Mit dem Oppo Find X10 Pro Max und Vivo X500 Pro Max wurden im Oktober zwei neue Premium-Handys vorgestellt, die sich kaum ähnlicher sein könnten.
Beide setzen auf den leistungsstarken Dimensity 9600 Pro-Chipsatz, zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher und einen großen Akku. Beide haben ein großes OLED-Display und eine Kamera, die die aktuelle Speerspitze bildet.
Die Frage lautet also eigentlich nicht, welches Handy besser ist, sondern welches besser zu euch passt.
Kurz gesagt: Für die meisten ist das Vivo die bessere Wahl: Es ist in der Basisversion 200 Euro günstiger, hat das sauberere System und bekommt etwas länger Updates. Das Oppo lohnt sich, wenn euch Akkulaufzeit, Ultraweitwinkel und Open Gate beim Video wichtiger sind.
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| Oppo Find X10 Pro Max | Vivo X500 Pro Max | |
|---|---|---|
| Display | 6,78", 2.772×1.272, 1–144 Hz | 6,85", 1.440×3.168, 1–144 Hz |
| Chip / RAM | Dimensity 9600 Pro, 12 GB | Dimensity 9600 Pro, 12 GB |
| Hauptkamera | 200 MP, 1/1,3", f/1.5 | 50 MP Sony LOFIC, 1/1,28" |
| Ultraweit | 200 MP, 1/1,56" | 50 MP, 1/2,75" |
| Tele | 200 MP, 70 mm (3×) | 200 MP, 85 mm (3,5×) |
| Akku (EU) | 7.150 mAh | 6.750 mAh |
| Laden | 80 W kabelgebunden, 50 W kabellos | 90 W kabelgebunden, 40 W kabellos |
| Gewicht | 235 g | 228 g |
| Updates | 5 Android-Versionen, 6 Jahre Sicherheit | 5 Android-Versionen, 7 Jahre Sicherheit |
| UVP | 1.799 € (512 GB) | ab 1.599 € (256 GB) |
Preis: Das Vivo ist 200 Euro in der Basis günstiger
Das Vivo X500 Pro Max startet bei 1.599 Euro, das Oppo Find X10 Pro Max kostet 1.799 Euro.
Der Unterschied erklärt sich durch den Speicher: Das Oppo kommt direkt mit 512 Gigabyte, das Vivo ab 256 Gigabyte. Bei gleicher Ausstattung ist der Preis identisch – aber nicht jeder braucht so viel Platz im Alltag.
Wer Fotos und Videos regelmäßig auslagert oder Streaming nutzt, kommt mit 256 Gigabyte aus und spart 200 Euro. Daher geht mein Punkt hier ans Vivo für den etwas günstigeren Einstieg.
Design und Display: Gleichstand
Das Vivo ist mit 228 Gramm sieben Gramm leichter als das Oppo (235 g) – das merkt man im Vergleich allerdings nicht. Außerdem sind beide Geräte nach IP68/IP69 geschützt gegen Wasser und Staub. Was leicht auffällt, ist das etwas größere Display. Hier stehen 6,85 Zoll (Vivo) 6,78 Zoll (Oppo) gegenüber.
Beide Geräte setzen auf OLED und arbeiten mit bis zu 144 Hertz. Das Vivo bietet die leicht höhere Auflösung, zudem hat es die höhere Spitzenhelligkeit bei HDR-Videos. Das X500 Pro Max erreicht 4.400 Nits, das Find X10 Pro Max 3.600 Nits.
Die lokale Spitzenhelligkeit ist im Alltag allerdings zu vernachlässigen, da sie nur für kleine Bereiche des Bildschirms gilt. Wichtiger ist die vollflächige Helligkeit, wenn die Sonne scheint. Hier kommen beide Geräte auf gute 2.000 Nits und lassen sich damit auch bei hellem Sonnenschein gut ablesen.
Unterm Strich nehmen sich beide hier nichts, deshalb gibt es von mir keinen Punkt. Das Vivo hat auf dem Papier die feinere Auflösung, im Alltag fällt das aber kaum auf.
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Leistung: Gleichstand
Beide nutzen denselben Chip und die Benchmarks fallen entsprechend ähnlich aus. Beide Geräte bringen sehr viel Leistung mit und stemmen problemlos auch anspruchsvolle Apps sowie Spiele.
| Benchmark | Oppo | Vivo |
|---|---|---|
| Geekbench Single-Core | 2.946 | 3.341 |
| Geekbench Multi-Core | 10.429 | 10.016 |
| AnTuTu | 4.183.254 | 3.737.470 |
Das Vivo liegt im Single-Core vorn, das Oppo im Multi-Core und bei AnTuTu. Weil Benchmarks immer schwanken, sehe ich beide auf Augenhöhe.
Im Alltag und beim Spielen werdet ihr keinen Unterschied bemerken, daher gibt es hier keinen Punkt.
Akku und Laden: Oppo hat die längere Laufzeit
In meinem PCMark-Test hält das Oppo mit 7.150 mAh stolze 30:37 Stunden durch. Das Vivo mit 6.750 mAh schafft 27:46 Stunden, also knapp drei Stunden weniger.
Dafür lädt das Vivo kabelgebunden mit 90 Watt schneller als das Oppo mit 80 Watt. Kabellos ist es umgekehrt: 50 Watt beim Oppo, 40 Watt beim Vivo.
Punkt für das Oppo, weil die Laufzeit im Alltag mehr zählt als ein paar Minuten beim Laden.
Kamera: Hier trennen sich die Wege
Beide Handys gehören zu den besten Kamera-Handys, die ich bisher getestet habe. Schon die Hardware zeigt aber zwei unterschiedliche Ansätze: Das Oppo setzt auf dreimal 200 Megapixel, das Vivo auf 50, 50 und 200 Megapixel. Das sagt allerdings wenig über die Bildqualität aus, entscheidend sind Sensorgröße, Brennweite und Bildverarbeitung.
| Oppo Find X10 Pro Max | Vivo X500 Pro Max | |
|---|---|---|
| Hauptkamera | 200 MP, 1/1,3", f/1.5, 24 mm | 50 MP (Sony LYTIA L910, LOFIC), 1/1,28", f/1.6, 24 mm |
| Ultraweitwinkel | 200 MP, 1/1,56", 13 mm, Autofokus | 50 MP, 1/2,75", 15 mm, Autofokus |
| Tele | 200 MP, 1/1,56", 70 mm (3×) | 200 MP, 1/1,4", 85 mm (3,5×) |
| Frontkamera | 50 MP, Autofokus | 50 MP, Autofokus |
Auffällig sind zwei Punkte: Das Vivo hat die Auflösung bewusst gesenkt und setzt bei der Hauptkamera auf LOFIC-Technik für mehr Dynamikumfang. Das Oppo nutzt dagegen auf allen drei Linsen den hochauflösenden Sensor. Beim Tele hat das Vivo außerdem den größeren Sensor und die längere Brennweite.
Tageslicht
Beide machen detailreiche Fotos mit guten Kontrasten und hohem Dynamikumfang. Beim Oppo sind die Bilder über alle drei Linsen farblich konsistent, die Hasselblad-Profile geben ihnen einen eigenen Look. Beim Vivo gefallen mir ebenfalls die Farben, Kontraste und Details bei Landschaften, kleinen Motiven und weiter entfernten Objekten. Dazu gibt es verschiedene Zeiss-Farbprofile.
Oppo:
Vivo:
Wenig Licht
Auch hier überzeugen beide mit allen drei Rückkameras, ich muss abends nicht automatisch zur Hauptkamera wechseln. Beim Oppo bleiben die Details erhalten, ohne dass die Rauschunterdrückung alles glättet, und es war mitunter leicht schärfer. Beim Vivo gefiel mir die Farbgebung bei Dunkelheit etwas besser.
Oppo ist bei Dunkelheit teilweise minimal schärfer, beim Vivo gefiel mir Farbgebung dafür etwas mehr. (Bildquelle: GameStar Tech)
Ultraweitwinkel: Das Oppo hat mit 13 mm den größeren Bildwinkel und bringt damit etwas mehr von der Szene ins Bild. Es liefert detailreiche Aufnahmen mit guter Schärfe bis zum Rand, und dank Autofokus eignet es sich auch für Nahaufnahmen. Das Vivo setzt auf ein 15-mm-Ultraweitwinkel, das ebenfalls einen Autofokus bietet. Es zeigt etwas weniger vom Motiv, der Unterschied fällt im Alltag aber kaum auf.
Tele und Zoom: Das Oppo-Tele (70 mm, 3×) macht scharfe, detailreiche Fotos und eignet sich auch für Nahaufnahmen. Das Vivo hat ein 85-mm-Tele mit 200 MP und 1/1,4-Zoll-Sensor. Auch hier entstehen tolle Fotos mit vielen Details und schönen Farben.
Selfies: Beide haben eine 50-MP-Frontkamera mit Autofokus. Bei gutem Licht sind die Selfies scharf, bei wenig Licht verlieren beide an Details. Ein Unterschied fällt mir hier nicht auf.
Video
Beide filmen in 4K, setzen aber andere Schwerpunkte. Das Vivo schafft 4K mit bis zu 240 fps und ist damit die erste Wahl für Zeitlupen.
Das Oppo bietet bis zu 120 fps in 4K und dafür Open Gate. Dabei wird der Sensor im 4:3-Format voll genutzt (4.096 × 3.072 Pixel, bis zu 60 fps), sodass ihr später Quer- und Hochformat aus einem Clip schneiden könnt.
Ein weiterer Pluspunkt des Oppo: Es bietet auf allen drei Linsen dieselben Aufnahmeformate und eine einheitliche Bildwirkung. Das ist beim Video praktisch, weil Sprünge beim Wechsel zwischen Haupt-, Ultraweit- und Telekamera weniger auffallen.
Unterm Strich sehe ich bei der Kamera keinen klaren Sieger, die Stärken liegen aber an unterschiedlichen Stellen. Das Oppo ist die bessere Wahl für Ultraweitwinkel, konsistente Farben und flexibles Videomaterial mit Open Gate. Das Vivo punktet mit dem größeren Tele-Sensor, der längeren Brennweite und 4K-Zeitlupen mit bis zu 240 fps.
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Software und Updates: Das Vivo ist aufgeräumter und hält länger
Das Vivo läuft mit einem sauberen System und kaum vorinstallierten Apps. Bei mir fand sich lediglich Facebook. Das Oppo bringt dagegen deutlich mehr Bloatware mit, dafür aber auch mehr KI-Funktionen wie Übersetzer, Schreib-Tools und den KI-Editor. Wer diese Extras nutzt, freut sich darüber, alle anderen räumen erst einmal auf.
Bei den Updates liegt das Vivo ebenfalls vorn, wenn auch knapp: Beide bekommen fünf Android-Versionen, aber das Vivo erhält sieben Jahre Sicherheitsupdates, das Oppo sechs. Das ist ein Bonus, der für die meisten kaum den Ausschlag geben dürfte. Der Punkt geht wegen des saubereren Systems an das Vivo.
Wer sollte zu welchem Handy greifen?
Greift zum Vivo X500 Pro Max, wenn …
- ihr 200 Euro sparen wollt und 256 GB reichen,
- ihr ein sauberes System ohne Bloatware bevorzugt,
- ihr das Handy möglichst lange nutzen wollt (sieben Jahre Sicherheitsupdates),
- ihr viel zoomt oder Zeitlupen in 4K dreht.
Greift zum Oppo Find X10 Pro Max, wenn …
- ihr die längste Akkulaufzeit wollt,
- ihr gleichmäßige Farben und Qualität über alle Kameras schätzt, gerade bei Videos,
- ihr oft mit dem Ultraweitwinkel fotografiert oder Open Gate nutzen wollt,
- ihr die zusätzlichen KI-Funktionen aktiv nutzt.
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Meine Empfehlung
Ich würde zum Vivo X500 Pro Max greifen. Es ist in der Basisversion 200 Euro günstiger, läuft mit dem saubereren System und bekommt ein Jahr länger Sicherheitsupdates. Bei Leistung und Fotoqualität nehmen sich beide kaum etwas. Ihr verzichtet vor allem auf rund drei Stunden Akkulaufzeit.
Das Oppo Find X10 Pro Max ist die bessere Wahl, wenn euch Akku, Ultraweitwinkel und Open Gate besonders wichtig sind. Es liefert konsistente Farben über alle Kameras und hat die größere KI-Auswahl. Dafür zahlt ihr 200 Euro mehr als für das Vivo mit 256 GB.
Braucht ihr 512 GB, entscheidet nicht mehr der Preis, denn dann kosten beide 1.799 Euro. Wählt dann nach euren Prioritäten: Das Vivo bietet das sauberere System und etwas längere Updates, das Oppo die längere Laufzeit, das Ultraweitwinkel und Open Gate.

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