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»Unser Mitgefühl gilt den Familien der Opfer« - CoD Modern Warfare 4 schneidet nachträglich eine Szene aus der Kampagne

Das Intro des neuen Call-of-Duty-Teils enthält Szenen einer realen Massenpanik in der koreanischen Hauptstadt Seoul. Wegen Kritik der Angehörigen der Opfer wird entsprechendes Material nun aus dem Spiel entfernt.

Modern Warfare 4 sorgt in Südkorea für heftige Kritik. Das Spiel enthält Aufnahmen einer realen Massenpanik. Modern Warfare 4 sorgt in Südkorea für heftige Kritik. Das Spiel enthält Aufnahmen einer realen Massenpanik.

In Südkorea gibt's aktuell mächtig Ärger um Call of Duty. Nicht nur wählt der neueste Serienteil Modern Warfare 4 als Setting ein erneutes Aufflammen des Korea-Kriegs; das Spiel bedient sich für sein Intro auch an Aufnahmen einer realen Katastrophe.

Die Eröffnungssequenz von MW 4 enthält Szenen einer Massenpanik, die sich zu Halloween 2022 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ereignete. Im Stadtteil Itaewon kam es damals in einer engen Seitengasse zu einem tödlichen Gedränge, in dessen Verlauf zahlreiche Menschen stürzten und von den nachrückenden Massen zerdrückt wurden. Die Panik forderte 159 Tote; fast 200 Menschen wurden verletzt.

Nachrichtenberichte mit realen Aufnahmen der Katastrophennacht tauchten nun im Intro von MW4 auf, das die Aufnahmen im Hintergrund zur Illustration des neuen Koreakriegs nutzt. In der südkoreanischen Gesellschaft und Politik sorgte das für scharfe Kritik – Angehörige der Opfer zeigten sich entsetzt, dass das Filmmaterial, das unter anderem Leichensäcke auf der Straße und Wiederbelebungsversuche zeigt, ohne ihre Zustimmung zweckentfremdet wurde:

Ein solches Ereignis als Vorlage für ein Spiel zu nutzen, das der Unterhaltung dient, ist höchst unangemessen und sinnlos.

Video starten 9:57 Die Kampagne von Call of Duty Modern Warfare 4 bricht mit wirklich allem!

Activision rudert zurück

Angesichts der Kritik hat Activision sich nun öffentlich entschuldigt und angekündigt, die betreffenden Videopassagen mit dem nächsten Update am 12. November aus Modern Warfare 4 zu entfernen.

Der CoD-Publisher bestätigte in einem Statement, entsprechende Aufnahmen genutzt zu haben, um die fiktive Handlung des Spiels zu etablieren, betonte jedoch, dass es keinerlei Absicht gegeben habe, auf die Katastrophe von Itaewon Bezug zu nehmen, oder dieses und andere reale Ereignisse zu verharmlosen. Zudem sprach das Unternehmen sprach den Betroffenen sein Beileid aus:

Wir verneigen uns in tiefem Mitgefühl und entschuldigen uns bei den Hinterbliebenen und den Opfern, die durch diesen Vorfall schwer verletzt wurden, sowie bei allen, denen wir dadurch Unannehmlichkeiten bereitet haben, so Activision. Der Verband der Hinterbliebenen der Itaewon-Katastrophe begrüßten die Entscheidung.

Das Setting des neuen Modern-Warfare-Teils ist politisch heikel. Immer wieder gibt Spannungen zwischen Nord- und Südkorea. Obwohl der Koreakrieg 1953 endete, befinden sich die beiden Länder technisch gesehen immer noch im Kriegszustand, da sie nie ein Friedensabkommen unterzeichnet haben.

Mehr Informationen rund um Modern Warfare 4 findet ihr in der obigen Linkbox.


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