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Holocaust, Trump, Überwachung: In fünf Schritten zum politischen Spiel mit #keineahnung

Du bist ein Computerspielentwickler? Du möchtest ein politisches Spiel machen? Eines, das nicht nur »wichtig« ist, sondern auch Erfolg hat? Dann kommen hier fünf Pro-Tipps.

von Christian Schiffer,
13.02.2020 05:00 Uhr

Ein Spiel mit politischer Botschaft entwickeln und damit bei Kritikern wie Fans Erfolg haben - das ist der Traum manch eines Videospielstudios. Bei #keineahnung gibt Kolumnist Christian Schiffer Tipps, damit das klappt. Ein Spiel mit politischer Botschaft entwickeln und damit bei Kritikern wie Fans Erfolg haben - das ist der Traum manch eines Videospielstudios. Bei #keineahnung gibt Kolumnist Christian Schiffer Tipps, damit das klappt.

Das Wichtigste zuerst: Man darf mit Computerspielen auch einfach mal Spaß haben. Wenn ihr bei FIFA schlicht den Ball in den Giebel zimmern oder bei Fallout mutierte Riesenviecher kaputt schießen möchtet, dann ist das völlig okay. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass man seine Freizeit eigentlich kaum sinnvoller verbringen kann.

Man kann Spaß daran haben, Spiele politisch auszudeuten, man kann es aber auch genießen, in Doom mit Hilfe von dicken Wummen irgendwelche Dämonen fachgerecht zu zerkleinern. Spiele sind nicht unpolitisch, aber in der Regel ist mir das wurst, denn ich muss mich privat und beruflich dauernd mit Politik beschäftigen.

Da finde ich es dann doch recht erfrischend, abends vor dem PC nicht über Einkommensunterschiede, Trump, Klimawandel oder Identitätspolitik nachdenken zu müssen, sondern nur darüber, wo ich in Frostpunk die nächste Kneipe hinbaue.

Mehr zum Thema: So gehen die Life-is-Strange-Entwickler mit Politik in Spielen um

Der Autor
Christian Schiffer ist Journalist beim Bayerischen Rundfunk, Politikwissenschaftler, weltgrößter Ultima-7-Fan und Herausgeber des Spielkultur-Bookazines WASD. In seiner Kolumnenserie #keineahnung schreibt er für GameStar Plus über die Absurditäten unserer Branche und legt den Finger in die Wunde: Seid ihr eigentlich alle bescheuert?

Bitte keine Feuilleton-Raufaser-Tapete in 60 Fps

Anders sieht es aber bei Spielen aus, die dezidiert politisch sind. Bei Spielen also, bei denen der Entwickler eine politische Botschaft transportieren möchte. In etwa so, wie es auch dezidiert politische Liedermacher gibt oder dezidiert politische Filme. Spiele eben, die manchmal als »wichtig« angesehen werden und es meistens auch sind - zuletzt etwa das Holocaust-Spiel Through the Darkest of Times. Die aber bisweilen doch nur gut gemeint sind und manchmal sogar so langweilig wie eine Feuilleton-Raufasertapete in 60 fps. Deswegen, lieber politische Spielemacher, hier Regel Nr. 1:

Tipp #1: Versuche zu unterhalten!

Darf man das? Darf man sich einem ernsten Thema widmen und dabei unterhalten? Man sollte sogar! Der Film »Schindlers Liste« behandelt ein ernsthaftes Thema und unterhält trotzdem. Auch eine gut gemacht Doku über die Austrocknung des Aralsees muss ihr Publikum nicht zwangsweise langweilen.

Damit wir uns nicht missverstehen: Spaß muss Dein Spiel nicht unbedingt machen. Spaß und Unterhaltung ist nicht dasselbe. Man sagt ja auch nicht: »›Schindlers Liste‹ war echt ein großer Spaß!« Oder: »Nichts macht mehr Spaß, als mit den Jungs und einem Kasten Bier eine Doku über die Austrocknung des Aral-Sees wegzubingen!«