Apple hat auf der WWDC kaum überrascht – und trotzdem ist iOS 27 das Update, das das iPhone dringend braucht

Apple konzentriert sich zu sehr auf KI-Spielereien. Für das Unternehmen könnte dies jedoch der richtige Ansatz sein.

Selten hat mich eine WWDC so nachdenklich zurückgelassen. Trotzdem: Ein paar gute Neuerungen hat Apple vorgestellt. (Bild: Patrick S. - GameStar Tech, Apple) Selten hat mich eine WWDC so nachdenklich zurückgelassen. Trotzdem: Ein paar gute Neuerungen hat Apple vorgestellt. (Bild: Patrick S. - GameStar Tech, Apple)

Puh! Das war eine WWDC, wie ich sie selten erlebt habe. Nach knapp zehn Minuten war für mich das Wichtigste bereits gesagt: Apple arbeitet intensiv an der Performance seiner iPhones.

Den größten Knaller hat Apple dann mit einer Folie präsentiert: Selbst die bald sieben Jahre alten iPhone-Modelle werden auf iOS 27 upgraden können. Lobenswert.

Den Rest hat man schon mal irgendwo anders gehört. Nach dieser Präsentation bereue ich meinen Wechsel zu Android zumindest nicht.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Autor Patrick ist zu Android zurückgekehrt. Die ständigen Abstürze, der Ärger mit der Kamera-App und die Tastatur ließen ihn täglich nahezu verzweifeln. Eigentlich wollte er bis nach der WWDC warten, doch wie sich heute herausstellt, war dies unbegründet. Auch wenn Apple an einigen wichtigen Stellschrauben dreht, bleibt das Update hinter seinen Erwartungen zurück. Die Menüstruktur vieler Apps ist nach wie vor unnötig kompliziert. Ob die vielen Problemchen mit iOS 27 endgültig der Vergangenheit angehören, hat der Hersteller mit keiner Silbe erwähnt.

Das iPhone wird schneller, effizienter und vermutlich auch stabiler

Apple nimmt sich der Kritik an Liquid Glass an. Mit iOS 27 wird die Designsprache individueller: Ihr entscheidet, wie viel Liquid Glass ihr sehen möchtet. Ein Schieberegler erlaubt es, die Transparenz stufenlos einzustellen. Im Grunde könnt ihr sie damit vollständig deaktivieren.

Unter der Haube verspricht Apple zwar wenige, aber potenziell wirkungsvolle Änderungen. Das Betriebssystem soll grundsätzlich schneller agieren, Apps laden schneller und Fotos landen schneller in der Mediathek. Auch AirDrop wird einen deutlichen Boost erhalten, so Apple.

Die Suche in Spotlight, Mail und Fotos wird zudem hilfreicher. In Zukunft soll man zuverlässiger das finden, wonach gesucht wurde. Das neue Ranking-System in Mail zeigt parallel dazu noch relevantere Ergebnisse in den Top-Treffern an.

Die Indexierung von Spotlight läuft stabiler und effizienter, zudem werden Updates schneller eingespeist.

Das große Ganze: Wenn ältere iPhones von derartigen Performance-Verbesserungen profitieren, ist das für viele ein Riesen-Gewinn!

Über die Spotlight-Suche kann man direkt Siri bemühen. (Bild: Apple) Über die Spotlight-Suche kann man direkt Siri bemühen. (Bild: Apple)

Und das waren sie schon. Die zehn Minuten, in denen ich an Apples Lippen hing.

Apple Intelligence sowie Siri AI kommen (irgendwann)

Apple kann man in diesem Fall nur schwer einen Vorwurf machen. KI ist nach wie vor sehr gefragt. Schaut man auf YouTube, erreichen Videos zu Claude, ChatGPT und Co. ein Millionenpublikum. Die Leute wollen wissen, was sie über diese Tools noch nicht wissen.

Apple muss also jetzt liefern. Aber irgendwie kennt man das alles schon.

  • Image Playground wird wohl bald fotorealistische Bilder erstellen.
  • Das CleanUp-Tool soll störende Objekte nun sauber aus dem Bild entfernen.
  • Das Extend-Tool erweitert Bilder an den Rändern intelligent, um Motive mehr Raum zu geben.
    Auf Mac und Co. könnt ihr Apple Intelligence zudem (mehrere) Dokumente bearbeiten und aufbereiten lassen – man kennt's.

Ein paar praktische Erweiterungen gibt es aber dennoch: Die Shortcut-App wird endlich massentauglich. Über die Funktion »Beschreibe einen Shortcut« müssen Nutzer lediglich in natürlicher Sprache beschreiben, was sie automatisieren möchten.

Auf ähnliche Weise lassen sich zukünftig wohl auch eigene Erweiterungen für Safari kreieren. Zudem organisiert der Browser die offenen Tabs selbständig nach relevanten Themen und schafft so mehr Übersicht.

Und wo bleibt Siri? Siri bleibt für uns in der EU bis auf Weiteres leider wenig hilfreich. Das große Update kommt aufgrund des DMAs mit Verspätung und vermutlich nicht mehr 2026. Gut, Apple hat keinen Hehl daraus gemacht, dass man damit rechnen muss. Trotzdem ist das mindestens bedauerlich.

Zu viel KI-Spielzeug

Ich hätte mir mehr Mut und eine stärkere Dosierung der KI-Features gewünscht.

Ein Beispiel ist Spatial Reframing, das es ermöglicht, die Komposition und Perspektive eines Fotos nachträglich per Drag-and-Drop zu verschieben. Das klingt zwar technisch beeindruckend, ist aber letztlich vernachlässigbar.

Apple betont, dass die originale Szene eines Bildes respektiert wird. Ein Foto darf aber gerne auch mal handwerklich nicht perfekt sein. Gerade im Jahr 2026 stechen genau solche Bilder hervor.

Mit Spatial Reframe kann das Motiv wahlweise optimal im Bild platziert werden. Aber wozu? Gerade die vermeintlich schlechten Fotos sind heute oft die schönsten! (Bild: Apple) Mit Spatial Reframe kann das Motiv wahlweise optimal im Bild platziert werden. Aber wozu? Gerade die vermeintlich schlechten Fotos sind heute oft die schönsten! (Bild: Apple)

Natürlich freue ich mich darauf, einige der oben genannten KI-Funktionen zu testen. Allerdings zähle ich sie an einer Hand ab.

Auch wenn Apple mich mit iOS 27 nicht gänzlich überzeugen kann, halte ich es dennoch für ein wichtiges Update. Einerseits für Alle mit älteren iPhones, die nun flotter werden (Marinus hat es bereits getestet). Zum anderen ist es wichtig für Apple selbst, um im KI-Rennen mit ihrem »Privacy First«-Ansatz noch mitzumischen.

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