Ufff. Schon wieder ein Universum, das mit einem Spin-off um die Ecke kommt. Reachers beste Freundin Neagley hat jetzt eine eigene Serie und ich musste bei der Ankündigung seufzen. Denn es gibt mittlerweile viel zu viele Franchises, die es mit ihren Auskopplungen übertreiben – siehe The Walking Dead, Marvel oder ganz besonders Yellowstone.
Nicht jede Figur und jede Story funktionieren als eigene Show. Da Neugier aber nicht umsonst mein zweiter Vorname ist, musste ich trotzdem in Neagley reinschauen. Acht Folgen später bin ich absolut verliebt in die Serie und fiebere jetzt schon einer weiteren Season entgegen.
Neagley verdient ihren großen Auftritt allemal und es gibt hier einiges zu holen: tolle Charaktere, eine düstere Atmosphäre und eine ordentliche Portion Action. Die ist zwar kein Vergleich zu Reacher, aber ich verrate euch, warum das gar kein Problem ist, sondern eine Stärke.
Warum ihr euch Neagley anschauen solltet
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Reachers beste Freundin bekommt ihre eigene Serie: Im Trailer zum Spin-off klärt Neagley jetzt einen mysteriösen Mordfall auf
Worum geht’s – kurz und knapp: Neagleys Kindheitsfreund Tommy (Jhaleil Swaby) nimmt sich scheinbar das Leben, doch dahinter verbirgt sich weitaus mehr. Frances’ (Maria Sten) Ermittlungen führen sie zu Echo Canyon, einer Sekte, bei der die Teilnehmer nach Heilung von ihren Traumata suchen.
Gemeinsam mit dem Polizisten Hudson Riley (Greyston Holt), der Sekretärin Renee (Adeline Rudolph) und dem Kleinkriminellen Keno (Jasper Jones) versucht sie, die Geheimnisse der Sekte aufzudecken und den Tod ihres Freundes aufzuklären.
Fast jede Staffel von Reacher handelt von einer großen Verschwörung, die der Hüne letztendlich enthüllt. Die darf natürlich auch bei Neagley nicht fehlen, aber ansonsten baut sich die Serie eine komplett eigene Identität auf – trotz Gastauftritt von Alan Ritchson.
Ich gebe euch fünf gute Gründe, warum ihr bei Neagley auf jeden Fall einschalten solltet und was sie richtig gut (und anders als Reacher) macht:
#1 – Neagley ist die perfekte Hauptfigur: Frances ist genau wie Jack knallhart, aber anders als er tief traumatisiert. Wie wir wissen, berührt sie andere Menschen nur, wenn sie ihnen die Kauleiste neu sortiert. Doch hinter ihrer Berührungsangst (auch Haphephobie genannt) steckt noch viel mehr. Ihre Auftritte bei Reacher haben immer nur an der Oberfläche gekratzt und wir erfahren endlich mehr über sie. Hier ist besonders spannend, wie sie mit ihrem Team umgeht und endlich beginnt, sich mit ihren Ängsten auseinanderzusetzen.
#2 – Komplexe und sympathische Nebencharaktere: Riley, Renee und Keno haben komplett unterschiedliche Hintergründe und sind nicht nur dazu da, um Neagley zur Seite zu stehen. Sie verfolgen ganz eigene Ziele, die teilweise erst im Laufe der Serie enthüllt werden. Detective Riley versucht sich zum Beispiel, als guter Cop endlich von seiner kriminellen Vergangenheit loszulösen und muss dabei immer wieder seine eigenen Grauzonen abstecken.
#3 – Neagley ist keine Herumtreiberin: So sehr ich Reachers Nomadenleben auch liebe, ich brauche keine zweite Serie, in der in jeder Staffel neue Hauptfiguren auftauchen. Ich möchte mit einem festen Team mitfiebern und mich jedes Mal darüber freuen, wenn ihre Beziehungen untereinander ein neues Level erreichen. Neagley nimmt sich die Zeit, die Verbindungen der Charaktere langsam aufzubauen, was auch perfekt zu Frances’ Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen passt. Bei Reacher musste ich hingegen schon den ein oder anderen Verlust verkraften. Die Polizisten Roscoe Conklin (Willa Fitzgerald) und Oscar Finley (Malcolm Goodwin) vermisse ich jetzt schon seit Season 1.
#4 – Die düstere Atmosphäre: Mit Lawrence Cole (Damon Herriman) bekommt die Serie einen schmierigen und größenwahnsinnigen Anführer spendiert, der die Mitglieder seiner Sekte systematisch isoliert und klein hält, um seinen eigenen Messias-Komplex auszuleben. Als wäre das nicht schon bedrückend genug, birgt seine Farm Echo Canyon selbst noch einige Geheimnisse, die mir regelmäßig einen Schauer über den Rücken jagen.
#5 – Mehr Mystery statt Hau drauf: Neagley legt einen komplett anderen Fokus. Während bei Reacher öfter und schneller die Fäuste fliegen, als ich »Action« überhaupt sagen kann, widmet sich Frances der guten alten Detektivarbeit. Natürlich verkloppt sie auch mal den ein oder anderen Ganoven, vorrangig sammelt sie aber Beweise, sucht Zeugen und untersucht gruselige/verlassene Anwesen.
Neagley erfindet das Serienrad gewiss nicht neu, denn böse Sekten gibt es auch schon in Lost oder The Leftovers. Einige Twists habe ich bereits vorausgesehen, bevor die Figuren auf die rettende Lösung gekommen sind, trotzdem macht die Serie unglaublich viel Spaß.
Nach den acht Folgen konnte ich daher nur an eines denken: Hoffentlich wird Neagley nicht abgesetzt und bekommt eine zweite Staffel. Denn ich möchte wirklich unbedingt wissen, wie es mit Frances und ihrer Berührungsangst weitergeht.
Ich kann euch nur empfehlen in die Serie reinzuschauen und euch auf die Figuren einzulassen. Vielleicht klatscht ihr dann auch in den letzten Minuten freudig in die Hände und habt ein bisschen Pipi in den Augen. Warum verrate ich euch nicht.
Die komplette erste Staffel von Neagley könnt ihr euch ab sofort auf Prime Video ansehen. Erzählt mir danach gerne, wie ihr sie findet!
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