Am 2. Juli 2025 gab Microsoft bekannt, 9.000 Stellen zu streichen. Obwohl nicht alle Entlassungen die Xbox-Sparte betreffen, sind die Auswirkungen im Gaming-Bereich verheerend.
Die Schließung von Studios wie The Initiative sowie die Einstellung der Entwicklungsarbeiten an Titeln wie dem Perfect-Dark-Reboot und Everwild markieren einen tiefen Einschnitt. Gleichzeitig investiert der Tech-Gigant massiv in KI.
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Hier könnt ihr den Trailer zum eingestellten Perfect Dark noch einmal sehen
»Ich empfinde tiefen Schmerz«: EA-Chef kritisiert Microsofts Kurs
Eine der prominentesten und schärfsten Reaktionen kam von Sean Noguchi, dem Präsidenten von EA Japan. In einer auf X veröffentlichten Nachricht kritisierte er die kurzfristige, an Aktionärsinteressen ausgerichtete Strategie, die hinter solchen Entscheidungen stecke:
In den letzten Jahren haben insbesondere ausländische Unternehmen dazu tendiert, kurzfristige Ergebnisse aus großen Investitionen zu erzielen, und es gab viele Fälle, in denen Unternehmen die Richtung änderten, um die Erwartungen der Aktionäre zu erfüllen, bevor sie sich ausreichend Zeit dafür nahmen.
Wir betrachten diesen Bericht als ein weiteres Ereignis, das sich innerhalb einer solchen Struktur ereignet hat. Es sind die einzelnen Entwickler und Mitarbeiter, die an der vordersten Front der Entwicklung fleißig gearbeitet haben, die die Spieleindustrie tragen.
Als Mitglied der Branche empfinde ich tiefen Schmerz über diese Entscheidung. Die Frustration, etwas nicht veröffentlichen zu können, das über einen langen Zeitraum hinweg aufgebaut wurde, und die Tatsache, dass Spieler, die sich darauf gefreut haben, es nicht einmal anfassen können. Beides ist sehr enttäuschend.
Milliarden für KI, Kündigungen für Entwickler
Während tausende Mitarbeiter ihre Koffer packen müssen, investiert Microsoft massiv in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen steckt rund 80 Milliarden US-Dollar in den Aufbau riesiger Rechenzentren, die für das Training von KI-Modellen benötigt werden.
Satya Nadella, CEO von Microsoft, gab unlängst auf der Llamacon-Konferenz bekannt, dass mittlerweile rund 30 Prozent des Codes im Unternehmen von KI geschrieben werde. Auch bei Activision – ebenfalls unter Microsofts Dach – kommt KI in der Entwicklung von Call of Duty: Black Ops 6 zum Einsatz.
Intern berichten Xbox-Entwickler, dass Tools wie Copilot nicht mehr nur Unterstützung bieten sollen, sondern zunehmend menschliche Arbeitskraft ersetzen. Ein Entwickler sprach gegenüber Engadget gar von einem Versuch, mit aller Macht so viele Jobs wie möglich durch KI-Agenten zu ersetzen
.
Diese Entwicklung steht im krassen Widerspruch zur finanziellen Lage des Unternehmens. Im ersten Quartal 2025 meldete Microsoft einen Gewinn von 25,8 Milliarden US-Dollar. Die Sparte für Xbox-Inhalte und -Dienste wuchs um 8 Prozent.
Als wäre das nicht genug, folgte kurz darauf ein besonders unglücklicher Moment aus dem Hause Xbox: Matt Turnbull, Executive Producer bei Xbox Game Studios, veröffentlichte auf LinkedIn – inzwischen gelöscht – einen gut gemeinten, aber völlig deplatzierten Rat:
Link zum BlueSky-Inhalt
Entlassene Entwickler sollten doch KI-Tools nutzen, um mit der psychischen Belastung ihrer Kündigung klarzukommen. Mit Vorschlägen wie »Karriereplanung per Prompt« und »emotionale Klarheit durch KI« versuchte er, seinen ehemaligen Kollegen Mut zu machen.
Dass ausgerechnet ein Vertreter jenes Unternehmens, das durch KI tausende Stellen abbaut, den Betroffenen rät, genau diese Technologie zu nutzen, um ihre Entlassung zu verarbeiten, wirkt da fast schon zynisch.
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