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Seite 2: Mario & Luigi: Brothership im Test: Ein tolles Rollenspiel für die Switch mit einem enorm nervigen Makel

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Ein Spektakel, das sich nach einigen Stunden trotzdem allmählich zäh anfühlt. So schön die Team-Animationen von Mario und Luigi auch ausschauen, beim hundertsten Hammerschlag möchte ich einfach nur den Feinden eins auf die Mütze geben und dann weiterziehen.

Was jedoch spätestens in den Kämpfen auffällt: Mario & Luigi: Brothership sieht spitze aus! Für Nintendo-Switch-Verhältnisse natürlich, aber dennoch: Die bildschirmfüllenden Effekte knallen, Marios und Luigis Animationen sind butterweich und die vielfältigen Inseln Konektanias strotzen vor Details.

Abwechslungsreiche Weltreise mit Tourismus-Flair

Konektania ist aufgrund seines Zustands freilich keine Open World. Trotzdem fühlen sich die einzelnen Inseln angenehm weitläufig an. Im Pausenmenü lässt sich jederzeit die Karte zurate ziehen, notwendig ist das aber dank der einprägsamen Gestaltung der Eilande aber nicht. Wenn ich doch mal nicht weiterkomme, steht mein fliegender Begleiter Wattz parat.

Von klassischen Tropeninseln über dichte Dschungel bis hin zu in bonbonfarben gehüllte Steinwüsten wird einiges an optischer Abwechslung geboten. Dadurch entsteht eine kindliche Neugier, wie wohl die nächste Insel ausschaut - und schon sind wieder zwei, drei Spielstunden rum!

Es lohnt sich auch immer wieder, bereits besuchten Inseln einen erneuten Besuch abzustatten. Denn dank neuer Fähigkeiten erreicht das Heldengespann plötzlich bislang unzugängliche Areale, die mit wertvollen Belohnungen locken.

Erkundung Überall auf den Inseln gibt es kleine Geheimnisse zu entdecken, etwa diese flinken Energiewesen, die später im Spiel sehr nützlich werden.

Teamwork Oft kommen Mario und Luigi nur voran, wenn sie als Team vorgehen.

Rätsel Die Rätsel im Spiel sind in der Regel nicht besonders schwer, aber angenehm kurzweilig.

Optik Die Grafik von Brothership holt so ziemlich alles aus der Switch raus. Die Bildrate liegt meist stabil bei 30 FPS.

Nützliche Karte Wenn ihr mal die Orientierung verliert, könnt ihr jederzeit die Karte aufrufen.

Neue Wege Je weiter ihr im Spiel vorankommt, desto mehr Areale auf zuvor besuchten Inseln werden zugänglich.

Insgesamt beschäftigt euch Mario & Luigi: Brothership rund 20 Stunden. Wenn ihr jeden noch so kleinen Winkel Konektanias erkunden wollt, könnt ihr auch die 25-Stunden-Marke erreichen, mehr aber auf keinen Fall. Das klingt nach einem prall gefüllten Abenteuer mit Gameplay satt, die Wahrheit sieht aber nicht ganz so rosig aus.

Verflixt und zugenäht, jetzt lass mich endlich spielen!!

Mario und Luigis neues Abenteuer macht so viel Spaß, dass ihr mit Leichtigkeit tief ins Geschehen eintauchen und alles um euch herum vergessen könntet - wenn euch das Spiel nur lassen würde.

Das Fluchen in der Zwischenüberschrift kam mir nicht nur einmal über die Lippen. Seht es mir also nach, wenn ich im Folgenden emotional werde: Meine Güte, wie oft dieses Spiel mich unterbricht, es ist nicht auszuhalten!

Fünf Meter laufen. Zwischensequenz. Fünf Meter laufen. Dialog. Fünf Meter laufen. Unnötiger Kameraschwenk, um mir zu zeigen, wo ich hin muss.

Die ständigen Wiederholungen ziehen Dialoge unnötig in die Länge. Die ständigen Wiederholungen ziehen Dialoge unnötig in die Länge.

Überhaupt: Das Spiel hält mich offenbar für begriffsstutzig. Anders kann ich mir die teils fast schon unfreiwillig komischen Dialoge nicht erklären. Stellt euch das so vor:

NPC 1: Wir müssen Denundden auf Insel Soundso finden, der uns einen Hammer besorgen kann.

NPC 2: Ja, weil wir nur mit einem Hammer diesen Felsen aus dem Weg räumen können.

Kameraschwenk auf den Felsen.

NPC 1: Diesen Felsen dort, den wir nur mit einem Hammer zerstören können?

NPC 2: Ja, mit dem Hammer, den wir bei Denundden auf Insel Soundso finden.

NPC 1: Alles klar! Also, Mario und Luigi, ihr müsst den Felsen kaputt machen.

Kameraschwenk auf den Felsen.

NPC 2: Am besten besucht ihr Denundden. Ihr findet ihn auf der Insel Soundso. Der gibt euch einen Hammer. Um den Felsen zu zerstören.

Kameraschwenk auf den Felsen.

Das ist weitaus weniger überspitzt, als mir lieb wäre. Kinderfreundlichkeit hin oder her: Ich brauche nicht alle naselang unnötig langatmige Dialoge und Hinweise. Dass mir das Spiel alle paar Meter wieder die Zügel aus der Hand nimmt und mich zum Zuschauen verdammt, bringt mich auf die Palme.

Vielen Dank, liebes Spiel. Ohne diesen Dialog wäre ich an meiner Ratlosigkeit verzweifelt. Vielen Dank, liebes Spiel. Ohne diesen Dialog wäre ich an meiner Ratlosigkeit verzweifelt.

Der Spielfluss leidet enorm darunter. Das ist jammerschade, weil das Gameplay so, so viel Spaß macht. Aber dieser befriedigende Sog, den wir alle uns von guten Videospielen erhoffen, entsteht nur höchst selten. Im späteren Spielverlauf wird es zumindest etwas besser, präsent bleibt das Problem aber weiterhin.

Mario & Luigi: Brothership könnte mit Leichtigkeit mein liebstes Nintendo-Rollenspiel werden, noch vor Paper Mario 2. Aber dieses Händchenhalten geht mir tierisch auf den Senkel und euch wird es auch so gehen, es sei denn, ihr seid auch heute noch dafür dankbar, wenn euch jemand im Bus das Stempeln des Fahrscheins erklärt - bei jeder Fahrt aufs Neue, wohlgemerkt.

Trotzdem habe ich Brothership binnen weniger Tage durchgespielt. Zwar mit vor Wut pochender Schläfe, vor lauter Knirschen bereits abgeschliffenen Zähnen und unterbrochen von unschönen verbalen Gefühlsausbrüchen, aber am Ende blicke ich dennoch auf eine richtig schöne Zeit in Konektania zurück. Wenn das nichts Positives über Marios und Luigis neues Switch-Abenteuer aussagt, was dann?

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