Nach mehr als vier Jahren bin ich vom MacBook Pro zum MacBook Air gewechselt, mein erstes Fazit: Ich brauche definitiv kein Pro mehr

Tickt ihr ähnlich, spart euch den Aufpreis zum Pro.

Mein MacBook Pro mit M1-Pro-Chip geht in Rente. Wie so oft bei Tech ist ein Wechsel mit Kompromissen behaftet. (Bild: Patrick S.GameStar Tech, korkeng
Adobe Stock, Apple) Mein MacBook Pro mit M1-Pro-Chip geht in Rente. Wie so oft bei Tech ist ein Wechsel mit Kompromissen behaftet. (Bild: Patrick S./GameStar Tech, korkeng /Adobe Stock, Apple)

Ich habe mein MacBook Pro in den vergangenen viereinhalb Jahren bis aufs Äußerste ausgereizt. Ob Schreiben, Bildbearbeitung, Schneiden oder sogar Spielen: In vielen Belangen war der Laptop ein verlässlicher Begleiter – und ist es heute noch.

Doch die Zeit kennt auch bei technischen Geräten keine Gnade. Inzwischen reicht eine Akkuladung nicht einmal mehr für eine Zugfahrt nach München, die mindestens vier Stunden dauert. Und bei Apple kostet ein Akkuwechsel satte 300 Euro!

Im Schnittprogramm macht sich das Alter ebenfalls bemerkbar. Je länger und komplexer das Projekt wird, desto mehr Geduld verlangt der Laptop mir ab.

Nun bin ich seit zwei Wochen mit dem MacBook Air M5 unterwegs und kann ein erstes Fazit ziehen. Für ein Pro bin ich nicht Profi genug.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Autor Patrick ist bei der Wahl seines Smartphones und anderer Geräte flexibel. Bei Laptops ist für ihn jedoch ein Mac alternativlos, auch wenn in der Vergangenheit nicht immer alles glatt lief.

Die Tastatur und Shortcuts sind tief in seinem Muskelgedächtnis verankert. Zudem laufen viele seiner wichtigsten Programme nur unter Mac. Ein Wechsel zu Windows wäre wie ein Neustart.

Vom MacBook Pro zum Air

Im Alltag gibt es in puncto Performance zwischen den beiden Geräten keinen Unterschied zu melden. Texte schreiben und Bildbearbeitung sind für mein altes Pro auch nach all den Jahren absolut gar kein Thema. Wer hier auf einen spürbaren Unterschied hofft, irrt.

Die Spreu vom Weizen trennt sich bei mir im Schnittprogramm Final Cut Pro. Hier macht sich das Upgrade so richtig bemerkbar. Beim Schneiden eines 8-minütigen Videos mit mehreren Spuren und Effekten ist der M1 Pro nicht mehr so geschmeidig.

Nicht falsch verstehen: Videos schneiden ist an sich auch auf dem ollen M1-Pro-Chip kein Problem. Abhängig vom Projekt lädt nur alles langsamer. (Bild: Patrick S.GameStar Tech) Nicht falsch verstehen: Videos schneiden ist an sich auch auf dem ollen M1-Pro-Chip kein Problem. Abhängig vom Projekt lädt nur alles langsamer. (Bild: Patrick S./GameStar Tech)

Das Einfügen von Clips, das Verschieben von Elementen und das Hinzufügen von Effekten zur Timeline erfordert mitunter ein paar Sekunden Geduld. Es funktioniert eben nicht mehr nahtlos. Anders als beim MacBook Air mit M5-Chip. Hier erfolgt alles nahezu sofort.

Deutlich gravierender fällt der Unterschied beim Export des Clips in 4K (H.264) aus:

  • Das alte MacBook Pro lässt mich 10:18 Minuten warten.
  • Beim MacBook Air M5 erscheint die Datei bereits nach 03:51 Minuten.

Eigentlich sollte mich das Ergebnis nicht überraschen, immerhin liegen knapp viereinhalb Jahre zwischen den Laptops. Das zeigt sich auch in den Benchmarks.

Geekbench CPU Single Core
MacBook Air M5

  • Bewertung
MacBook Air M5
4169
MacBook Pro M1 Pro
2332
  • 0
  • 840
  • 1680
  • 2520
  • 3360
  • 4200

Geekbench CPU Multi Core
MacBook Air M5

  • Bewertung
MacBook Air M5
17027
MacBook Pro M1 Pro
9189
  • 0
  • 3600
  • 7200
  • 10800
  • 14400
  • 18000

Geekbench GPU
MacBook Air M5

  • Bewertung
MacBook Air M5
40548
MacBook Pro M1 Pro
35042
  • 0
  • 8200
  • 16400
  • 24600
  • 32800
  • 41000

Sowohl im Single- als auch im Multi-Core-Test erreicht das MacBook Air M5 fast die doppelte Punktzahl. Lediglich im GPU-Bereich ist der Unterschied zwischen diesen beiden Geräten auf Papier nicht gravierend.

In absehbarer Zeit werde ich nicht mit extrem leistungszehrenden Videoformaten (etwa RED) arbeiten oder stundenlange Dokumentationen drehen. Sprich: Die Leistung des Airs ist für meine Anforderungen absolut ausreichend.

Die Specs im Vergleich
Hier aufklappen
MerkmalMacBook Air M5 (2026)MacBook Pro M1 Pro (2021)
ChipApple M5, 10-Core CPU, 8- oder 10-Core GPU, 16-Core Neural Engine
Hardware-Raytracing,
153 GB/s Speicherbandbreite
Apple M1 Pro, je nach Modell 8- oder 10-Core CPU
14- oder 16-Core GPU, 16-Core Neural Engine
200 GB/s Speicher­bandbreite
Display13,6 Zoll Liquid Retina, 2560 x 1664, 500 Nits, P3, True Tone14,2 Zoll Liquid Retina XDR, 3024 x 1964, ProMotion, Mini-LED, HDR;
16,2 Zoll Liquid Retina XDR, 3456 x 2234, ProMotion, Mini-LED, HDR
500 Nits (SDR)
1.000 Nits (HDR), 1.600 Nits Peak
Arbeitsspeicher16 GB
24 GB
32 GB
16 GB
32 GB
Speicher512 GB bis 4 TB SSD512 GB bis 8 TB SSD
Kamera12 MP Center Stage Kamera1080p FaceTime HD-Kamera
Anschlüsse2× Thunderbolt 4
Kopfhörer­anschluss
MagSafe 3
3× Thunderbolt 4, HDMI, SDXC-Kartenslot, MagSafe 3, Kopfhöreranschluss
FunkWi‑Fi 7, Bluetooth 6Wi‑Fi 6, Bluetooth 5.0
AkkuBis zu 18 StundenBis zu 17 Stunden beim 14-Zoll, bis zu 21 Stunden beim 16-Zoll
Gewicht und MaßeHöhe: 1,13 Zentimeter
Breite: 30,41 Zentimeter
Tiefe: 21,5 Zentimeter
Gewicht: 1,23 Kilogramm
Höhe: 1,55 Zentimeter
Breite: 31,26 Zentimeter
Tiefe: 22,12 Zentimeter
Gewicht: 1,6 Kilogramm

Kompromisse: Was beim Air fehlt

Das »Pro« im Namen der Geräte steht allerdings für mehr als nur die vergleichsweise bessere Leistung der jeweiligen Generation (und teilweise darüber hinaus).

Angefangen beim Display:

  • Anstatt der modernen Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung müsst ihr euch beim MacBook Air mit einer klassischen LED-Beleuchtung begnügen, die deutlich schwächere Schwarzwerte bietet.
  • Zwar unterstützt das MacBook Air HDR-Inhalte, liefert aber kein echtes High Dynamic Range. Hier fehlt die Spitzenhelligkeit, wie sie das MacBook Pro etwa bietet.
  • Neben der geringeren Auflösung beträgt die maximale Bildwiederholrate zudem 60 statt 120 Hertz.

In den eigenen vier Wänden stellt der Rückschritt für mich aber kein Problem dar. Der Laptop hängt in der Regel am Monitor.

Die Unterschiede beim Display sind nicht so gewaltig, hängen aber mitunter vom Inhalt ab – Stichwort HDR. Hier punktet klar das MacBook Pro. (Bild: Patrick S.GameStar Tech) Die Unterschiede beim Display sind nicht so gewaltig, hängen aber mitunter vom Inhalt ab – Stichwort HDR. Hier punktet klar das MacBook Pro. (Bild: Patrick S./GameStar Tech)

Vielmehr fehlen mir die großzügigen Anschlüsse meines alten Pros. Das MacBook Air hat zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse, einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss und MagSafe. Ende.

Beim alten Pro zähle ich hingegen drei Thunderbolt-4-Anschlüsse, einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss, eine HDMI-Buchse, einen SD-Kartenleser und MagSafe.

Gerade der fehlende SD-Kartenleser schmerzt. Meine Fotos und Videos muss ich mithilfe eines Dongles auf den Mac ziehen. Wenn mein Air an einen Monitor angeschlossen ist, wird es mit nur noch einem weiteren verfügbaren Anschluss schnell eng.

Das sind die Kompromisse, die man beim Air gegenüber dem Pro in Kauf nehmen muss.

Video starten 15:01 iPad (Pro) oder MacBook? Diese Unterschiede müsst ihr 2026 kennen

Das Air reicht mir trotz der Kompromisse

Ausgehend vom aktuellen Straßenpreis bekommt man das MacBook Air M5 für rund 950 Euro (10 Core CPU, 8 Core GPU). Das MacBook Pro mit 14 Zoll ist für 1.480 Euro zu haben (10 Core CPU, 10 Core GPU).


Hier geht es zum Test: MacBook Pro M5 im Test: Laptop-Perfektion mit unerwarteten Sparmaßnahmen


Neben den zuvor genannten Unterschieden gibt es einen weiteren: Das Air-Modell hat keine Lüfter und wird passiv gekühlt. Das MacBook Pro mit M5-Chip wird also unter Dauerlast besser performen, da die Leistung durch die Wärmeentwicklung im Gehäuse weniger gedrosselt wird.

Die 520 Euro Aufpreis lohnen sich für mich persönlich trotzdem nicht. Das liegt einerseits an meinen Ansprüchen, andererseits auch an meinem Workflow. Entweder arbeite ich direkt am Laptop oder an einem Ultrawide-Monitor. Da mir dieser eine externe Bildschirm völlig ausreicht, stört mich auch die Port-Knappheit im Alltag nicht.

Die Fenster verschiebe ich mit dem entsprechenden Shortcut nach links und rechts auf dem Bildschirm. So nutze ich den zweiten USB-C-Port primär für eine externe Festplatte oder den Adapter für die SD-Karte, also für den Datentransfer.

MacBook Neo 13
MacBook Neo 13
Trotz der Preiserhöhung von Apple noch ein verdammt guter Deal.
799 €

Mir ist natürlich bewusst, dass diese geringe Anzahl an Steckplätzen oder die Leistung des Airs für viele nicht infrage kommt. Und das ist okay. Ihr seid eben die Zielgruppe der Pro-Modelle.

Ich für meinen Teil habe gemerkt, dass das MacBook Air besser zu mir und meinen Anforderungen passt. Ein MacBook Pro wäre in meinem Fall schlichtweg überdimensioniert.


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