Warum ich als VR-Experte nächste Woche auf etwas Größeres als nur eine VR-Brille hoffe

Auf der Meta Connect wird es primär um Quest 3s und Horizon gehen, ich hoffe aber viel mehr auf ganz andere Hardware-Ankündigungen.

Eine günstigere Version der Quest 3 dürfte dieses Jahr im Rampenlicht der Meta Connect stehen. Meine Hoffnung liegt aber auf einer anderen Ankündigung. Eine günstigere Version der Quest 3 dürfte dieses Jahr im Rampenlicht der Meta Connect stehen. Meine Hoffnung liegt aber auf einer anderen Ankündigung.

Ende September bedeutet für mich zwei Dinge: Erstens läuft im Radio wieder vermehrt Green Day. Zweitens stellt Meta auf seiner Hausmesse Connect neue Produkte vor. Schon zum zehnten Mal bekommen wir dort Neues aus den Bereichen VR, AR und MR zu sehen.

Was dabei so gut wie feststeht: Die Meta Quest 3s löst als günstige Alternative den Millionen-Seller Quest 2 ab. Ob wir auch einen Blick auf die Quest 4 erhaschen können, ist hingegen noch unsicher. Auf jeden Fall wird es viel zu Meta Horizon zu sehen geben, auch wenn die Social-App von Meta bislang eher eintönig wirkt

Dennis Ziesecke
Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke schreibt als freier Autor für GameStar. Er ist seit vier Jahren ein ausgewiesener Virtual-Reality-Experte, denn in seinem Haus lagert so ziemlich jedes VR-Headset, das jemals erschienen ist, von der Oculus Quest bis zur Valve Index. Dennis ist zudem der Gründer von VR-Legion.de und podcastet bei Realitätsflucht - Der XR-Podcast der Zockstube über Virtual Reality.

Obwohl ich seit der Oculus Rift DK1 ein überzeugter Fan der virtuellen Realität bin, interessiere ich mich in diesem Jahr nur sehr peripher für neue VR-Hardware. Mir reicht aktuell die Qualität einer Quest 3 oder Pico 4 Ultra um Spaß zu haben. Spannender finde ich da die Entwicklungen im Bereich Augmented Reality (AR).

KI-generierter Inhalt

Was ist Augmented Reality?

Während bei Virtual Reality (VR) das gesamte Sichtfeld mit computergenerierter Grafik ausgefüllt wird, erweitert Augmented Reality (AR) die reale Welt um gerenderte Inhalte. Mixed Reality (MR) wie bei Apple Vision Pro oder Meta Quest ist hingegen eine Mischform, bei der Nutzende nicht direkt die Realität betrachten sondern eine Kameraaufnahme (Passthrough), die durch Computergrafik erweitert wird.

Die Quest Pro 2 geht, Augmented Reality kommt

AR hatte dieses Jahr einen ersten kurzen Hype. Grund dafür war der Release der Apple Vision Pro – obwohl die genau genommen gar kein AR, sondern nur Mixed Reality bietet. Kurz darauf war der Hype auch wieder weg, nachdem Nutzern die Einschränkungen des sperrigen Erstlings-Helmes bewusst wurden.

Für mich ist AR trotzdem immer noch spannend wie nie, allein wegen des Potenzials. Während ich mir das VR-Headset abends eine oder zwei Stunden zum Spielen auf den Kopf setze, soll AR die Umwelt optisch verändern und das am besten durchgehend.

Ihr könnt euch AR und MR noch nicht so richtig vorstellen? Dieses Bild dürfte helfen... Ihr könnt euch AR und MR noch nicht so richtig vorstellen? Dieses Bild dürfte helfen...

Es kommt also viel mehr auf einen kleinen Formfaktor bei gleichzeitig guter Performance und Laufzeit an. Das ist gar nicht so leicht zu realisieren, wie unter anderem Microsoft (Hololens), Google (Glass) oder Xreal (Light) bereits feststellen mussten.

Entsprechend hoch muss so ein Projekt in der Priorität eingeordnet sein, damit es überhaupt etwas werden kann – vermutlich mit ein Grund, warum Meta ein neues Pro-Modell abgesägt hat.

Die Meta Quest Pro 2 musste aber auch sterben, weil ihr Preis mit über 1.000 US-Dollar zu hoch ausgefallen wäre - für ein VR-Headset, das einer Quest 4 wohl zu sehr ähneln würde. Die eher verhaltenen Reaktionen auf Apples Vision Pro in der Nutzerschaft spielten sicherlich auch eine Rolle.

AR-Brille von Meta mit niedlichem Decknamen

Unter dem Namen Puffin entwickelt Meta nun stattdessen ein mit nur etwas mehr als 100 Gramm deutlich leichteres AR-Headset, das eher an eine klobige Sonnenbrille als eine mutierte Skibrille erinnert.

Und hier meine große Hoffnung: Wir könnten schon auf der diesjährigen Meta Connect das erste Mal etwas Offizielles zum Projekt Puffin sehen – auch wenn es wohl noch keine Vorbestellungen geben wird. Puffin soll frühestens 2027 marktreif sein und auch hier gibt es noch ein hohes Risiko, schließlich können solche Projekte auch jederzeit wieder eingestellt werden.

Die Smart Glasses von Meta und Ray Ban sind keine vollwertigen AR-Produkte - ihnen fehlt das Display. Die Smart Glasses von Meta und Ray Ban sind keine vollwertigen AR-Produkte - ihnen fehlt das Display.

Ich würde mir einen ersten Blick auf das AR-Projekt zumindest wünschen. Die Kooperation mit Ray Ban ergibt zwar stylische Brillen mit ein paar Sonderfunktionen, mein durch jahrzehntelangen Sci-Fi-Konsum verwöhnter Verstand fordert aber deutlich mehr.

Kollege Benjamin ist aber auch mit den Smartglasses von Ray Ban und Meta durchaus glücklich:

Gerade die Light AR-Brille von Xreal macht es in Teilen vor: Sie kommt bereits im korrekten Formfaktor Sonnenbrille. Dafür hakt es dort noch an der frickeligen Bedienung. Auch muss die Light AR-Brille einen Kompromiss eingehen, um den auch die Puffin nicht herumkommt.

AR ist noch nicht ausgereift, hat aber viel Potential

Was ich meine? Elektronik und Akku sind zwangsweise in eine externe und per Kabel verbundene Einheit ausgelagert. Das nervt schon noch etwas - bis die Komponenten klein genug für einen Platz im Bügel sind, dauert es aber noch.

Im Gegensatz zu Xreal muss Meta aber zumindest in Sachen Software das Rad nicht mehr neu erfinden. Aktuelle Meta-Quest-Headsets bieten bereits eine gute Fingererkennung und geben den Entwicklern dank zunehmender Mixed-Reality-Funktionen wichtige Erfahrungen bei der Entwicklung von AR-Software und -Bedienelementen.

Mixed Reality wie hier in Assassins Creed: Nexus kann ein wenig AR simulieren, mehr als ein kleiner Blick in die potentielle Zukunft ist das aufgrund des Formfaktors der Quest aber nicht. Mixed Reality wie hier in Assassin's Creed: Nexus kann ein wenig AR simulieren, mehr als ein kleiner Blick in die potentielle Zukunft ist das aufgrund des Formfaktors der Quest aber nicht.

Bisher konnte ich noch keine wirklich überzeugende AR-Hardware ausprobieren. Abgesehen vom unschönen Formfaktor kommt MR wie bei Vision Pro und Quest meinen Wünschen zumindest entfernt nahe – und bleibt dennoch ein Kompromiss, den ich nicht auf ewig eingehen möchte.

Was ein guter Anfang wäre: Eine schmale Brille mit der Option, mir bei Busfahrten Videos und beim Radfahren eine Navigationshilfe einzublenden, auf Fenstern, die sich mit mir mitbewegen, statt im Raum zu kleben.

Das ist noch ein ferner Traum, in den kommenden Jahren wird die Industrie viel miniaturisieren und erforschen müssen. Wenn ein Unternehmen durch seine Erfahrungen mit bestehender Hard- und Software aber gute Karten dabei hat, dann ist es Meta. Ein One more thing auf der Meta Connect würde genau das unterstreichen.

Wenn ihr die Connect nicht alleine sondern in Begleitung schauen wollt: Ich moderiere auf dem Youtube-Kanal von Die Zockstube eine Liveshow zur Meta-Veranstaltung, Kanalchef Patrick ist vor Ort in den USA mit dabei.

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