Ich lag falsch: Als Heimkino-Experte habe ich OLED bei Handys völlig unterschätzt

Zwei Handys haben mich eines Besseren belehrt. In Zukunft achte ich nicht nur bei TVs auf die Bildschirmtechnik.

»OLED ist bei Handys doch Wurscht!« Das dachte ich zumindest bisher. »OLED ist bei Handys doch Wurscht!« Das dachte ich zumindest bisher.

Jeder, der schon mal einen OLED-TV gesehen hat, weiß, wie gut die organischen Pixel aussehen. Im Heimkino – und beim Spielen – gilt OLED als das optische Nonplusultra.

Ausgerechnet bei Handys habe ich die Technologie unterschätzt.

Ich erkläre euch, wieso ich einem Irrglauben aufgesessen bin und wie zwei OLED-Displays auf die Hand mich eines Besseren belehren.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Mit TVs kennt er sich also bestens aus und weiß, worauf man beim Kauf achten sollte.

Der Irrglaube

OLED ist deswegen so eine hochgelobte Technologie, weil Kontraste und Farben einfach besser zur Geltung kommen. Das liegt vor allem am perfekten Schwarz der Displays, denn die einzelnen Pixel schalten sich ab, wenn ein Bildteil sehr dunkel wird. Es braucht keine Hintergrundbeleuchtung.

Der Nachteil von OLED ist allerdings, dass entsprechende Modelle eine niedrigere Bildschirmhelligkeit haben, als beispielsweise LED. Für Heimkino-Fans heißt das: Rollläden runter und Licht aus.

Ja, logisch, die Spitzenhelligkeit von OLED-TVs wird von Jahr zu Jahr besser. Das Bild ist allerdings insgesamt dunkler. Darüber hinaus ist das Licht auszumachen immer eine gute Idee im Wohnzimmer.

Diese Tatsache ging für mich mit Handys nicht zusammen. Immerhin nutzen wir Mobiltelefone nicht nur im dunklen Kämmerlein, sondern auch draußen.

  • Licht bleicht die Farben aus, mehr noch bei OLED.
  • Bei direkter Sonneneinstrahlung sieht man nix mehr.
  • Die maximale Helligkeit ist bei einem Handy wichtiger, als akkurate Kontraste und Farben

Wieso sollte man also bei einem Handy mehr für OLED zahlen? 

Übrigens ging es mir mit Handhelds ganz genau so. Im Februar schrieb ich einen Artikel darüber, dass ein OLED-Display bei der Switch 2 egal sei. Am Ende stellt sich das LC-Display von Nintendos Konsole als ziemlich knackig heraus, wie das folgende Video zeigt.

Video starten 27:48 Switch 2 ausprobiert: Preis, Spiele, Release-Datum & Ersteindruck!

Dass sich meine Erfahrung im Heimkinobereich nicht eins zu eins auf Handys übertragen lässt, habe ich dank zwei Flaggschiff-Handys gelernt.

Die Erkenntnis

Ende letzten Jahres kam ich in die Verlegenheit, das Apple iPhone Pro Max für mehrere Monate im Alltag zu testen. In meinem Fazit findet das OLED-Display zwar keine Erwähnung, dennoch ist mir der Bildschirm positiv aufgefallen.

Erst mit dem Honor Magic V3 hatte ich aber den Aha-Moment. 

Ich weiß noch, wie ich meine Frau das Gerät vor die Nase gehalten habe, die mit dem Samsung S22 schon seit Jahren ein OLED-Display hat. Dementsprechend zuckte sie mit den Schultern. Ich besaß damals allerdings nur ein iPhone 11 mit LC-Display.

Und das hat mich dazu gebracht, meine Meinung über OLED-Displays bei Handys und Handhelds zu überdenken.

  • Die Kontraste sind sehbar höher – auch bei einem Handy und bei Umgebungslicht.
  • Farben knallen mehr, was vor allem bei einem Handy relevanter ist als ein realistischer Look.

Manchmal muss man Dinge eben doch mit eigenen Augen sehen, anstatt sich nur auf seine Erfahrung zu verlassen. Die hat mich nämlich in diesem Fall getrogen.

Fazit: Einmal OLED, immer OLED?

Werde ich jetzt auf immer zu OLED-Bildschirmen greifen? Bei TVs vermutlich schon, bei Handys werde ich zumindest die Augen offenhalten. Ja, hohe Kontraste sind schön und gut, aber für mich persönlich auch nicht das Wichtigste bei einem Mobiltelefon.

Ich möchte dennoch eine Sache zu bedenken geben. OLED und gute LC-Displays liegen nicht um Welten auseinander, wie es uns Enthusiasten im Internet manchmal glauben machen wollen.

Wer keinen direkten Vergleich hat oder wem die Bildqualität beim Handy nicht so wichtig ist, der wird den Unterschied kaum wahrnehmen. Das Gute: OLED-Displays finden sich mittlerweile auch in Einsteigermodellen. Ihr müsst also keine horrenden Summen ausgeben, wenn ihr unbedingt eins in eurem Handy haben wollt.

Video starten 3:12 Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert

Ein ähnliches Aha-Erlebnis wie mit OLED hatte ich übrigens beim Umstieg von Apple auf Android. Wenn ihr mehr darüber lesen wollt, was ich als Casual-Nutzer von einem Falt-Handy halte, führt euch gern mein Fazit zu Gemüte.

Ich bin schon gespannt auf meinen nächsten Realitätscheck. In rund 4 Wochen kommt Nintendos Switch 2 auf den Markt, die ich für GameStar Tech testen werde. Das Unternehmen hat nach der Switch OLED-Version wieder auf ein LC-Display gesetzt, das aber sehr gut aussehen soll.

Ob das nächste Aha-Erlebnis folgen wird?

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