Vor rund einem halben Jahr schrieb ich einen Artikel über MicroLED. Die Kurzfassung: Als MicroLED 2018 auf der CES vorgestellt wurde, war die Fachpresse – mich eingeschlossen – hin und weg. Seither hat sich leider kaum etwas getan.
Während MicroLED in die Puschen kommen sollte, zeichnet sich am Horizont schon die nächste Display-Technologie ab: NanoLED oder auch QDEL.
Was ist NanoLED?
Im Grunde genommen sind es noch sehr viel kleinere MicroLEDs. Am einfachsten lässt sich das anhand von Quantum Dots erklären. Die kleinen Partikel finden sich in so manchen LCD-TVs; das erkennt man am Namen: QLED.
Quantum Dots funktionieren so: Das Licht der LEDs der Hintergrundbeleuchtung trifft auf die davor sitzende Quantum-Dot-Schicht. Die Nanopartikel emittieren das Licht in verschiedenen Farben auf Basis ihrer Größe. Ein Farbfilter trennt das Licht dann in die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Dadurch werden dann die Pixel auf dem Bildschirm gebildet.
NanoLEDs sind im Grunde Quantum Dots, nur dass sie ihr eigenes Licht emittieren. QDEL sind also Nanopartikel mit zwei entscheidenden Unterschieden:
- Die Nanopartikel in QDEL gewinnen ihre Energie aus Elektrizität.
- Quantum Dots in QDEL leuchten von allein und sind damit näher an OLED.
Wie groß sind NanoLEDs?
In der Überschrift steht, dass NanoLEDs bis zu tausendmal kleiner sind als MicroLED. So richtig kann die Wissenschaft den Größenunterschied allerdings nicht beziffern. Das liegt daran, dass bei MicroLED »Micro« einfach nur kleiner als Mini meint, nicht aber die tatsächlichen Maße von Mikrometern besitzt.
Nano steht für eine Größe von 10 hoch (10^9) und ist noch viel kleiner als MicroLEDs. Um es in Perspektive zu setzen: Der Unterschied von einer Micro- zu einer NanoLED ist etwa derselbe wie von einem Fußball zu einem Grashalm.
Gibt es NanoLEDs schon?
Ja, aber nur als Prototyp. Auf der CES 2024 zeigte Sharp in einem inoffiziellen Termin einen seiner QDEL-Bildschirme. Digital Trends zeigte den Prototyp in einem Video.
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Bis NanoLED- oder QDEL-Bildschirm wirklich massentauglich sind, werden noch viele Jahre vergehen und die Konkurrenz schläft nicht.
Parallel wird an PeLED (Perowskit Light Emitting Diode) geforscht, zum Beispiel am belgischen Forschungszentrum Imec. Das Mineral Perowskit in einem PeLED-Display fungiert als Halbleiter und könnte dazu führen, dass Panels bedeutend höhere Stromdichten verarbeiten als OLEDs. Das würde bedeuten, dass eine deutlich höhere Spitzenhelligkeit möglich wäre.
Dato stecken die Technologien allerdings noch in den Kinderschuhen. Wie sich TVs in den nächsten 10 Jahren verändern könnten, lest ihr hier:
Bis auf Weiteres wird OLED in der Display-Nahrungskette ganz oben stehen, zumindest so lange, wie kein Durchbruch bei MicroLED oder NanoLED gelingt. Und danach müssen wir uns die Frage stellen, wie klein wir einzelne Pixel überhaupt herstellen können und ob sie einen qualitativen Vorteil bringen. Es bleibt in jedem Fall spannend zu beobachten, was wir aus unserem Display noch herausholen können.







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