1822 landete ein in Afrika abgeschossener Pfeil in Norddeutschland. Es war das Ende der Theorie der Vögel auf dem Mond [Best of GameStar]

Wir gehen auf eine kleine Zeitreise, aber seid gewarnt: Sie hat nichts mit Spielen und Technik zu tun.

Schauen wir uns an, wie ein in Afrika abgeschossener Pfeil vor langer Zeit dafür gesorgt hat, dass wir uns von einer kuriosen Theorie rund um den Mond verabschieden konnten. (stock.adobe.com - Євген Луганський, ismailbasdas) Schauen wir uns an, wie ein in Afrika abgeschossener Pfeil vor langer Zeit dafür gesorgt hat, dass wir uns von einer kuriosen Theorie rund um den Mond verabschieden konnten. (stock.adobe.com - Євген Луганський, ismailbasdas)

Sowohl privat als auch auf der Suche nach spannenden Themen für GameStar Tech stolpere ich immer wieder über Artikel, die meine Neugier wecken, obwohl sie nichts mit Gaming und Technik zu tun haben.

Manchmal erzähle ich euch dennoch davon auf GameStar.de, in der Hoffnung, dass euch die Themen trotz dieses fehlenden Bezugs genau so interessieren wie mich.

Wenn nicht, ist das völlig in Ordnung, und ihr geht am besten direkt wieder auf unsere Hauptseite, die voll mit spannenden Gaming- und Tech-Artikeln ist.

Wenn doch, dann sage ich in diesem Fall: Vorhang auf für den Pfeil im Knie! Äh, im Storch.


Im Dienste der Wissenschaft: Massenhaft schwarze Bälle werden in ein Wasserreservoir geschüttet

Video starten 0:54


Worum geht es hier eigentlich?

Es geht im Kern um Zugvögel und ihre Geschichte in der Wissenschaft. Denn so selbstverständlich dieses Phänomen heutzutage für uns auch ist, so unerklärlich war es lange Zeit für die Menschen, was mit manchen Vögeln im Winter geschieht, wie Forbes berichtet hat.

Der sogenannte Pfeilstorch hat vor über 200 Jahren dabei geholfen, das zu ändern. Er ist bis heute Teil der zoologischen Sammlung der Uni Rostock.

  • Das Besondere daran: Der Storch hat damals einen Pfeil in Zentralafrika abbekommen und ist damit bis in die norddeutsche Stadt Klütz gezogen, wo er schließlich erlegt wurde.
  • Möglich war das, weil der Pfeil nur die Haut des Storches verletzt hat, ohne entscheidende Teile seines Körpers zu treffen.
  • Wie der originale Pfeilstorch aussieht, seht ihr auf diesem Foto der Uni Rostock:

Bis heute erhalten: Der berühmte Pfeilstorch, der 1822 nach seiner Überwinterung in Afrika damit in Norddeutschland angekommen ist. Bis heute erhalten: Der berühmte Pfeilstorch, der 1822 nach seiner Überwinterung in Afrika damit in Norddeutschland angekommen ist.

Genauer heißt es dazu auf der Homepage der Uni folgendermaßen:

Der erlegte Storch wurde zur großherzoglichen Präparationswerkstatt an die Residenz nach Ludwigslust verbracht und nach sorgfältiger Präparation von Großherzog Friedrich Franz I. am 28. August [1822] der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock überlassen. Der damalige Professor für Naturgeschichte H.G. Flörke schreibt an den Rektor der Universität: „So lässt sich auf ein sehr entferntes Winterquartier schließen, wo dieser Storch den Schuss erhalten hat.“ „Ein edleres Organ ist nicht verletzt, und nur so ist es uns erklärlich, wie der Storch diesen Pfeil […] auf seiner weiten Reise mit sich hat herumführen können.“

Das Zitat stammt aus der Beschreibung eines Vortrags anlässlich des 200. Jahrestags dieser Geschehnisse vor knapp drei Jahren.

Was das mit Vögeln auf dem Mond zu tun hat

Aber welche anderen Erklärungen gab es damals für das Verschwinden vieler Vögel über die Wintermonate?

  • Laut dem Forbes-Artikel gehört ein aus heutiger Sicht besonders kurioser Erklärungsansatz dazu, auf den ich mich auch in der Überschrift dieses Artikels beziehe. Demnach vermutete ein Harvard-Professor Anfang des 18. Jahrhunderts, dass die Vögel zum Mond und wieder zurückfliegen würden.
  • Andere Theorien gingen davon aus, dass Vögel bei uns Winterschlaf halten (teilweise sogar unter Wasser) oder dass sie vor dem Winter eine Metamorphose in andere Vogelarten durchliefen.

Wie kommen wir an Wasser auf dem Mond? Eine NASA-Expertin erklärt es

Video starten 1:39


So absurd das für uns heute auch klingt, so klar ist gleichzeitig, wie extrem viel sich in den letzten 200, 300 Jahren verändert hat, allein mit Blick auf unsere Möglichkeiten im Bereich der Forschung.

Ich war aber dennoch überrascht davon, dass ein Storch die Reise von tausenden Kilometern von Afrika bis nach Deutschland mit einem Pfeil im Halt meistern kann – und dass ernsthaft einmal Menschen vermutet haben, dass Vögel bis zum Mond fliegen können.

Immerhin hätte sie dort Ruhe vor uns Menschen, wenn auch weder Luft zum Atmen noch Nahrung.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr die Geschichte vom Pfeilstorch schon kanntet und ob ihr sie generell interessant findet!

zu den Kommentaren (66)

Kommentare(11)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.