Alle Jahre wieder wollen Grafikkartenhersteller wie AMD und Nvidia uns Spieler mit neuen GPU-Generationen zum Kauf verlocken, noch im Laufe des Januars in Form von RTX 5000 (Nvidia) und RX 9000 (AMD).
Aber ist es überhaupt sinnvoll, direkt zum Release zuzuschlagen?
- Einerseits spricht nicht grundsätzlich etwas dagegen, eine neue Grafikkarte früh nach ihrem Erscheinen zu kaufen, auch wenn sich das durch bestimmte Faktoren ändern kann (Stichwort
extrem hohe Preise durch Scalper, die niedrige Bestände auf- und teuer weiterverkaufen
). - Andererseits ist eine neue Grafikkarte nicht automatisch besser als die eigene beziehungsweise ihre Anschaffung wirklich sinnvoll für euch. Ihr solltet euch den Kauf also gut überlegen.
Auf welche Kriterien es vor einer möglichen Neuanschaffung zum Release besonders zu achten gilt, klärt dieser Guide zum GPU-Kauf anhand von fünf Regeln, die auch ganz allgemein Gültigkeit besitzen.
- Nicht das Ereignis zählt, sondern Bedarf & Budget
- Mindestens zwei Leistungsklassen schneller
- Denkt an euren Monitor und eure Vorlieben
- Neuer ist nicht immer besser
- Namen sind Schall und Rauch
Wollt ihr vorab noch die geballte Ladung Informationen zu den kommen RTX-5000-Grafikkarten, schaut euch gerne unser großes Video-Special dazu an:
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RTX 5000: Das sagen unsere Experten zu Nvidias neuen Grafikkarten
Erste Regel: Nicht das Ereignis zählt, sondern Bedarf & Budget
Der Kauf einer neuen Grafikkarte lohnt sich aus unserer Sicht nur dann, wenn sie euer Spielerlebnis klar verbessert und wenn sie in euer Budget passt.
Bedenkt dabei auch, dass eine neue GPU den Kauf eines neuen Netzteils mit höherer Leistung erforderlich machen kann. Welche Wattzahlen Nvidia im Falle von RTX 5000 empfiehlt, erfahrt ihr im Artikel Nvidia RTX 5090 vs. 5080 vs. 5070 Ti vs. 5070 – Technische Details im Vergleich.
- Entscheidend ist nicht, dass neue GPUs erscheinen, sondern ob es derzeit sinnvoll für euch ist, eure aktuelle Grafikkarte gegen ein für euch bezahlbares anderes Modell zu tauschen.
- Wann das der Fall ist, kann man allerdings subjektiv sehr unterschiedlich beurteilen und Vernunft muss dabei nicht immer eine Rolle spielen.
Beispielsweise ist es mit Blick auf das FPS-pro-Euro-Verhältnis gerne keine gute Idee, sich das neue Top-Modell zu kaufen. Außerdem dürften die meisten Spieler auch mit einer etwas langsameren (und günstigeren) Grafikkarte viel Spaß beim Zocken haben.
Wir kennen aber das Ich will das Schnellste vom Schnellen haben
-Gefühl und wollen seine Befriedigung niemandem absprechen.
Gleichzeitig gibt es dennoch handfeste Kriterien, die euch dabei helfen, über den Kauf einer neuen GPU zu entscheiden, wie bereits die zweite Regel zeigt.
Zweite Regel: Mindestens zwei Leistungsklassen schneller
Eine Grafikkarte hat in einem Spiele-PC eine klare Aufgabe: so viele Bilder pro Sekunde wie möglich auf den Monitor zu bringen. Deshalb sollte eine neue GPU eurem aktuellen Modell in dieser Disziplin ausreichend klar überlegen sein.
Als grobe Faustregel könnt ihr euch an unseren unten verlinkten Leistungsklassen orientieren, die wir voraussichtlich noch um Prognosen zu RTX 5000 und RX 9000 ergänzen (eine finale Einordnung der kommenden GPUs folgt spätestens nach unseren eigenen Tests).
Eine neue Grafikkarte sollte unserer Einschätzung nach mindestens zwei, besser noch drei (oder mehr) Leistungsklassen oberhalb eures aktuellen Modells angesiedelt sein.
Um die Performance möglichst genau einschätzen zu können, solltet ihr außerdem stets unabhängige Testberichte abwarten, wie sie auch bei uns erscheinen. In der Regel werden sie direkt zum oder nur wenige Tage nach dem Release veröffentlicht.
Dritte Regel: Denkt an euren Monitor und eure Vorlieben
Sowohl euer Bildschirm als auch die von euch bevorzugten Spiele beeinflussen in großem Maße, welche GPU ihr braucht.
- Auflösung und Hertzzahl: Generell gilt, dass die Leistung der GPU umso wichtiger wird, je höher die Auflösung eures Bildschirms ist und je mehr Bilder pro Sekunde er darstellen kann (Bildwiederholrate).
- Triple-A vs. Indie-Games: Wer stets auch neue Top-Titel mit aktiviertem Raytracing und maximalen Details genießen will, der braucht eine wesentlich schnellere Grafikkarte als jemand, der nur kleine Indie-Titel spielt. Klingt (zu) offensichtlich, ist aber so (wichtig).
Schaut deshalb vor dem Kauf einer GPU auch etwas in die Zukunft.
Liebäugelt ihr mit der Anschaffung eines neuen Monitors, der deutlich mehr Pixel darstellt als euer altes Modell, kann eine frische Grafikkarte sehr wertvoll sein. Es wäre doch schade, nicht immer die native Auflösung nutzen zu können und damit auf Bildqualität zu verzichten.
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Noch unsicher bei OLED-Monitoren? Diese Vorteile machen den Unterschied
Ebenfalls nicht zu vergessen: Eine höhere Auflösung des Monitors bringt auch steigende Anforderungen an die Menge des Videospeichers mit sich. Als grobe Faustregel könnt ihr euch an dieser Einstufung orientieren:
- Full HD (niedrige GPU-Anforderungen): Mindestens 8 GByte, besser 12 GByte
- WQHD (mittlere GPU-Anforderungen): Mindestens 12 GByte, besser 16 GByte
- 4K (hohe GPU-Anforderungen): Mindestens 16 GByte, besser 24+ GByte
Wie hoch die Pixelmenge bei den gängigsten Auflösungen jeweils ist, zeigen die folgenden Tabellen. Die Angabe in Klammern stellt das Seitenverhältnis dar.
Auflösungen mit niedrigen GPU-Anforderungen
| 1600x900 (16:9) | 1.440.000 Pixel |
| 1920x1080 (16:9) | 2.073.600 Pixel |
| 2560x1080 (21:9) | 2.764.800 Pixel |
Auflösungen mit mittleren GPU-Anforderungen
| 2560x1440 (16:9) | 3.686.400 Pixel |
| 3840x1080 (32:9) | 4.147.200 Pixel |
| 3440x1440 (21:9) | 4.953.600 Pixel |
Auflösungen mit hohen GPU-Anforderungen
| 5120x1440 (32:9) | 7.372.800 Pixel |
| 3840x2160 (16:9) | 8.294.400 Pixel |
| 5120x2160 (21:9) | 11.059.200 Pixel |
Vierte Regel: Neuer ist nicht immer besser
Gerade zum Release einer neuen GPU-Generation ist es wichtig, sich klarzumachen, dass eine GPU der aktuellsten Reihe nicht immer die beste Option ist.
Klar, die meiste Leistung und die neuesten Features bekommt ihr in der Regel nur mit den frischesten Modellen.
Aber einerseits decken neue GPU-Generationen zunächst meist weniger Leistungsbereiche ab als die älteren Generationen. Und andererseits kann man mit dem Kauf eines Modells der Vorgängergeneration gerne gutes Geld sparen.
Das gilt noch mehr, wenn ihr euch auf dem Gebrauchtmarkt umseht, was aber sicher nicht für jeden eine Option ist. Welche Faktoren dabei wichtig sind, erfahrt ihr in diesem Artikel:
Ältere Modelle können als Neuware aber nur dann eine attraktive Alternative sein, wenn sie noch in ausreichender Stückzahl und zu guten Preisen verfügbar sind. Da Nvidia laut Berichten die Produktion der RTX-4000-Generation eingestellt hat, gilt das für diese GPUs möglicherweise nicht mehr (lange).
Fünfte Regel: Namen sind Schall und Rauch
Es ist verlockend, stets bei einem Hersteller zu bleiben. Im Falle von Grafikkarten gibt es dafür aber selten einen triftigen Grund, sowohl in Bezug auf den Chip-Hersteller (AMD, Nvidia oder Intel) als auch im Hinblick auf Custom-Design-Anbieter (Asus, Gigabyte, MSI & Co.).
Wer vergleicht, ist besser informiert und kann damit auch eine fundiertere Kaufentscheidung treffen. Verschafft euch also vor dem Kauf stets einen Überblick, wie viel Leistung und was für Features ihr zu welchem Preis bekommt.
Inzwischen sind auch die Kühllösungen von Custom-Designs meist auf einem vergleichbar guten Niveau, sodass ihr nicht viel falsch machen könnt. Aber hier gilt ebenfalls, dass es sich anbietet, nach Testberichten Ausschau zu halten und zu vergleichen.
Zum Release von RTX 5000 und RX 9000 sowie danach werdet ihr solche Berichte wie gewohnt auch auf GameStar.de finden. Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, worauf es euch dabei besonders ankommt und ob ihr noch weitere wichtige Regeln vor dem Kauf einer GPU parat habt!

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