Der Kauf einer neuen Grafikkarte war die größte Fehlinvestition meines Lebens

Nicht nur Redakteur Peter Bathge fand die Spielejahre 2020 und 2021 bislang ausgesprochen öde. Auch seine (teure) Grafikkarte langweilt sich.

von Peter Bathge,
16.02.2021 15:15 Uhr

Neue Grafikkarten von AMD und Nvidia kosten ein Vermögen - aber unser Autor kauft immer wieder die neueste Generation, um bei schicken Spielen wie Cyberpunk 2077 (rechts) up-to-date zu sein. Die Reue kommt später. Neue Grafikkarten von AMD und Nvidia kosten ein Vermögen - aber unser Autor kauft immer wieder die neueste Generation, um bei schicken Spielen wie Cyberpunk 2077 (rechts) up-to-date zu sein. Die Reue kommt später.

Alle Jahre wieder bekommen PC-Spieler ein Gefühl der Enge in der Brust, ihre Hände schwitzen, die Augenlider flattern. Es sind Symptome, die wir alle kennen: Der Wunsch nach einer neuen Grafikkarte nimmt überhand. Der Eindruck, nicht mehr auf dem neuesten Stand zu sein, überstrahlt alle Bedenken. Kauflust setzt ein.

Für mich ist es ungefähr alle drei Jahre soweit, dann erscheint mir mein 3D-Beschleuniger von Nvidia oder AMD obsolet - und die neueste Hardware-Generation lockt. Plötzlich wirkt die Vorstellung, 500 Euro für die Hoffnung auf Next-Gen-Grafik in hohen Auflösungen bei 144 Hertz nicht mehr lachhaft, sondern im Gegenteil erstrebenswert. Der Wucherpreis von eben gilt jetzt als Schnäppchen und alle Einwände werden vom Wunsch nach einem High-End-PC weggewischt.

Es ist Zeit für ein Grafikkarten-Update. Aber auf den Kaufrausch folgt unweigerlich die Reue. Besonders 2021. Denn wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, dann wünsche ich mir im Nachhinein, dass ich meine Geforce RTX 2070 nie gekauft hätte.

Update: Anlässlich der neuen, schwierigen Hardware-Liefersituation seit dem Launch der neuen Grafikkarten wurde der Artikel am 16. Februar 2021 aktualisiert.

Der Autor
Peter Bathge ist Redakteur bei GameStar Plus und schraubt seine PC-Komponenten seit 16 Jahren selbst zusammen. Beim Einbau neuer Hardware wie einer Grafikkarte flucht er regelmäßig, weil er das Mainboard anschließend noch mindestens zwei Mal raus nehmen muss - diese blöden Anschluss-Slotbleche hinten am Rechner! Die kritische Liefersituation neuer Hardware mit Geforce GTX 3000 und Radeon RX 6000 beobachtet er aufmerksam. Und er hat seine Lektion gelernt: Eine neue Grafikkarte kauft er so schnell nicht mehr. Also auf jeden Fall nicht vor 2022.

Fehlinvestion Grafikkarte: 500 Euro? Ein Schnäppchen!

Es gibt drei Dinge, über deren Kauf ich mich heute noch ärgere. Als Kind habe ich wochenlang den Katalog des Conrad-Elektroshops gewälzt, mir etliche Male die Spiele- und Software-Seiten angeschaut, nur um am Ende mühsam angesparte 99 D-Mark für ein digitales Tierlexikon auf CD auszugeben. Das versprach tolle Fotos, spannende Details und hoch auflösende Videos (640 x 480 Pixel, wow!) zu Papageien, Walen und Tigern. Leider war so viel Multimedia-Opulenz für meinen damaligen PC nicht zu stemmen - der von meinem Vater ausrangierte Pentium 90 lag unterhalb der Systemanforderungen. Hätte ich mal lieber das Kleingedruckte gelesen!

Fehlinvestition Nummer zwei ist noch gar nicht so lange her, im September 2019 kaufte ich mir eine Bahncard 100 für rund 4.000 Euro. Mit der kann man ein Jahr lang unbegrenzt in ganz Deutschland Zug fahren, ein Muss für meine tägliche Pendelstrecke ins Büro per ICE. Tja, sechs Monate später stellte GameStar unter dem Eindruck der Corona-Pandemie auf Home Office um und meine Zugnutzung reduzierte sich von jetzt auf gleich um 100 Prozent. Wieder Geld in den Sand gesetzt.

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