Bei Handys greife ich nicht zu tief in die Tasche. Wenn ich mir ein neues Mobiltelefon kaufe, dann alle paar Jahre ein Flaggschiff, damit ich wieder eine ganze Zeit lang ausgesorgt habe.
Im Herbst vergangenen Jahres bin ich vom iPhone 11 auf die 16er-Version umgestiegen, was mich ernüchtert zurückließ. Mein Fazit: Das Upgrade hat sich nicht gelohnt, weil die bessere Technik sich für mich als Alltagsnutzer nicht bemerkbar gemacht hat, obwohl es objektiv ein performantes und vielseitiges Handy ist.
Auftritt: iPhone 16 Pro Max. Ich kam in den Genuss, das High-End-Handy über einen längeren Zeitraum nutzen zu dürfen. Kaufen würde ich mir das Geschoss für mindestens 1.450 Euro freilich nicht, aber wieso nicht mal einen Ferrari fahren, wenn man die Chance hat? Am Ende war ich überrascht.
Vor allem zwei Tatsachen haben mich überzeugt, die ich nicht mehr missen will:
- Das 120-Hz-Display
- Die Größe
Gamechanger: 120 Hz
Eines gleich vorweg: Dieser Meinungsartikel spiegelt meine Erfahrung mit dem iPhone 16 Pro Max im Alltag wider – und da bin ich absoluter Casual-Nutzer. Wenn ihr einen tiefen Einblick in die Kamera- und Video-Features sucht, schaut in die Kolumne von Patrick. Einen Test zum iPhone 16 Pro Max haben wir natürlich auch.
3:07
iPhone 16: Mein erstes Fazit zur neuen Kamerasteuerung und wie sie funktioniert
In einer Kolumne vom November 2024 habe ich meinen Unmut darüber ausgedrückt, dass sich der technische Fortschritt im Rahmen meines Nutzungshorizonts nicht spürbar verbessert hat. Trotzdem wollte ich Hand an das Pro Max legen und meine Erfahrungen machen.
Und es hat sich gelohnt.
Der Wow-Effekt, den ich beim iPhone 16 erwartet und nicht bekommen habe, stellte sich beim Pro Max sofort ein. Der Grund: Das 120-Hz-Display. Ohne jemals ein Handy mit 120-Hz-Display genutzt zu haben, war mir nicht klar, was für einen himmelweiten Unterschied das in der Benutzung macht.
So macht sich die höhere Wiederholrate bemerkbar:
- Flüssigere Darstellung: Scrollen, Apps öffnen, Menüs bedienen – all das wirkt sehr viel geschmeidiger. Das war auch der Grund für den Wow-Effekt bei mir.
- Direktere Bedienung: Alles wirkt schneller und direkter, besonders bei zackigem App-Wechseln.
Nach längerer Bedienung ist mir noch etwas aufgefallen: Meine Augen wurden nicht so schnell müde. Jetzt bin ich wirklich niemand, der stundenlang auf sein Handy schaut, aber längeres Lesen oder Scrollen war auf Dauer spürbar angenehmer.
Das iPhone 16 besitzt immer noch ein 60-Hz-Display – und das ist 2025 für mich ein Unding. Alle Hochkaräter (Google Pixel 9, Samsung Galaxy S24, Xiaomi Redmi Note 13 Pro) nutzen mittlerweile die doppelte Wiederholrate. Bei Apple ist das immer noch ein Exklusiv-Feature für die teuren Modelle.
Da muss Apple dringend nachziehen, wenn es selbst bei Mittelklasse-Geräten wie dem Samsung Galaxy 25A zur Grundausstattung gehört.
Handy? Ja, aber noch mehr
Ich gebe es zu: Ich war schon immer Liebhaber größerer Handys. Das stille Verschwinden von Phablets finde ich noch heute schade (vermutlich war ich deswegen vom Honor Magic V3 auf der IFA so angezogen).
Das iPhone 16 Pro Max reizt die Handlichkeit mit 6,9 Zoll ziemlich aus. Mir kommt das bei der Benutzung allerdings entgegen. Nachstehend der Größenvergleich zum iPhone 16 mit 6,1 Zoll.
- iPhone 16 Pro Max (H x B x T in mm): 163 x 77,6 x 8,25 sowie 227g Gewicht
- iPhone 16 (H x B x T in mm): 147,6 x 71,6 x 7,8 sowie 170g Gewicht
Zwischen 6,9 Zoll (17,5 cm) und 6,1 Zoll (15,5 cm) liegen nur zwei Fingerbreit, doch für mich macht das einen großen Unterschied.
Ja, ich kann das Handy nur begrenzt einhändig benutzen, etwas, womit Leute aus meinem Freundes- und Familienkreis schon beim normalen iPhone ihre Probleme haben.
Im Gegenzug erhalte ich allerdings wesentlich mehr Display-Freifläche. Da ich mein Handy sowieso meist mit beiden Händen verwende (oder es mit einer Hand halte und mit der anderen bediene), ist das für mich ein Bonus.
- Artikel lassen sich bequemer und vor allem mit weniger Scrollen lesen.
- Icons sind größer; ich verdecke weniger Bildfläche mit meinen Fingern.
- Mehr Bildfläche beim Schauen von Videos.
- Beim Spielen in Querbild erleichtert sich die Bedienung, weil das Bild größer ist.
Ich betrachte Handys mittlerweile mehr als kleine Computer, denn ich verwende sie zum Großteil für dieselben Aufgaben, wie ich meinen Rechner benutze. Mit 6,9 Zoll ist das iPhone Pro Max sehr groß, ja, aber immer noch kompakt genug für meine Hosentasche.
Am Ende favorisiere ich mehr Screen-Real-Estate über die Handhabung mit einer Hand.
Fazit
Aus reiner Neugier – und weil sich mir die Möglichkeit bot – habe ich das iPhone 16 Pro Max als Kompagnon im Alltag genutzt. Ich habe nichts erwartet und wurde dann doch überrascht.
Mir ist vollkommen klar, dass ein iPhone 16 Pro Max für den Alltag absolut overpowered ist. Die coolen Kamera-Features würde ich beispielsweise gar nicht in Gänze nutzen und für den alltäglichen Gebrauch braucht es auch keine High-End-Technik.
Trotzdem hat mir dieser Selbstversuch gezeigt, was ich persönlich von einem neuen Handy wünsche und worauf ich in Zukunft achten werde.
- Ein 120-Hz-Display
- Große Displaygröße
Im Fazit zum Alltagstest des iPhone 16 im Vergleich zum iPhone 11 habe ich mich gefragt, ob Apples Flaggschiff mir nicht doch die Socken auszieht. Das hat es nicht, aber es hat mir geholfen, meine eigenen Standards neu zu definieren und das ist mir wichtiger als jeder noch so große Wow-Effekt.
Passend zum Thema:
- Galaxy S25 Ultra vs. iPhone 16 Pro Max: So unterscheiden sich die beiden Top-Handys
- iPhone: 3 Kamera-Tipps, mit denen ihr Zeit spart und keinen Moment verpasst
Handys sind für mich ein No-Brainer, ich ersetze mein altes gegen ein neues, wenn ich muss. Durch diesen Selbsttest habe ich erfahren, wo ich in Zukunft aufs Datenblatt schauen werde. Knapp 1.500 Euro sind mir nämlich viel zu viel dafür, wie ich ein Handy nutze. Die beiden Features, die mir jetzt wichtig geworden sind, kann ich aber auch günstiger haben.
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