Er spielt auf der Ladefläche eines Pick-ups während der Autobahnfahrt mit vier Monitoren ein Videospiel, doch entscheidend ist nicht das »Wieso« sondern das »Ob«

Einmal mehr ein Beispiel dafür, dass eine gesunde Portion Skepsis heute wichtiger ist denn je.

Erste Berichte und Forenbeiträge zu dieser besonderen Autofahrt habe ich ab Anfang Mai 2026 gefunden. Es spricht aber einiges dafür, dass diese Fahrt nie in echt stattgefunden hat. (Bild mit Hilfe von Google Gemini erstellt) Erste Berichte und Forenbeiträge zu dieser besonderen Autofahrt habe ich ab Anfang Mai 2026 gefunden. Es spricht aber einiges dafür, dass diese Fahrt nie in echt stattgefunden hat. (Bild mit Hilfe von Google Gemini erstellt)

Ich bin bei Reddit über einen Beitrag zu einem besonderen Gaming-Setup gestolpert, der meine Neugier geweckt hat. Das Bild oben dürfte klar machen, warum.

Der Beitrag selbst mit dem Titel Aber wieso? wurde inzwischen wieder vom Ersteller gelöscht – was vermutlich damit zusammenhängt, dass sich hier viel mehr die Frage stellt, ob das Ganze überhaupt je so stattgefunden hat – Stichwort KI.

Aufrufbar ist der Thread zwar noch, allerdings ohne das passende Video. Damit ihr euch selbst einen Eindruck davon verschaffen könnt, findet ihr unten eine der massenhaft verfügbaren alternativen Quellen dazu:

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Was das Problem daran ist

Das Video ist aus meiner Sicht mit großer Wahrscheinlichkeit mit Hilfe von KI generiert worden. Doch die beiden entscheidenden Probleme liegen woanders.

  1. Man sieht abseits der Absurdität der Situation nicht auf den ersten Blick, dass es sich um ein KI-generiertes Video handelt.
  2. Das Video wurde oft weiterverbreitet, aber so gut wie nie mit einem direkten Hinweis auf den (sehr wahrscheinlichen) Einsatz von KI – und teils sogar mit einer Beschreibung, die klingt, als wäre das alles wirklich so passiert.

Es folgt eines der zahlreichen Beispiele für den zweiten Punkt, hier anhand eines Textauszuges beim Instagram-Kanal rich.peoples-lifestyle:

Früher stand Luxus für Komfort. Heute bedeutet er, unmögliche Ideen in die Realität umzusetzen.

Jemand hat ein komplettes Rennsimulator-Setup in die Ladefläche eines fahrenden Mercedes-Benz G-Klasse eingebaut – drei Monitore, ein Lenkrad mit Direktantrieb, einen Gaming-PC, einen Rennsitz – und das alles während der Fahrt auf einer echten Autobahn.


Video starten 2:11 100 Prozent KI-Spiel: Für GameStar Survivors haben wir keine einzige Zeile Code geschrieben


Wir reden hier nur von einem absurden Gaming-Setup. Insofern wäre es halb so schlimm, wenn manche Menschen glauben würden, dass es echt ist, obwohl man das stark bezweifeln kann (die Frage der Sicherheit im Straßenverkehr mal außen vor gelassen).

Doch es lassen sich leicht Videos zu deutlich problematischeren Themen per KI erstellen, die man auf den ersten Blick für echt halten kann.

Wie man KI-Inhalte am besten erkennt

Mein Kollege Jan hat einen ausführlichen Artikel dazu erstellt, wie ihr KI-Inhalte am besten als solche identifiziert: Der ultimative Guide zum Erkennen von KI-Bildern und -Videos.

In diesem Fall ist der Abschnitt Nicht identifizierbare Schriften und Sprachen aus Jans Artikel der schnellste Weg, den KI-Einsatz zu erkennen. Auf dem vermeintlichen Nummernschild des Mercedes sind mehrere Zeichen, die zwar an Zahlen erinnern, aber diese nicht wirklich korrekt darstellen.

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Es gibt viele weitere Punkte, die für eine KI-Generierung sprechen, etwa die teils zu magisch verschwindenden Schatten, Fragen der physikalischen Machbarkeit und der merkwürdige vierte Monitor oberhalb der anderen drei (das im Spiel überholende Auto taucht darauf nicht auf am Ende des Clips).

Wie leicht sich so etwas mittlerweile erstellen lässt, zeigt auch der Instagram-Kanal carfanatics. In seinen aktuellen Reels finden sich dort mehrere alternative Versionen der besonderen Autofahrt aus diesem Artikel, alle bei Nacht auf der gleichen Straße, mit teils noch absurderen Setups.

So oder so gilt aus meiner Sicht: Wenn man ein solches Video weiter verbreitet, solltet man die Quelle kennen oder kenntlich machen, dass man es nicht tut – und vor allem, dass es sich um ein KI-generiertes Video handeln kann.

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