»20 kreative und brutale Arten, um harte Verbrecher zur Strecke zu bringen« – So könnte ich eigentlich jeden Artikel nennen, in dem der Name Alan Ritchson vorkommt. Weil: Was zur Hölle passiert hier?
Staffel 4 von Reacher spart wirklich nicht an spannenden und blutigen Kämpfen, die gegenüber den vorherigen 24 Folgen noch einmal eine Schippe drauflegen. Trotzdem hatte ich nach den letzten drei Abenteuern einige Zweifel, ob das wiederholende Serienkonzept nicht zu schnell ausgelutscht ist.
Oh, wie falsch ich doch lag. Nach den neuen Episoden bin ich überzeugt davon, dass Reacher die zehn Seasons knacken könnte, die sich Alan Ritchson so sehr wünscht. Vorausgesetzt, der Action-Held überrascht uns immer wieder mit neuen Facetten.
Die Action wird durch Emotionen noch viel besser!
Es ist das bisher stressigste Abenteuer von Reacher. Der brutale Riese beobachtet einen Selbstmord in der New Yorker U-Bahn. Kurz darauf jagen ihn nicht nur die CIA, sondern auch zahlreiche andere Kriminelle.
Warum? In guter alter Action-Manier suchen alle nach einem Flashdrive, der enorm wichtige Daten enthält und den alle in Reachers Hosentasche vermuten. Dabei weiß eigentlich kaum jemand, was genau auf dem Drive drauf ist. Egal! Muss wichtig sein … irgendwie!
Alan Ritchson hat nicht übertrieben, als er meinte, Staffel 4 ist die bisher härteste und blutigste von allen. In den ersten vier Wochen der Dreharbeiten landeten schon 11 Kampfszenen im Kasten. Dabei findet Reacher immer kreativere Wege, seine Umwelt in die Kloppereien mit einzubeziehen. Da wird dann eine Festplatte schnell mal zum Schlagstock umfunktioniert.
Mit der Logik und dem Realismus nimmt es die Serie da vielleicht nicht immer allzu genau, aber ich kann darüber hinwegsehen, weil die Haudrauf-Action einfach unglaublich viel Spaß macht.
Vor allem, weil Jack teilweise ungewöhnlich schwach wirkt. Moment, was? Ja, das erste Mal in der Geschichte der Serie sehe ich Reacher wirklich als gebrechlichen Helden. Nicht unbedingt körperlich, sondern psychisch. Gegner schaffen es, Reacher des Öfteren überlegen zu sein.
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Reacher ist zurück - In Staffel 4 vermöbelt Alan Ritchson wieder am laufenden Band Verbrecher und legt sich sogar mit der CIA an
Das ist nicht nur realistisch, sondern zugleich herrlich erfrischend. Denn selbst ein smarter und stählerner Typ wie Jack trifft gelegentlich auf Widersacher, die ihm einen Schritt voraus sind. Im finalen Kampf befindet sich Reacher sogar in einem emotionalen Ausnahmezustand. Das erste Mal blitzt pure Angst in seinen Augen auf, was bei dem furchtlosen Ex-Militärpolizisten sonst eher selten bis gar nicht passiert.
Auf der Gefühlsebene bekomme ich in Staffel 4 so viel von Reacher zu sehen, wie noch nie zuvor. Er ist nicht unfehlbar und das macht das neue Abenteuer nur allzu deutlich. Aber wenn Jacks Geist mal versagt, hat er ja immer noch seine neuen Sidekicks.
Das neue Komplizen-Trio passt wie Poppes auf Eimer
Die taffe Polizistin Roscoe Conklin (Willa Fitzgerald) und der pedantische Chief Detective Oscar Finlay (Malcolm Goodwin) aus Season 1 sind mein absolutes Traum-Duo an Reachers Seite. Doch jetzt ziehe ich ernsthaft in Erwägung, dass sie sich das Treppchen mit seiner neuen Crew teilen müssen.
Tamara (Sydelle Noel), Jacob (Christopher Rodriguez-Marquette) und Russell (Kevin Weisman) sind allesamt so verschieden wie Tag und Nacht. Russell nimmt zum Beispiel die Rolle des liebenswürdigen und leicht trotteligen Journalisten ein, der zu unorthodoxen Methoden greift, um seine Ziele auszuspionieren.
Manchmal bedeutet das, direkt gegenüber von einem CIA-Gebäude seine Basis aufzubauen und im Dark Web nach neuen Infos zu suchen. Und manchmal in lebensgefährlichen Situationen als erster und einziger die Biege zu machen.
Demnach ist das Trio auch ohne Reacher alles andere als nutzlos und aufgeschmissen. Im Gegenteil: Sie durchblicken Dinge sogar manchmal schneller als der Ex-Militärpolizist – und das muss man erst einmal schaffen!
Besonders die Dynamik zwischen Reacher und der knallharten Polizistin Tamara hat mich des Öfteren zum Schmunzeln gebracht. Denn sie gibt Jack immer ordentlich Pfeffer, hält nicht mit ihrer Meinung hinterm Berg und spricht oft die Dinge aus, die ich mir ebenfalls just in dem Moment gedacht habe. Zum Beispiel, wie unglaublich muskulös und breit Reacher mittlerweile ist – also wirklich schaut euch mal den Vergleich zu Staffel 1 an!
Bonusrunde: Reacher ist ein grandioser Frechdachs
Die witzigste Figur ist und bleibt aber einfach Reacher selbst! Denn obwohl er von allem einen Plan zu haben scheint, kann er drei Dinge überhaupt nicht leiden: Unhöflichkeit, Trends und die aktuelle Popkultur.
Kein Wunder: Ich bin mir sicher, dass er dank seiner minimalistischen Lebensweise und seiner durchgehenden Nutzung von Wegwerf-Handys nicht einmal weiß, was Instagram überhaupt ist. Zum Glück!
Denn gerade dadurch entstehen die lustigsten Situationen und Dialoge, die neben den gehetzten Verfolgungsjagden eine willkommene Abwechslung bieten. An dieser Stelle würde ich euch am liebsten meine Lieblingsszene verraten, aber ich halte mich zurück!
Und das Beste daran: Die entstehenden Running Gags schließen später auf wunderbare Weise kleine Kreise innerhalb der Handlung. Demnach werden sie am Ende für eine schöne Auflösung und als Versöhnung der einzelnen Figuren benutzt, was das Abenteuer angenehm rund macht.
Also: Action-Fans kommen in Staffel 4 wirklich voll auf ihre Kosten. Aber wer bisher immer davon ausgegangen ist, dass Reacher nur ein knallharter Typ ist, der wird dieses Mal von seiner emotionalen Seite überrascht. Jack wirkt viel nahbarer als jemals zuvor und gerade das Ende hat mir wirklich die Tränen in die Augen getrieben.
Die ersten drei Folgen erscheinen am 12. August 2026 auf Prime Video. Danach gibt es wöchentlich eine neue Episode. Das Serienfinale landet somit am 16. September auf dem Streaming-Dienst. An dem Tag könnt ihr dann gleich das komplette Reacher-Spin-Off Neagley streamen.
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