Es war ein großer Aufschrei in einer ohnehin schon gebeutelten Community, die seit Jahren mit der turbulenten Entwicklungsgeschichte von Vampire Bloodlines 2 mitfiebert: Für rund 20 Euro extra müssen die beiden spielbaren Clans Toreador und Lasombra hinzugekauft werden.
Das könnte zum Sargnagel für das unterhaltsame Vampir-Adventure werde, kommentiert GameStar-Redakteur Sören.
Auf Nachfrage der Fachpresse begründen die Verantwortlichen diesen Schritt nun als »geschäftlich notwendige Entscheidung«, die zudem nichts außergewöhnliches in der Branche sei.
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Vampire: Bloodlines 2 zeigt zur gamescom brandneues Gameplay, wir haben es bereits gespielt
Mehr Entwicklungszeit, höhere Kosten
In Gesprächen mit den beiden Gaming-Webseiten Rock, Paper, Shotgun und IGN, erklärte ein Vertreter von Publisher Paradox, der kontroverse Schritt sei gängige Geschäftspraxis und nicht unüblich im Business.
Man habe die Clans erst aufgrund der hohen Nachfrage von Fans hinzugefügt - sie seien von Beginn ihrer Entwicklung an als zusätzlicher Content konzipiert gewesen und die Day-One-Veröffentlichung ermögliche es Spielern, die Clans zu spielen, ohne länger darauf warten zu müssen.
Die Entscheidung für einen Bezahl-DLC sei eine »geschäftliche Notwendigkeit«, da die Entwicklung der beiden Clans auf Basis von Spieler-Feedback zusätzliche Zeit und Ressourcen gekostet habe.
Kein »billiges Füllmaterial«
Ian Thomas, der narrative Leiter vom Entwicklerstudio The Chinese Room, ergänzte, dass das Spiel basierend auf Community-Feedback konstant »erweitert« worden sei, was auch zur Verschiebung des Veröffentlichungsdatums beigetragen habe.
Ian Thomas führt aus:
Diese Clans waren extrem gefragt. Aber wir mussten jede Menge Zeit investieren, um zu testen, den Fans zuzuhören, durch die Kommentare zu gehen. Wir haben in den letzten Jahren so viele neue Dinge hinzugefügt, um das Spiel umfangreicher zu machen und die Story zu vertiefen, was den Release immer weiter nach hinten geschoben hat.
Der Design Director Jey Hicks betont, dass es sich bei den hinzugefügten Inhalten nicht um »billiges Füllmaterial« handle, sondern um hochwertigen Content.
Sorgen bei Fans wachsen
Viele Fans und Kritiker zeigen sich von diesen Erklärungen jedoch wenig überzeugt. Insbesondere die Tatsache, dass der Toreador-Clan, ein beliebtes Urgestein des Originalspiels, nur gegen Aufpreis spielbar ist, stößt auf Empörung (immerhin ist diese Fraktion ein Grundstein in der der gesamten Mythologie und Lore von Vampire: The Masquerade).
Eine andere Sorge der Fans in Bezug auf die langfristigen Image-Auswirkungen der DLC-Entscheidung: Der kurzfristige finanzielle Gewinn durch den Verkauf des DLCs könne durch den langfristigen Reputationsschaden und die Entfremdung treuer Anhänger zunichtegemacht werden.
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