Josh Boone hat genug von Marvel. Der Regisseur wollte einst mit The New Mutants den ersten waschechten Horrorfilm des DC-Konkurrenten umsetzen. Düstere Amtosphäre, gruselige Handlung, Monster, das volle Programm.
Als der Film am 28. August 2020 im Kino landete, war von der einstigen Vision nicht mehr viel übrig. Gründe dafür gibt es mehrere, die Josh Boone nun in einem neuen Interview auch freigiebig mit der Welt geteilt hat.
Für ihn steht fest: Es war eine traumatische Erfahrung - wenn auch mit Lichtblicken.
Wenigstens der Cast war super
Im Gespräch mit The Direct erinnert sich der Regisseur zurück an den chaotischen Dreh von The New Mutants:
Es ist schwer, weil es so traumatisch war. […] [20th Century Fox] wurde während der Dreharbeiten verkauft, und als sie beschlossen, den Film zu veröffentlichen, kam die Pandemie. […] Ich hatte eine wundervolle Zeit. Ich liebe die Darsteller sehr, aber das zu machen ... Es hat so viele Jahre gedauert, und letztendlich war das Ergebnis unbefriedigend.
Die Dreharbeiten zum X-Men-Spin-off starteten bereits im Frühjahr 2017 und zogen sich inklusive mehrerer Nachdrehs bis ins Jahr 2020 hinein. Das hatte zur Folge, dass die Darstellerinnen und Darsteller im Laufe des Films (unter anderem Anya Taylor-Joy, Charlie Heaton, Maisie Williams) sichtlich alterten.
Auch von der Horror-Story blieb bis auf die Grundidee nicht viel übrig. Statt des angestrebten Ab-18-Ratings reichte es in Deutschland am Ende nur noch für eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Der 2017 erschienene erste Trailer versprach uns noch ein knallhartes Grusel-Spektakel:
2:00
X-Men: The New Mutants - Erster Horror-Trailer mit Game of Thrones-Star Maisie Williams
Die Kinofassung war in Sachen Gewaltgrad deutlich heruntergeschraubt. Weite Teile der Handlung wurden überarbeitet oder nachträglich beim Schneiden des Films neu arrangiert, sodass von der ursprünglichen Vision nicht viel übrig blieb:
Wir konnten nicht wirklich den Film drehen, den wir drehen wollten. Wir haben nur die Hälfte des Films gedreht, den wir drehen wollten.
Die Änderungen entstanden offenbar aus dem Wunsch des Studios heraus, dass der Film ein größeres Publikum anspricht und die aus dem Ruder gelaufenen Produktionskosten von rund 80 Millionen US-Dollar wieder einspielt. Daraus wurde nichts: Am Ende reichte es an den Kinokassen nur für magere 49 Millionen US-Dollar. The New Mutants wurde ein großer Flop.
Auch Kritiker und Fans fanden an The New Mutants nicht viel Freude. Bei Rotten Tomatoes kommt der Film auf einen mageren Zuschauer-Score von gerade mal 55 Prozent, während sogar nur 36 Prozent aller Pressekritiken positiv ausfallen.
Zweite Chance? Nein, danke!
Nach Avengers: Secret Wars im Jahr 2027 möchte sich Marvel auch im MCU verstärkt den Mutanten widmen. Ob sich Josh Boone dafür noch einmal eine Rückkehr auf den Regiestuhl vorstellen könnte? Seine Antwort fällt klar aus: Ich werde das niemals wieder machen.
Der nächste Film rund um die X-Men nimmt derzeit Gestalt an. Geplant ist der Release derzeit für das Jahr 2027. Die Regie übernimmt Jake Schreier, der zuletzt für Marvel den bei Kritikern hochgelobten Streifen Thunderbolts gedreht hat. Sein Kollege Josh Boone wird Schreier wohl die Daumen drücken, dass dessen Erfahrung nicht genauso traumatisch wird.
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