Spotify: JD Vance hört Justin Bieber – Wie ihr mit ein paar Klicks eure Privatsphäre besser schützt als der US-Vizepräsident

Die Webseite »Panama Playlists« zeigt nicht nur die interessanten Musikvorlieben von Promis, sondern auch, wie öffentlich eure Spotify-Playlisten sind.

Der US-Vizepräsident JD Vance hört zum Kochen angeblich gerne Justin Bieber und die Backstreet Boys. (Bildquelle: Links. Wikimedia Commons, rechts: Panama Playlists) Der US-Vizepräsident JD Vance hört zum Kochen angeblich gerne Justin Bieber und die Backstreet Boys. (Bildquelle: Links. Wikimedia Commons, rechts: Panama Playlists)

Sam Altman kennt extrem bekannte Songs nicht, JD Vance hört abends die Backstreet Boys: Ein anonymer Webseiten-Betreiber hat Spotify-Playlisten von Prominenten veröffentlicht.

Die Panama Playlists zeigen nicht nur kuriose Hörgewohnheiten von Staatsmännern und Milliardären, sondern auch: Auf Spotify ist mehr öffentlich als euch vielleicht bewusst ist.

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Ich weiß, welche Songs sie gehört haben, wie oft und wann.

Ende Juli ging die Webseite Panama Playlists online. Dort listet der anonyme Webseiten-Betreiber Spotify-Playlists, die er Politikern, Tech- und Medienpersönlichkeiten zuordnet.

Die Seite »Panama Playlists« imitiert das Spotify Interface. Dort sind die Playlists nach bekannten Persönlichkeiten geordnet. (Bildquelle: panamaplaylists.com) Die Seite »Panama Playlists« imitiert das Spotify Interface. Dort sind die Playlists nach bekannten Persönlichkeiten geordnet. (Bildquelle: panamaplaylists.com)

Dort findet man etwa:

  • die Shazam-Songs von Sam Altman: Der musste den Hit Get Ur Freak On von Missy Elliot erst über die Musikerkennungs-App suchen, obwohl der Refrain fast ausschließlich aus der Wiederholung des Titels besteht.
  • Eine Playlist namens Making Dinner von US-Vizepräsidenten JD Vance: Der hört zum Kochen offenbar gerne Justin Bieber und die Backstreet Boys.

Der anonyme Betreiber der Panama Playlists selbst gibt an, seit über einem Jahr Daten zu sammeln und die eindeutigen Personen zuordnen zu können. Auf der Seite schreibt er:

Ich habe die echten Spotify-Konten von Prominenten, Politikern und Journalisten gefunden. Viele nutzen ihre Klarnamen. Mit ein wenig Recherche konnte ich mit ziemlicher Sicherheit sagen: Ja, das ist diese Person.

Dem Tech-Magazin The Verge gegenüber haben zumindest fünf Personen die Existenz der veröffentlichten Playlist bestätigt. Darunter schreibt auch Oculus-Gründer Palmer Luckey auf X:

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Ihr müsst die Hörvorlieben US-amerikanischer Prominenter nicht interessant finden. Viel brisanter ist für Spotify-Nutzer aber auch hierzulande, die Art der Beschaffung der Daten.

Denn um an die Informationen zu kommen, mussten keine privaten Spotify-Accounts gehackt werden, die veröffentlichten Daten sind allesamt öffentlich zugänglich. Sie mussten nur systematisch gesammelt und überprüft werden, denn Spotify veröffentlicht eure Playlisten standardmäßig.

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So macht ihr eure Spotify-Playlisten privat

Dass die Playlisten so veröffentlicht werden konnten, lag vor allem an zwei Faktoren:

  1. Viele Nutzer sind mit ihrem Klarnamen auf Spotify bzw. verbinden die App mit ihren Social-Media-Accounts.
  2. Bei Spotify sind eure Playlisten standardmäßig öffentlich.

Eine Möglichkeit, sich über Spotify anzumelden, ist über Facebook. Das führt dazu, dass viele Nutzer – auch Prominente – über Profile direkt auf Spotify gefunden werden können.

Erstellt ihr auf Spotify eine eigene Playlist und nehmt keine weitere Einstellung vor, erscheint für alle öffentlich zugänglich in eurem Profil.

Wenn ihr nicht wollt, dass jeder eure Playlist einsehen kann, geht ihr folgendermaßen vor:

  1. Geht in die App oder öffnet Spotify auf dem Desktop.
  2. Wählt Bibliothek aus.
  3. Wählt dort die Playlist, die ihr auf privat stellen wollt.
  4. Tippt auf das Drei-Punkte-Menü (⁝) der gesamten Playlist.
  5. Wählt Auf privat umstellen aus.
    Jetzt ist die Playlist nicht mehr öffentlich einsehbar.

Bibliothek Öffnet die Spotify Biblothek und wählt die Playlist aus.

Playlist Wählt die Playlist-Einstellungen und stellt die Playlist auf privat.

Fazit: Für Privatsphäre bei Spotify müsst ihr selbst sorgen

Nun kann man es interessant, peinlich oder entlarvend finden, dass der republikanische Hardliner Ron DeSantis neben Johnny Cash auch ABBA hört. Wirklich pikant ist aber, wie öffentlich eure Daten beim Musikstreaming-Dienst Spotify tatsächlich sind.

Wenn ihr nicht wollt, dass jeder herausfinden kann, welche Musik ihr beim Duschen, Trainieren oder Kochen hört, dann müsst ihr selbst Maßnahmen ergreifen. Spotify veröffentlicht viel mehr über euch, als vielen bei der Nutzung der App vielleicht bewusst ist.

Was meint ihr dazu? War euch bewusst, dass ihr unter Umständen so leicht auf Spotify zu finden seid und dass all eure Playlisten, sofern ihr es nicht extra einstellt, öffentlich sind? Schreibt uns eure Meinung und Erfahrungen in die Kommentare!

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