Mass Effect Remaster macht vieles anders, das bedeutet es fürs Gameplay

Bioware hat in einem langen Blogeintrag sehr detailreich aufgeschlüsselt, wie sich das Gameplay in der Mass Effect Legendary Edition verändern soll.

von Fabiano Uslenghi,
07.04.2021 14:30 Uhr

Mitte November 2020 wurde die Mass Effect: Legendary Edition enthüllt. Eine Sammlung, in der alle drei Spiele der Shepard-Reihe technisch überarbeitet in einem Paket veröffentlicht werden. Vor allem der erste Teil wird darin enorm überarbeitet.

Im Februar konnten wir dann selbst einen ersten Blick auf die Neuauflage werfen und haben dabei den Entwicklern eure Fragen gestellt. Diese Antworteten mit vielen Versprechungen und großen Plänen:

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Eure Fragen zu Mass Effect Legendary Edition beantwortet

Dabei kam heraus, dass die Mass Effect: Legendary Edition mehr sein soll, als ein Grafik-Update. Auch das Gameplay soll sich ändern. Was das aber im Detail bedeutet, behielten die Entwickler erst einmal für sich. Jetzt haben sie in einem Blogeintrag erstmals konkrete Informationen mit der Öffentlichkeit geteilt. Was die Änderungen also für das eigentliche Spiel bedeuten, erfahrt ihr hier:

So wird das Gameplay verändert

Vor allem der erste Teil wird mit dem Release der Legendary Edition überarbeitet. Einmal, da sich das Spiel heutzutage nicht mehr so wirklich dynamisch anfühlt. Aber auch, damit die Spielerfahrung von Teil zu Teil nicht zu sehr voneinander abweicht. Es soll sich alles mehr wie aus einem Guss anfühlen. Die Gameplay-Änderungen unterteilen sich dabei in drei Bereiche:

1. Allgemeine Änderungen

Da Kämpfe im ersten Teil laut der Entwickler noch viel stärker von klassischen Rollenspiel-Mechaniken wie zufälligen Würfelergebnissen bestimmt wurde, fühlten sich die Kämpfe deutlich träger an als später. Dem wirken die Entwickler jetzt entgegen. Gleichzeitig versucht man, das Spielgefühl nicht komplett zu entfremden. Damit das gelingt, hat sich das Team für folgende Änderungen entschieden:

  • Shepard kann jetzt auch außerhalb von Kämpfen sprinten.
  • Nahkampfangriffe werden nicht mehr automatisch ausgelöst.
  • Die Präzision und Handhabung von Waffen wurde verbessert. Präzisionsgewehre verziehen nicht mehr, der Fadenkreuz-Bloom wird kontrollierter, über Kimme und Korn zu zielen wurde verbessert und die Zielunterstützung beim Erfassen wurde verbessert.
  • Alle Gegner erleiden jetzt zusätzlichen Kopftreffer-Schaden, früher waren davon nur einige wenige Feinde betroffen.
  • Munitionsmods wie Anti-Organik und Anti-Synthetik werden auch auf hohen Spielstufen immer gedropt und können bei Händlern gekauft werden.
  • Alle Waffen können ohne Einschränkung von jeder Klasse genutzt werden. Spezialisierungen bleiben aber auf die Klasse beschränkt.
  • Waffen kühlen schneller ab.
  • Die Abklingzeit von Medigel wurde reduziert, die Vorzüge von Stufenaufstiegen erhöht und Liaras Abklingbonus erhöht.
  • Besseres Inventar: Ihr könnt Objekte als Schrott markieren und diese dann alle auf einmal umwandeln oder verkaufen. Außerdem gibt es eine Sortierfunktion.
  • Die Balance einiger Fähigkeiten wurde überarbeitet.
  • Waffenkräfte wurden verbessert, indem die Stärke vergrößert wurde und die Hitze sich bei Aktivierung zurücksetzt.

Mass Effect: Legendary Edition - Das ist wirklich neu im Remaster 10:33 Mass Effect: Legendary Edition - Das ist wirklich neu im Remaster

2. Spezifische Änderungen

Es wurden auch ein paar speziellere Anpassungen vorgenommen, die sich meist nur auf einem bestimmten Bereich des Spiels beziehen. Doch auch hier wird hauptsächlich das Gameplay in den actionreichen Kämpfen überarbeitet. Zu den spezifischen Änderungen gehören:

  • Truppenmitglieder können auch im ersten Mass Effect unabhängig befehligt werden.
  • Bosskämpfe im ersten Teil wurde angepasst, um fairer zu sein. So etwa auf Noveria: Der Raum ist jetzt weniger beengt und Spieler werden nicht mehr andauernd durch Biotik-Fähigkeiten rumgeschleudert.
  • Die Deckung wurde in allen drei Teilen verbessert. Es gibt an einigen Stellen mehr Deckungsmöglichkeiten und ihr kommt leichter in die Deckung oder wieder heraus.
  • Erfahrungspunkte im ersten Teil wurden neu ausbalanciert. Damit soll die Verteilung in allen drei Teilen gleich sein. Damit sollen Spieler auch in einem Durchgang hohe Stufen erreichen können. Es gibt außerdem keine Obergrenze mehr.
  • In Mass Effect 2 wird jetzt mehr Munition fallen gelassen.

3. Der Mako

Im ersten Mass Effect konnten wir als Shepard regelmäßig in unserem sechsrädrigen Mako über die Oberflächen meist recht kahler Planeten cruisen. Das steuerte sich nur in der Regel sehr ungelenk. Hier haben die Entwickler auch angepackt. Im Detail bedeutet das:

  • Die Fahrphysik wurde verbessert, damit der Mako mehr Gewicht hat und nicht so oft hüpft oder schlittert.
  • Die Kamerasteuerung wurde verfeinert um die Präzision zu erhöhen.
  • Schilde laden sich jetzt schneller auf.
  • Es gibt neben den Jetpack-Düsen jetzt auch ein neues Triebwerk für einen Geschwindigkeitsboost.
  • Der Mako gibt euch keine EP-Strafe mehr, wenn ihr darin Gegner über den Haufen ballert.
  • Lava lässt eine Mission nicht mehr sofort scheitern, sondern fügt dem Mako nach und nach Schaden zu.

Es wurden auch noch kleinere Verbesserungen am Gameplay übernommen. Teilweise waren diese auch schon bekannt. So etwa die Möglichkeit, die weibliche Shepard aus Mass Effect 3 auch schon in den ersten beiden Spielen auszuwählen. Über diese Details haben wir bereits in unserer Übersicht zu den größten Änderungen geschrieben:

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Alle Spiele tragen zu einem guten Ende bei

Mass Effect 3 wurde vor allem aufgrund seines Endes von Spielern kritisiert. Zu wenig Einfluss hatten unsere Entscheidungen in den ersten beiden Teile auf den Abschluss der Trilogie, stattdessen spielten zusätzliche Modi wie der Multiplayer eine große Rolle. In der Legendary Edition ist das anders.

Bioware hat dafür gesorgt, dass Multiplayer und Companion-App keinen Einfluss mehr darauf haben, wie gut die Milchstraße auf ihre letzte Schlacht gegen die Reaper vorbereitet ist. Beides gibt es zu Release auch gar nicht. Der Multiplayer könnte aber noch folgen.

Stattdessen wirken sich abgeschlossene Missionen aus den ersten beiden Teilen auf die »Galaxy At War«-Mechanik aus. Wer etwa jede Menge Inhalte in den ersten beiden Teilen abschließt, braucht in Teil drei weniger, um eines der besten Enden zu erhalten. Wer aber nur Teil drei spielt, muss quasi alles erledigen.

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