Update vom 25. März
Infolge der Kündigungswelle bei Epic entlädt sich in der Fortnite-Community Wut und Enttäuschung. Für besonders großen Unmut sorgen die Geschichten mehrerer bekannter Entwickler, die in den sozialen Medien offen über ihre Entlassung sprechen:
Ratet, wer heute entlassen wurde. Ich bin fassungslos und verwirrt, weil ich die letzte Woche damit verbracht habe, das Rivalry System zu debuggen, während ich mich von einer Lungenentzündigung erholte. In den letzten Tagen haben mir mehrere Chefs gesagt, wie sehr sie schätzen, was ich tue.
Kinney gilt als besonders engagierter Fortnite-Entwickler. Ein Mitglied der Community kommentiert: »Es bricht einem das Herz: Ich habe sein Social Media angeschaut und er postet ständig über neue Items und Änderungen und unterstützt sie leidenschaftlich.«
Ich bin nach zwei Jahren bei Epic Games entlassen worden. Falls euch Maps wie C7S2 oder C6S3, die Karte zu The Simpsons oder IP-Kollaborationen wie KPop Demon Hunters, Superman, South Park oder Doja Cat gefallen haben – ich war die Lead Environment Art und Environment Concept Produzentin dafür.
Dugre gilt unter Kennern von Fortnite als Design-Legende und hat an äußerst populären Seasons mitgewirkt. Ein Mitglied der Community kommentiert: »So viel Liebe und Mühe reingesteckt und das ist der Dank dafür?«
Es ist seltsam, nach 11 Jahren arbeite ich nun plötzlich nicht mehr bei Epic. Es war ein wilder Ritt und hatte seine Höhen und Tiefen. Fortnite vom Pre-Launch-Status bis heute zu verfolgen und dabei mitzuarbeiten, war die Reise meines Lebens. Ich hoffe, dass alle entlassenen Kollegen wieder auf die Beine kommen.
Naymushin ist der Schöpfer der legendären Figur Jonesy, die seit jeher das Cover von Fortnite ziert. Seit 2005 arbeitet er als Character Artist in der Branche. Ein Mitglied der Community kommentiert: »Heilige Scheiße, das wird ja immer schlimmer.«
Auch Epic-Boss Tim Sweeney steht persönlich in der Kritik. Unter anderem werfen ihm Fans vor, an Content Creator bis zu 50.000 Dollar täglich für Promo-Aktionen zu bezahlen und gleichzeitig festangestellte Entwickler zu entlassen. Auch die kürzliche Anhebung der Preise für Mikrotransaktionen sowie zunehmende Investments in den KI-Sektor stehen in der Kritik.
Originalmeldung vom 24. März:
Die Nachrichten über massenhafte Kündigungen in der Gaming-Branche reißen weiterhin nicht ab. Jetzt trifft es Epic, die Firma hinter dem Welterfolg Fortnite, Entwickler der Unreal Engine und Betreiber des Epic Store. Das berichtete zuerst Gaming-Journalist Jason Schreier:
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Wie eine Nachricht von CEO Tim Sweeney bestätigt, werden über 1.000 Mitarbeiter der Firma ihre Jobs verlieren. Der Grund dafür liege in einem fortlaufenden »Rückgang beim Engagement von Fortnite«, der 2025 begonnen habe. Es ist die zweite größere Welle von Kündigungen des Unternehmens seit 2023, als 830 Menschen entlassen wurden.
Von der Massentlassung betroffene Mitarbeiter sollen ein Abfindungspaket erhalten, das mindestens vier Monatsgehälter umfasst, so Sweeney.
PLUS
1:11:27
PlayStation 5, Epic Store, Crunch & mehr: Der Zustand der Spiele-Industrie
Warum die Kündigungen?
Man sehe sich zu tiefgehenden Einschnitten gezwungen, um die Firma finanziell stabil zu halten, so das Statement. Neben den Kündigungen sollen Einsparmaßnahmen im Umfang von 500 Millionen US-Dollar vorgenommen werden. Dazu zählen Aufträge, Marketing und die Streichung einiger offener Stellen.
Drei Fortnite-Modi werden im Zuge der Ankündigung abgeschaltet:
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Warum Epic sich trotz des immensen Erfolgs von Fortnite zu diesen radikalen Schritten gezwungen sieht, erklärt der CEO einerseits mit generellen Probleme in der Branche, wie zum Beispiel verlangsamtem Wachstum, schrumpfenden Ausgaben von Spielern und höheren wirtschaftlichen Kosten sowie einem stärker umkämpften Marktumfeld durch andere Entertainment-Formen.
Andererseits stehe Epic vor ganz speziellen Herausforderungen – darunter schwankende Qualität von Fortnite-Seasons. Als »Vorreiter der Gaming-Industrie« habe man außerdem »viel in dem Kampf einstecken müssen, der sich erst nach und nach für uns und unsere Partner auszahlt«, so Sweeney. Welcher Kampf das genau ist, lässt der CEO offen.
Fortnite & UE: Ein Milliardengeschäft
Analysen zufolge generiert Fortnite allein einen jährlichen Umsatz zwischen 3,5 und 5,4 Milliarden US-Dollar und gilt damit als eines der erfolgreichsten Videospiele aller Zeiten. Im Dezember 2024 war Fortnite laut Newzoo-Daten eines der führenden Spiele in Bezug auf Umsatz und Nutzerengagement.
Ein weiterer starker Umsatzhebel: Epic erhebt eine Gebühr von fünf Prozent auf den Bruttoumsatz von allen Spielen mit Unreal Engine. Schätzungen zufolge nutzen rund 28 Prozent sämtlicher veröffentlichten Spiele inzwischen eine Variante der Unreal Engine.
Sowohl die Unreal Engine als auch Fortnite spülten wohl durchaus Profit in die Kassen: Das Gesamtvermögen von Epic-Gründer und Geschäftsführer Tim Sweeney wird laut Forbes auf rund 5-6 Milliarden US-Dollar geschätzt.
2012 hatte sich das chinesische Gaming-Gigant Tencent Anteile an Epic gesichert und hält derzeit eine Beteiligung von 28 Prozent am Unternehmen. Daneben sind unter anderem noch Sony, Lego und Disney beteiligt.

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