Smartphone und PC in Gefahr? Wie gut ihr mit Magneten wirklich aufpassen müsst

Eine Furcht, die sich in vielen Köpfen bis heute hält. Stellen Magnete wirklich eine Gefahr für eure heimische Elektronik dar? Wir klären auf!

Es gibt zahlreiche Hardware-Mythen da draußen, viele davon sind unwahr. Das haben wir euch bereits im Rahmen mehrerer Artikel rund um die geläufigsten PC-Irrtümer bereits erläutert. Einem Mythos gehen wir heute gesondert auf den Grund, nämlich der Auswirkung von Magneten auf PC-Bauteile, Fernseher, Smartphones und andere Unterhaltungselektronik.

Nüchtern betrachtet ist die Sachlage klar: Magnetismus kann negative Auswirkungen auf Geräte haben, insbesondere im Hinblick auf permanenten Datenverlust. Warum ihr euch im alltäglichen Leben aber dennoch überhaupt keine Sorgen machen müsst, erfahrt ihr jetzt.

Die Dosis macht das Gift

Wer bislang daran geglaubt hat, dass Magneten tatsächlich zur schnellen Datenlöschung auf Festplatten taugen (ein Tipp, der immer wieder zu lesen ist) oder Monitore zerstören können, kann aufatmen. Die uns alle im Alltag umgebenden Magneten sind bei weitem nicht stark genug, um einen Schaden zu verursachen.

Wie so oft ist es eine Frage der Dosis. Ein anschauliches Beispiel ist das heimische WLAN. Die kabellose Übertragungstechnologie nutzt die gleiche Funkfrequenz wie eure Mikrowelle, nämlich 2,4 GHz. Das heißt aber eben nicht, dass ihr euch den Auflauf vom Vortag aufwärmen könnt, wenn ihr den Router daneben stellt. Dafür reicht die Stärke der Strahlung nicht aus.

Auch wenn es wirklich cool wäre: Mit einem WLAN-Router lassen sich die Köstlichkeiten vom Vortag leider nicht aufwärmen. Auch wenn es wirklich cool wäre: Mit einem WLAN-Router lassen sich die Köstlichkeiten vom Vortag leider nicht aufwärmen.

So verhält es sich auch mit handelsüblichen Magneten. Von denen gibt es viele: in Handyhüllen, am Kühlschrank haftend, am Whiteboard im Büro und noch an vielen weiteren Stellen. Sogar eure Elektronik selbst beherbergt oftmals die vermeintlich ach so gefährlichen Magnete, was die Antwort auf die Frage nach potenziellen Auswirkungen naheliegend macht.

Solange ihr nicht in der Nähe von industriellen oder medizinischen Hochleistungs-Magneten arbeitet, braucht ihr euch um die Sicherheit eurer Geräte keine Sorgen zu machen.

Was Magnete wirklich bewirken

Aber was passiert denn nun, wenn Magnete in die Nähe unserer heimischen Geräte kommen? Schauen wir uns dafür doch einfach mal ein paar Beispiele genauer an:

  • Monitore: Alte Röhrenmonitore benutzten intern verbaute Magneten für die Bildanzeige, weshalb Fehler auftreten konnten, wenn man einen Magneten in der Nähe platzierte. Moderne LCD- und LED-Monitore funktionieren aber komplett anders und reagieren somit nicht auf Magnete.
  • Notebooks: Im Innern der mobilen Rechner kommen ebenfalls Magneten zum Einsatz, unter anderem bei Festplatten und Lautsprechern. Auch hier ist nicht mit Schäden zu rechnen.
  • CDs/DVDs: Was für Flash-Speicher gilt, ist auch bei den klassischen Speichermedien der Fall. CDs und DVDs müssen nicht in ständiger Angst vor Magneten leben, sondern können ganz entspannt bleiben.
  • Flash-Speicher: SSDs, USB-Sticks und Co. speichern ihre Daten ohne magnetische Einflüsse. Deshalb könnt ihr hier mit einem Magneten auch nichts ausrichten.

USB-Sticks, SD-Speicherkarten und Co. können aufatmen: Magnete sind für sie völlig harmlos. USB-Sticks, SD-Speicherkarten und Co. können aufatmen: Magnete sind für sie völlig harmlos.

  • Smartphones: Ausgerechnet bei euren liebsten Alltagsbegleitern gibt es ein aber in der Antwort. Bleibende Schäden habt ihr keine zu befürchten, aber ein Magnet kann dafür sorgen, dass interne Komponenten wie die Sensoren für den Kompass kurzzeitig durcheinandergebracht werden.
  • Übertragungskabel: Solange ein Kabel ummantelt ist, zeigt es sich unbeeindruckt von einem Magneten. Exemplare ohne Abschirmung zeigen aber ebenfalls nur leichte Schwankungen in der Qualität des übertragenen Signals.
  • Festplatten: Nein, ein handelsüblicher Magnet, den man aus dem Büro stibitzt hat, ist kein Geheimtipp für das Löschen eurer privaten Daten. Wisst ihr, wer im Innern eurer HDD dafür sorgt, dass sich die Lese- und Schreibköpfe immer korrekt ausrichten? Richtig, ein Magnet. Dieser Glaube entstammt wohl noch der Zeit, als man Disketten in der Tat ruck-zuck mit einem Magneten löschen konnte.

Wo müsst ihr aufpassen? Es gibt einige Geräte, bei denen ihr in der Tat darauf aufpassen müsst, sie nicht einem zu starken Magnetfeld auszusetzen. Dazu zählen EC-/Kreditkarten, Herzschrittmacher, Hörgeräte sowie mechanische Uhren. In all diesen Fällen kann ein zeitweiliger oder dauerhafter Defekt nicht ausgeschlossen werden, was gefährlich werden kann.

Weitere Mythen und was dahintersteckt erfahrt ihr in einer unserer Spezialausgaben zu diesem Thema:

Auch wenn ihr nicht Magneto heißt, interessiert uns eure Meinung zu diesem Thema brennend: Habt ihr schon selbst spannende Experimente mit Magneten angestellt? Oder waren die Entwarnungen in diesem Artikel gar neu für euch und ihr habt bislang stets in dem Irrglauben gelebt, höllisch aufpassen zu müssen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

zu den Kommentaren (21)

Kommentare(18)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.