Ich habe als einer der ersten mit der Switch 2 gespielt – Es bleiben Sorgen, doch sie ist ein absolutes Highlight

Ich durfte die Nintendo Switch 2 schon ausprobieren und möchte meine Erfahrung damit mit euch teilen.

Die Nintendo Switch 2 in meinen Händen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Nintendo Switch 2 in meinen Händen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Nur noch zwei Monate und dann ist es soweit: Die Nintendo Switch 2 erscheint am 5. Juni. Heute kann ich euch die Wartezeit etwas versüßen: Ich war einen ganzen Tag im Grand Palais in Paris und habe bei einem Nintendo-Event mehrere Stunden mit der neuen Konsole verbringen dürfen. Für mich war es einer der spannendsten Tage des Jahres.

In dem Artikel teile ich mit euch meine ersten Hardware-Eindrücke zur neuen Nintendo-Konsole – was mir gefallen hat, was nicht und was ich für euch in Erfahrung bringen konnte, das in der Nintendo Direct nicht genannt wurde.


Update vom 04.04.2025: Daten zur Akkulaufzeit hinzugefügt.


Das Display ist kein OLED und trotzdem fantastisch

Der Bildschirm hat sich im Vergleich zur Vorgängergeneration gehörig verändert. Nintendo geht einen Schritt zurück und dafür zwei Schritte nach vorne.

Der Schritt zurück: Es ist kein OLED-Bildschirm verbaut. Die Switch 2 verwendet anders als die Switch OLED ein LCD-Panel.

Nicht OLED, aber trotzdem gut. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Nicht OLED, aber trotzdem gut. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Dafür – und damit sind wir schon bei den Schritten nach vorne – sieht das fantastisch aus:

  • Die Bildschirmdiagonale beträgt 7,9 Zoll. Der neue Handheld hat also einen noch größeren Bildschirm als die Switch OLED mit 7 Zoll. 
  • Dazu wurde die Auflösung im Handheld-Modus auf 1080p erhöht. Bildschirminhalte wirken schön scharf. Während ich die Konsole in meinen Händen hielt, konnte ich keine einzelnen Pixel erkennen.
  • Besonders überrascht hat mich, dass der Bildschirm jetzt eine maximale Bildwiederholfrequenz von 120 Hz unterstützt – und das sogar mit VRR! Das steht für Variable Refreshrate, also eine variable Bildwiederholrate. Das sorgt für ein flüssiges Spielerlebnis selbst bei niedrigeren FPS-Zahlen und beugt Bildzerreißen vor. 
  • HRD wird auch unterstützt. Leider hat Nintendo noch keine weiteren Details dazu geteilt. Nur, dass die Unterstützung von Spiel zu Spiel variieren wird.
  • Diese Features, also VRR, HDR und 120 FPS, werden auch von kompatiblen Bildschirmen unterstützt. In Paris habe ich Metroid Prime 4 auf einem großen Fernseher mit 120 FPS gespielt. Das hat richtig Spaß gemacht.

All die Upgrades sorgen für ein rundes Gesamtbild, das beim Anspielen überzeugt. Das fehlende OLED-Display ist da gar nicht mehr so tragisch. Außerdem hätte ein OLED-Panel mit diesen technischen Daten den Preis wohl jenseits der 500 Euro schießen lassen.

Die neuen Joy-Cons machen eine Menge richtig

Der neue Joy-Con 2. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der neue Joy-Con 2. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Bei den neuen Joy-Cons 2 tut sich im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls eine Menge. Unterm Strich ist das eine gute Sache, eine drängende Frage bleibt nach meinem Anspieltermin aber noch.

Die Analog-Sticks sind jetzt etwas breiter und somit leichter zu bedienen. Nintendo hat sie grundlegend überarbeitet. Beim Spielen fühlen sie sich schön präzise und weich in der Bedienung an.

Die neuen Joy-Cons sind zudem etwas länger und liegen so auch bei größeren Händen gut in der Hand. Wie das bei kleinen Kinderhänden aussieht, kann ich euch allerdings noch nicht sicher sagen.

Überraschend gut: Die Joy-Cons als Maus

Sowohl der linke als auch der rechte Joy-Con 2 kann als Maus eingesetzt werden. Dafür muss eine magnetische Basis angebracht werden, die Gleitpads auf der Unterseite hat. 

Die Mausfunktion habe ich für euch in Metroid Prime 4 und in Mario Party Jamboree ausprobiert. Und ich wurde positiv überrascht:

  • Der Maussensor ist präzise und lässt sich sogar mit dem Gyroskop kombinieren – etwa für Minispiele in Mario Party Jamboree. In einem davon muss man zum Beispiel Gegenstände stapeln. Mit der Mausfunktion greift man die Objekte und durch Neigungen nach links und rechts, lässt sich der gewählte Gegenstand in dieselbe Richtung neigen. 
  • In Metroid Prime 4 konnte ich zuverlässig zielen und schnelle Bewegungen machen. Das hat mich echt beeindruckt. 
  • Laut Nintendo sollen sich die Joy-Cons im Mausmodus sogar für die Bedienung auf euren Schenkeln eignen, solltet ihr auf dem Sofa hocken und keinen Tisch mit Mauspad zur Verfügung haben. Ich habe das leider nicht mehr testen können.

Hier spiele ich gerade Metroid Prime 4. Das hat richtig Spaß gemacht und war überraschend präzise. Nur bei seitlichen Flickshots muss man die »Maus« gut festhalten, da sie sonst umkippt. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Hier spiele ich gerade Metroid Prime 4. Das hat richtig Spaß gemacht und war überraschend präzise. Nur bei seitlichen Flickshots muss man die »Maus« gut festhalten, da sie sonst umkippt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Mysterium gelüftet: Das bringt der neue C-Button

Mit dem C-Button wird eine Funktion aufgerufen, die an Discord erinnert – Nintendo nennt sie GameChat.

Mit GameChat könnt ihr euch selbst als Avatar in bestimmte Spiele einbinden oder eure Mitspieler und Mitspielerinnen per Video anrufen. 

  • Für Videoanrufe per GameChat braucht ihr eine Kamera, Nintendo bietet passend dazu eine eigene Switch-2-Camera an. 
  • Das Mikrofon befindet sich an der Oberseite der Konsole. Laut Nintendo sollen euch eure Freunde und Freundinnen sogar verstehen, wenn die Konsole gedockt ist und ihr auf dem Sofa etwas weiter entfernt von der Konsole hockt. Dafür sorgt auch integriertes Noise-Cancelling, das Hintergrundgeräusche herausfiltert. 
  • Es ist möglich, euer Gameplay live mit anderen zu teilen. Der geteilte Videostream hat aber eine deutlich gedrosselte Bildwiederholrate von schätzungsweise etwa 15 FPS.
  • Die Switch-2-Camera kann euch aus dem Hintergrund ausschneiden und diesen ausblenden. Ich habe das bei Mario Party Jamboree getestet, wo es im Großen und Ganzen zufriedenstellend funktioniert hat.

Video starten 27:48 Switch 2 ausprobiert: Preis, Spiele, Release-Datum & Ersteindruck!

Der neue Joy-Con Grip: Der neue Grip fühlte sich sehr komfortabel an. Ich könnte mir gut vorstellen, ihn für die Switch 2 im gedockten Modus zu nutzen. Die größeren Joy-Cons 2 helfen da ungemein bei der Ergonomie. Der größte Unterschied zum vorigen Grip: Die Joy-Cons 2 verbinden sich magnetisch.

Der neue Joy-Con Grip. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der neue Joy-Con Grip. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Community-Sorge Joy Con: Nintendo ist vorbereitet

Der Magneten-Mechanismus: Ich finde ihn super! Die Joy-Cons fühlen sich deutlich fester mit dem Gehäuse verbunden und nicht so wackelig an, wie bei der Switch 1. Sie halten sehr stabil an der Konsole und können mit einem kleinen Hebelknopf auf der Rückseite der Joy-Cons 2 abgelöst werden.

  • Betätigt ihr den Hebel, drückt ihr den Joy-Con nur an der Oberseite heraus. Danach müsst ihr ihn von Hand abziehen. Das sorgt dafür, dass der Controller beim Ablösen nicht versehentlich zu Boden fällt.
  • Verbindet ihr die Joy-Cons wieder mit dem Gehäuse, hört ihr ein zufriedenstellendes Klacken. 
  • Die Magnete befinden sich in der Konsole selbst. Die zwei Tasten SR und SL der Joy-Cons bestehen aus Metall und werden angezogen. 

In der Mitte der Joy-Con-Slots befindet sich ein längliches Verbindungsstück. Im Vorfeld gab es bei der Community die Befürchtung, das Teil könnte eine potenzielle Schwachstelle sein und leicht abbrechen. Laut Kouichi Kawamoto, Producer für die Switch 2, hat Nintendo darauf ein besonders Augenmerk gelegt. Das Verbindungsstück hat deshalb etwas Spiel, um Brüchen vorzubeugen. 

Mir gefällt er magnetische Verschluss deutlich mehr, als der alte. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Mir gefällt er magnetische Verschluss deutlich mehr, als der alte. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Kein Stick Drift mehr? Ich bleibe skeptisch

Nintendo hat sich nicht in die Karten blicken lassen, ob sie das Problem mit den driftenden Joy-Cons in den Griff bekommen haben. Tetsuya Sasaki, General Manager für die Nintendo Switch 2, hat lediglich versichert, dass die neuen Joy-Cons 2 mit deutlich besseren Analog-Sticks ausgestattet wurden.

Ich bin etwas skeptisch:

  • Weil die Joy-Cons mit kräftigen Magneten am Gehäuse gehalten werden, halte ich die Nutzung von Hall-Effekt-Sticks für unwahrscheinlich. 
  • Diese bestimmen ihre Position über Magneten und somit gibt es deutlich weniger mechanischen Verschleiß und das Risiko für den berüchtigten Stick-Drift sinkt.
  • Hall-Effekt-Sticks sind zwar resistenter gegenüber Stick-Drift, aber Interferenzen, zum Beispiel durch andere Magneten in der Nähe, können Eingabestörungen verursachen. 

Die Trigger-Tasten sind übrigens immer noch digital und nicht analog. Das ist zwar nützlich für Action- und Shooter-Spiele, aber unvorteilhaft für Rennspiele. 

Nintendo Switch 2: Gehäuse und Ergonomie

Auf dem mattschwarzen Gehäuse ist Staub schnell sichtbar. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Auf dem mattschwarzen Gehäuse ist Staub schnell sichtbar. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Das Design ist natürlich eine sehr subjektive Sache. Ich finde es aber schade, dass die Switch 2 nur noch schwarz mit farbigen Akzenten ist.

Weniger subjektiv ist die hochwertige Verarbeitung: Das verwendete Plastik besitzt eine Soft-Touch-Oberfläche, die sich sehr schmeichelhaft in der Hand anfühlt. Dafür wird auf dem schwarzmatten Gehäuse jetzt leider jedes einzelne Staubkorn sichtbar. 

Die zwei USB-C-Ports sind nicht identisch: Nur der untere USB-C-Anschluss verfügt über eine Bildausgabe. An den oberen werden Accessoires wie die neue Switch-2-Camera angeschlossen. Laden könnt ihr die Konsole aber über beide Anschlüsse.

Der neue Kickstand: Er macht einen zuverlässigen Eindruck. Es ist besonders erfreulich, dass man einen sehr großen Winkelbereich stufenlos abdecken kann. 

Die Ergonomie ist weiterhin eine Schwäche der Nintendo Switch 2. Die abgerundeten Kanten der Joy-Cons liegen zwar sehr gut in der Hand, aber der Rücken ist immer noch komplett flach. Ich würde mir für die Konsole ein Gripcase kaufen, das einen ergonomischen Griff nachrüstet. 

Nintendo Switch 2: Technische Daten und Dock

Hier habe ich gerade das neue Mario Kart World gespielt. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Hier habe ich gerade das neue Mario Kart World gespielt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Leider konnte ich mir das Dock nur ansehen, aber nicht anfassen, da bei diesem Event alle hinter Glaskästen versteckt waren. Aber ich kann euch verraten, was ich beobachtet habe und zur Leistung weiß:

  • Es wird über das Dock maximal eine Videoausgabe von 4K mit 60 FPS unterstützt. Für eine verbesserte Kühlung ist ein Lüfter im Dock eingebaut.
  • Es ist den Entwicklern und Entwicklerinnen selbst überlassen, ob sie die 4K-Auflösung nativ mit ihren Spielen und der Switch-2-Hardware erreichen können oder ob Nvidia DLSS (die Upscaling-Technologie von Nvidia, die auch bei PCs zum Einsatz kommt) das Spiel hochskalieren soll.
  • Die Konsole beherrscht Raytracing auf Hardware-Ebene. Es ist allerdings auch hier den Entwicklern und Entwicklerinnen selbst überlassen, ob sie es in ihre Spiele implementieren oder nicht.
  • Der interne Speicher beträgt jetzt 256 GByte. Dieser soll außerdem schnellere Lese- und Schreibgeschwindigkeiten bieten. Genaue Zahlen gibt es noch nicht.
  • Auch die physischen Spiele der Nintendo Switch 2 verfügen über eine nicht näher benannte erhöhte Lesegeschwindigkeit.
  • Als erweiterbarer Speicher sind nur noch microSD-Express-Karten kompatibel. Es wird allerdings eine Möglichkeit geben, Spiele, Spielstände und mehr von einer Switch 1 zu einer Switch 2 zu übertragen. 

Nintendo wollte noch nicht verraten, welcher Nvidia-Chip in der Switch 2 steckt und wie die technischen Daten sind. Diese Information könnte aber in naher Zukunft von Nvidia bekannt gegeben werden. 

Ich habe Cyberpunk 2077 auf der Switch 2 gespielt und war dann etwas ernüchternd. Das Spiel sieht auf der Konsole zwar phänomenal aus, aber die Bildrate lag meiner Einschätzung nach nur zwischen 25 und 30 FPS. Da es sich dabei um eine Vorabversion handelt, ist es aber noch möglich, dass die Leistung verbessert wird. 

Cyberpunk 2077 sah richtig gut aus, aber die Performance war noch nicht optimal. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Cyberpunk 2077 sah richtig gut aus, aber die Performance war noch nicht optimal. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Und was ist mit der Akkulaufzeit? Nach meinem Hands-On-Event war das noch ein großes Frragezeichen, aber inzwischen haben wir handfeste Daten – mehr oder weniger:

  • Kapazität: 5.220 mAh
  • Akkulaufzeit: 2 bis 6,5 Stunden (je nach Spiel)
  • Ladezeit: 3 Stunden (im Ruhemodus)

Das ist kürzer als bei der Switch OLED, die auf 4,5 bis 9 Stunden kommt.

Mein erstes Fazit

Insgesamt hat mir die Nintendo Switch 2 sehr gut gefallen. Der große Bildschirm und die neuen Joy-Cons haben es mir angetan. Leistungstechnisch scheint sich die Konsole außerdem nicht vor Steam Deck und Co. verstecken zu müssen, da selbst grafikintensive Third-Party-Spiele wie Star Wars Outlaws oder Cyberpunk 2077 erscheinen werden. 

Ich bin allerdings kein Fan der mattschwarzen Farbe, auf der jedes Staubkorn sichtbar wird. Was den Stick Drift angeht: Hier bleibe ich auch nach dem Anspieltermin skeptisch.

Wenn ihr euch 2025 einen Handheld holen wollt, dann dürfte die Switch 2 trotz UVP von 470 Euro eine der besten Optionen sein. Denn selbst wenn das ein Batzen Geld ist: Die Switch 2 ist immerhin 100 Euro günstiger ist als das Steam Deck OLED.

Jedoch könnten die First-Party-Spiele sehr teuer werden. Mario Kart World hat mit 80 Euro bereits vorgelegt. Dies könnte ein Standardpreis sein.

Das waren meine ersten Eindrücke der Nintendo Switch 2. Habt ihr Fragen? Dann stellt sie mir gern in den Kommentaren!

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