Vor ein paar Wochen hatte ich diese hervorragende Idee die Gesichter meiner Familie auf die Dinos aus »Die Dinos« zu packen und bin an einer Kleinigkeit verzweifelt.
Ich wollte nur das Dino-Baby aus dem Bild entfernen, weil das nicht direkt in unsere Familienkonstellation passt. Das Familien-Baby der Stahnke-Familie wäre nämlich ich, mit meinen zarten 27 Jahren - das muss ja nicht sein.
Also: Das Baby musste raus aus dem Bild und doch wollte es mir nicht gelingen. Das wäre nicht passiert, wenn es zu dem Zeitpunkt schon die neue Photoshop-Beta gegeben hätte.
Mit der neuesten Photoshop-Beta-Version (hier kostenlos testen) wird selbst der letzte Photoshop-Philipp zu einem fähigen Designer. Ich spreche aus Erfahrung.
Das Zauberwort lautet »Generative Fill« oder auf Deutsch »generative Füllung«. Das ist eine KI-gestützte Funktion, die euch eine Menge Spaß bringen wird, wenn ihr sie ausprobiert. Da bin ich sicher.
Pixelgras in 12 Sekunden
Erst gestern kam mein verehrter Kollege Maxe zu mir und hat mich um Hilfe bei einem Bild für seinen Artikel gebeten. Er wollte einen Screenshot aus dem Spiel »Duck Hunt« um ein paar digitale Grashalme erweitern und hat dafür erst das Kopierstempel-Werkzeug genutzt.
Das wäre etwas umständlich - vor allem, seitdem es die generative Füllung gibt. Mit diesem neuen Tool hat es mich genau 5 Klicks und 12 Sekunden Wartezeit gekostet bis ich genau das hatte was Maxe gesucht hat.
Dazu musste ich nur den Bereich neben dem Gras auswählen und Photoshop drei Auswahlmöglichkeiten generieren lassen. Dazu habe ich auf »Generative Füllung« geklickt, einen (englischen) Prompt eingegeben, in diesem Fall »pixelated gras«, und anschließend »generieren« gedrückt.
Mit dem Kopierstempel wäre Maxe wohl eine Weile beschäftigt gewesen - und hätte Teile des Hundes wieder rauslöschen müssen.
Mein Bild fand dann schließlich hier Verwendung: Ein Mann in den USA hat versucht, mit einer Nintendo Lightgun einen Supermarkt zu überfallen.
Was macht die generative Füllung so besonders?
Kurz gesagt erlaubt diese neue Funktion, Bilder so schnell zu bearbeiten und zu erweitern, wie es bisher undenkbar war. Selbst professionelle Photoshop-Nutzer sind absolut beeindruckt. Der YouTube-Kanal »Photoshop Training Channel« und einige mehr bezeichnen das Tool als »Gamechanger«.
Einige Content-Creator sprechen davon, dass dies das größte Photoshop-Update sei, seitdem 2003 die Ebenen eingeführt wurden. Der Photoshop-Youtuber PiXimperfect (4,61 Millionen Abonnenten) geht noch weiter:
»Zu sagen, dass diese Funktion ein Gamechanger ist, wäre eine Untertreibung. Meiner Meinung nach ist es das größte Photoshop-Update aller Zeiten.«
Quelle: Youtube.com/PiXimperfectGenauer gesagt erlaubt euch die generative Füllung Objekte aus Fotos in nur wenigen Sekunden zu entfernen. Je nach Bild hat das vor dem Update noch mehrere Minuten bis Stunden gedauert und war sicherlich nicht für jeden machbar.
Zusätzlich kann die generative Füllung, wie der Name schon sagt, nicht nur Dinge entfernen , sondern auch auffüllen. Von hier an funktioniert das neue Tool, wie die meisten KIs auch: Ihr gebt ein, das ihr sehen wollt und das Tool macht den Rest.
Im Optimalfall habt ihr in nur wenigen Sekunden ein Element in eurem Bild, dass die Szene sinnvoll erweitert und an die Gegebenheiten (z.B. Licht oder Blickwinkel) angepasst ist.
Das Schöne: Im Vergleich zu herkömmlichen Text-zu-Bild-KIs bezieht sich Photoshop auf das vorhandene Bild und passt seine Ergebnisse (oftmals) sehr gut daran an.
So nutzt ihr generatives Füllen
Das neue Tool ist nicht nur mächtig, sondern auch kinderleicht zu bedienen.
Um das neue Tool kreativ zu nutzen, wählt ihr einen Bereich auf eurem Bild aus und drückt in der neuen Taskbar auf »Generative Füllung«. Nun habt ihr zwei optionen:
- Lasst das darauffolgende Textfeld einfach leer und klickt auf »generieren«. Nun wird der gewählte Bereich aus dem Bild entfernt und durch etwas ersetzt, von dem die KI denkt, dass sich hinter dem entfernten Objekt befinden könnte.
- Gebt einen Prompt (also eine Arbeitsanweisung für eine KI) ein und drückt anschließend auf »generieren«. Die KI erstellt nun Bildteile, die zu eurer Beschreibung passen. Zum Beispiel.
Keine Sorge: Photoshops Generative Fill arbeitet nicht destruktiv. Das bedeutet, jeder Inhalt, der von der KI erstellt wird, wird als Ebenenmaske angelegt und kann so jederzeit mit einem Klick ausgeblendet werden.
Hoffentlich könnt ihr, wie ich, schnell feststellen, dass es sich hierbei um ein wirklich mächtiges und vielseitiges Tool handelt, mit dem es einen enormen Spaß macht zu experimentieren.
Im Video zeige ich euch genauer, wie es funktioniert und wie schnell es wirklich geht:
2:51
So gut wart ihr noch nie in Photoshop! Jetzt kann jeder von euch designen
So kommt ihr an die Photoshop-Beta
Um mit dem KI-Spaß loszulegen, müsst ihr entweder der stolze Besitzer einer Photoshop-Lizenz sein oder ihr nutzt, wie oben erwähnt, die (7 Tage lang) kostenlose Testversion.
Jetzt müsst ihr nur noch die neueste Beta-Version von Photoshop herunterladen, die alle Nutzer zusätzlich herunterladen können. Dazu geht ihr vor wie folgt:
- Startet die Adobe Creative Cloud
- Wählt im oberen Reiter »Applikationen« aus
- Klickt im Menü auf der linken Seite auf »Beta-Applikationen«
- Sucht die Beta »Photoshop (Beta)« und klickt auf »Installieren«
- Fertig
Werdet ihr das neue Photoshop-Tool ausprobieren? Habt ihr ja schon mal mit Photoshop gearbeitet? Wie viel Erfahrung habt ihr und wie viel bringt das Update für euer jeweiliges Erfahrungslevel? Uns würde sowohl die Meinung von Neueinsteigern als auch Profis brennend interessieren. Schreibt es uns gerne unten in die Kommentare!
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