Meltdown & Spectre - Neuer Intel-Microcode für alle neueren CPUs

Intel hat vermutlich finalen Microcode für seine-Prozessoren von Skylake bis Coffee Lake und Xeon-CPUs veröffentlicht.

von Georg Wieselsberger,
22.02.2018 07:18 Uhr

Intel hat neuen Microcode für aktuelle Prozessoren veröffentlicht. (Bildquelle: Natascha Eibl/Public Domain)Intel hat neuen Microcode für aktuelle Prozessoren veröffentlicht. (Bildquelle: Natascha Eibl/Public Domain)

Update: Intel hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass neu entwickelter Microcode gegen die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre für OEM-Hersteller und Partner bereitgestellt wurden. Die Updates sind für Prozessoren mit den Architekturen Skylake, Kaby Lake und Coffee Lake gedacht, außerdem auch für Modelle aus den Xeon-Reihen der Core-X-Serie.

Mainboard-Hersteller können den neuen Microcode nun in aktualisierte BIOS/UEFI-Versionen integrieren und diese dann zum Download anbieten. Die offizielle Liste mit dem aktuellen Stand der Microcode-Entwicklung bietet dieses PDF von Intel. Darin ist zu sehen, dass es noch immer ganze CPU-Serien gibt, bei denen Intel noch nicht einmal über die Planungs-Phase hinaus ist. Betroffen sind davon beispielsweise Modelle der Core i7 9xx-Serie.

Update: Intel hat ein neues Update des Microcodes an seine Partner weitergegeben, das die Spectre-Sicherheitslücken in Skylake-Prozessoren wie dem Core i7-6700K schließen soll. Hier handelt es sich um keine Testversion mehr und die Updates sollten demnächst per BIOS/UEFI-Updates von Mainboard-Herstellern angeboten werden.

Für andere Prozessoren hat Intel laut seiner Mitteilung bisher nur Beta-Code, der zwar auch an Kunden und Partner weitergegeben wird, aber nur zu Testzwecken. Daher gibt es hier wohl auch noch keinen Zeitplan.

Deaktivierung sorgt für stabile Systeme

Originalmeldung: Nachdem Intel öffentlich bekanntgegeben hat, dass der erste Versuch, Prozessoren mit einem neuen Microcode vor Spectre 2 zu schützen, zu Abstürzen und Neustarts führen kann, hatte das Unternehmen seinen Partnern geraten, die bisherigen Updates nicht mehr auszuliefern und auf einen neuen Microcode von Intel zu warten.

Microsoft hat nun in einem Beitrag im Windows-Support-Bereich erklärt, dass auch laut eigener Erfahrung die durch die Updates instabil gewordenen Systeme in manchen Fällen zu Datenverlust oder beschädigten Daten führen können.

Während Intel an einem neuen Microcode arbeite, habe man nun außerhalb der regelmäßigen Updates einen neuen Patch veröffentlicht. Das Update mit dem Code KB40788130 hat nur die Aufgabe, den bisherigen Patch gegen Spectre 2 wieder zu deaktivieren. Die eigenen Tests hätten ergeben, dass dann auch die Neustart-Probleme mit Intel-Prozessoren nicht mehr auftreten.

Das Update ist für alle aktuellen Windows-Versionen gedacht, von Windows 7 mit Service Pack 1 bis hin zu Windows 10, auch für die jeweiligen Server-Varianten. Installieren sollten das Update aber nur Nutzer, bei denen tatsächlich Abstürze und Neustarts wegen des Intel-Microcodes auftreten.

Ein- und Ausschalten per Registry

Mit dem Update gibt es auch eine neue Möglichkeit für erfahrene Nutzer und Administratoren, den Schutz gegen Spectre 2 unabhängig von einem Patch wieder ein- oder auszuschalten. Die Anleitungen dazu sind im Microsoft-Beitrag verlinkt.

Laut der Meldung gibt es, Stand 25. Januar 2018, noch keine Berichte darüber, dass Spectre 2 für Angriffe gegen Microsoft-Kunden genutzt wurde. Daher sollten Windows-Nutzer laut Microsoft den Schutz wieder aktivieren, sobald Intel das Problem des »unvorhersagbaren System-Verhaltens« gelöst habe.

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