Um Elle Fanning in Predator Badlands in der Mitte durchzuschneiden, hatten die Macher eine kreative wie ungewöhnliche Inspiration: Hunderollstühle

Yautja Dek trägt einen Synth auf dem Rücken. Was man mit Computereffekten hätte lösen können, hat erstaunlich viel Praktisches.

Was man nicht sieht: Elle Fannings Beine hängen in der Szene an einer Schaukel. (Bildquelle: 20th Century Studios) Was man nicht sieht: Elle Fannings Beine hängen in der Szene an einer Schaukel. (Bildquelle: 20th Century Studios)

Aliens, Raumschiffe, fremde Planeten: Bei Predator: Badlands stammt viel aus dem Computer. Doch gerade bei seinen Hauptfiguren setzten die Macher auf praktische Effekte, wenn sie konnten – selbst wenn es hieß, eine Schauspielerin digital in der Mitte durchzusägen.

Das ist besonders bei Protagonistin Thia eine echte Kopfnuss. Ellen Fanning spielt im Sci-Fi-Reißer nämlich eine Doppelrolle als Synth. Das sind im Predator- und Alien-Franchise menschlich aussehende Roboter. Androiden.

In Predator: Badlands landet Dek, titelgebender Predator vom Stamm der Yautja, auf einem fremden Planeten, wo er Thia trifft. Die hat ihre Beine verloren, also gehen die beiden einen Deal ein: Thia navigiert Dek durch das fremde Land, er hilft ihr, ihre Beine zu finden.

Dek trägt die beinlose Thia Huckepack durch den Dschungel. Zeit für CGI, oder? Ja, aber anders, als ihr vermutlich denkt.

Wie wird man seine Beine los?

Im Interview mit Befores and Afters, einem Magazin für Spezialeffekte, erklären die Macher, warum sie sich gegen 100 Prozent CGI entschieden haben.

Wir haben schon früh beschlossen, dass Elle vor Ort sein sollte. Andernfalls wäre Dimitrius Schuster-Koloamatangis Darstellung [Darsteller von Dek, Anm. d. Red.] anders ausgefallen, und die körperliche Präsenz sowie die Beziehung, die dadurch entstand – dass sie physisch so nah beieinander waren –, waren äußerst wichtig. Das unterstützt auch den Schnitt insofern, als dass man das Material so bearbeiten konnte, als wäre es Live-Action, weil sie tatsächlich vor Ort waren.

Kathy Siegel, Produzentin

Bevor wir weiter auf die praktischen Effekte eingehen, ratet doch mal, wie die Macherinnen und Macher Elle Fanning »in der Mitte durchgesägt« haben.

Vieles von dem, was man sieht (oder nicht sieht, wie Elle Fannings Beine), ist clevere Kameraarbeit. Oft zeigt die Linse nur Fannings und Schuster-Koloamatangis Oberkörper. Easy.

Nicht selten musste sich die Schauspielerin aber in ein Loch setzen, um ihre fehlenden Beine zu suggerieren, sodass beide Darsteller eben nicht auf Augenhöhe waren. Das wurde für die Szene vor Ort gegraben und in der Nachbearbeitung digital entfernt.

Wenn Dek Thia Huckepack trägt, dann steckt da im Grunde ein recht simpler Trick dahinter.

  • Fanning hing in einer Art Schaukel, die ihre Beine in der Luft hielt.
  • Sie trug obendrein eine blaue Hose, sodass man ihre Beine am Computer nachträglich entfernen konnte.

Sehen könnt ihr das in diesem Clip, welcher von der DVD/Blu-ray stammt und einen Blick hinter die Kulissen gibt:

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Kompliziert wurde es in Actionszenen, erklärt Olivier Dumont, Special-Effects-Supervisor:

Wenn Dek in einer geraden Linie rennt, funktionieren Drähte und Gurtzeug. Aber wenn er Kurven rennt, würde die Leine nicht funktionieren, denn sobald Dimitrius sich entfernt, würde das gesamte Gewicht abfallen. Also haben wir uns eine Vorrichtung ausgedacht, die wie ein Rollstuhl oder eine Rikscha aussah. Elle würde auf einem Rollstuhl hinter Dimitrius sitzen, damit er wirklich überall hinfahren könnte, wo er wollte.

Olivier Dumont, Special-Effects-Supervisor

Wie das aussieht, seht ihr im nachstehenden Bild. Fanning sitzt auf einer Vorrichtung mit zwei Rädern, die von ihrem Schauspielpartner gezogen wird. Sie sieht aus wie ein Rollstuhl für Hunde, die ihre Hinterbeine nicht mehr benutzen können.

Auch zu sehen ist Fannings blaue Hose. Die erlaubt es, ihre Beine im Nachgang am Computer zu entfernen. (Bildquelle: 20th Century Studios) Auch zu sehen ist Fannings blaue Hose. Die erlaubt es, ihre Beine im Nachgang am Computer zu entfernen. (Bildquelle: 20th Century Studios)

Ein Problem gab es beim Dreh trotzdem noch – und wenn ihr auf Thias Bewegungen achtet, könnt ihr es im fertigen Film sehen.

Aufgrund der Vorrichtung konnte Fanning ihre Arme wohl nicht einfach hängen lassen. Deshalb macht Thia in sämtlichen Szenen etwas mit den Händen, und sei es nur, sich an Dek festzuhalten.


Passend zum Thema:


Ach ja, in Predator: Badlands gibt es auch Szenen, in denen nur Thias Beine zu sehen sind (ohne Oberkörper), etwa, wenn sie von selbst ein paar Bösewichte ausschalten.

Auch das sind Elle Fannings Beine – nur diesmal andersherum aufgenommen.

Das Stunt-Team des Films entwickelte für diese Sequenzen ein 3D-Modell. Bei den Dreharbeiten führte Fanning verschiedene Elemente selbst aus, während die Stuntfrau Rosalie Button bei den Action-Sequenzen half – diesmal mit kostümierten Beinen und einem blauen Body von der Taille aufwärts, das um die Taille herum mit Tracking-Markierungen versehen war. Wētā FX war für die visuellen Effekte dieses Kampfes verantwortlich und half zudem dabei, einige zusätzliche Momente dafür per Motion-Capture aufzunehmen.

Olivier Dumont, Special-Effects-Supervisor
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