Der Kauf einer neuen Grafikkarte war die größte Fehlinvestition meines Lebens

Nicht nur Redakteur Peter Bathge findet das Spielejahr 2020 bislang ausgesprochen öde. Auch seine (teure) Grafikkarte langweilt sich.

von Peter Bathge,
09.07.2020 05:00 Uhr

Neue Grafikkarten von AMD und Nvidia kosten ein Vermögen - aber unser Autor kauft immer wieder die neueste Generation, um bei schicken Spielen wie Cyberpunk 2077 (rechts) up-to-date zu sein. Die Reue kommt später. Neue Grafikkarten von AMD und Nvidia kosten ein Vermögen - aber unser Autor kauft immer wieder die neueste Generation, um bei schicken Spielen wie Cyberpunk 2077 (rechts) up-to-date zu sein. Die Reue kommt später.

Alle Jahre wieder bekommen PC-Spieler ein Gefühl der Enge in der Brust, ihre Hände schwitzen, die Augenlider flattern. Es sind Symptome, die wir alle kennen: Der Wunsch nach einer neuen Grafikkarte nimmt überhand. Der Eindruck, nicht mehr auf dem neuesten Stand zu sein, überstrahlt alle Bedenken. Kauflust setzt ein.

Für mich ist es ungefähr alle drei Jahre soweit, dann erscheint mir mein 3D-Beschleuniger von Nvidia oder AMD obsolet - und die neueste Hardware-Generation lockt. Plötzlich wirkt die Vorstellung, 500 Euro für die Hoffnung auf Next-Gen-Grafik in hohen Auflösungen bei 144 Hertz nicht mehr lachhaft, sondern im Gegenteil erstrebenswert. Der Wucherpreis von eben gilt jetzt als Schnäppchen und alle Einwände werden vom Wunsch nach einem High-End-PC weggewischt.

Es ist Zeit für ein Grafikkarten-Update. Aber auf den Kaufrausch folgt unweigerlich die Reue. Besonders 2020. Denn wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, dann wünsche ich mir im Nachhinein, dass ich meine Geforce RTX 2070 nie gekauft hätte.

Der Autor
Peter Bathge ist Redakteur bei GameStar Plus und schraubt seine PC-Komponenten seit 16 Jahren selbst zusammen. Beim Einbau neuer Hardware wie einer Grafikkarte flucht er regelmäßig, weil er das Mainboard anschließend noch mindestens zwei Mal raus nehmen muss - diese blöden Anschluss-Slotbleche hinten am Rechner! Aktuell beobachtet er aufmerksam die Entwicklungen um Nvidias Ampere-Grafikkarten und AMDs RDNA-2-Architektur. Aber er hat seine Lektion gelernt: Eine neue Grafikkarte kauft er so schnell nicht mehr. Also auf jeden Fall nicht vor 2021.

Fehlinvestion Grafikkarte: 500 Euro? Ein Schnäppchen!

Es gibt drei Dinge, über deren Kauf ich mich heute noch ärgere. Als Kind habe ich wochenlang den Katalog des Conrad-Elektroshops gewälzt, mir etliche Male die Spiele- und Software-Seiten angeschaut, nur um am Ende mühsam angesparte 99 D-Mark für ein digitales Tierlexikon auf CD auszugeben. Das versprach tolle Fotos, spannende Details und hoch auflösende Videos (640 x 480 Pixel, wow!) zu Papageien, Walen und Tigern. Leider war so viel Multimedia-Opulenz für meinen damaligen PC nicht zu stemmen - der von meinem Vater ausrangierte Pentium 90 lag unterhalb der Systemanforderungen. Hätte ich mal lieber das Kleingedruckte gelesen!

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