeile sorgen.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.