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Seite 2: Razer Ouroboros - 130 Euro teure Transformers-Maus mit Cloud-Zwang

Präzision

Großes Seitenteil Haben Sie das ausladende Seitenteil montiert, benötigen Sie viel Kraft, um den darunter liegenden Schalter zu betätigen, der sich für das temporäre Absenke der Abtastrate eignet.

Kleines Seitenteil Mit dem kleinen Seitenteil lässt sich der Taster etwas einfacher auslösen, ist in der Praxis aber immer noch zu schwergängig, um präzise zu funktionieren.

Die Ouroboros nutzt sowohl einen optischen Infrarot- als auch einen Laser-Sensor, wie ihn auch die Razer Taipan einsetzt, wobei der IR-Sensor unseres Wissens nach nur für die Bestimmung der Abhebedistanz eingesetzt wird. Er entscheidet also, ab welcher Höhe vom Mauspad der Laser-Sensor abgeschaltet wird, sodass es nicht zu ungewollten Zeigerbewegungen beim Umsetzen der Maus kommt. Der für die Zeigerbewegungen verantwortliche Laser-Sensor mit maximal 8.200 dpi hört auf die Bezeichnung Avago S9818, eine für Razer angepasste Variante des Avago S9800, der unter anderem auch in der Roccat Kone XTD steckt.

An der Präzision des Laser-Sensors haben wir im Test der Razer Ouroboros nichts auszusetzen. In unseren Testspielen mit Battlefield 3 und Quake Live agiert der Sensor zuverlässig und sowohl langsames, pixelgenaues Zielen sowie sehr schnelle Manöver und Reflexschüsse gelingen äußerst präzise. Auch mit unterschiedlichen Maus-Pads aus Stoff, Hartplastik oder Metall kommt der Sensor problemlos zurecht, nur durchsichtiges Glas führt wie bei vielen anderen Mäusen auch zu Aussetzern. Das Problem beseitigt die in der Konfigurations-Software mögliche Oberflächenkalibrierung nicht, die den Sensor auf verschiedene Mauspads einstellen soll.

An der Unterseite sehen Sie die Linsen von Laser- und Infrarotsensor. Mit Hilfe der Schieberegler lassen sich die Taster unter den Seitenteilen sperren. An der Unterseite sehen Sie die Linsen von Laser- und Infrarotsensor. Mit Hilfe der Schieberegler lassen sich die Taster unter den Seitenteilen sperren.

Unterschiedliche Einstellungen für die Abhebehöhe, ab der der Sensor aufhört zu arbeiten, hatten in unserem Test keinen merklichen Effekt. Das ist aber nicht weiter schlimm, da die Ouroboros bereits ab etwa einem Millimeter über dem Pad keine Steuerkommandos überträgt und auch kein ungewolltes Zeigerspringen beim Abheben auftritt.

Auch Spieler, die extrem niedrige Mausempfindlichkeit (»low sens«) nutzen, folglich die Maus sehr schnell und raumgreifend über das Pad bewegen und daher häufig umsetzen, sollten mit der geringen Abhebehöhe zufrieden sein. Allerdings berichten einige Ouroboros-Besitzer von ungewollter Zeigerbeschleunigung des Sensors. Das bedeutet, der Zeiger beziehungsweise das Fadenkreuz kommt bei gleichem Mausweg abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit nicht immer an der exakt gleichen Stelle zum Stehen. In unseren Praxistests mit so niedriger Empfindlichkeit, dass etwa 20 Zentimeter für eine 360-Grad-Drehung nötig waren, konnten wir das aber nicht nachvollziehen. Und die allermeisten Spieler bevorzugen sowieso eine wesentlich höhere Mausempfindlichkeit.

Wer für gezielte Distanzschüsse gerne kurz die Abtastrate (auf ein selbst definierbares Niveau) absenkt, kann das mit Hilfe der Taster unter den Seitenteilen tun, allerdings klicken die relativ schwergängig, was aber auch abhängig von der eigenen Handgröße und der Gehäusekonfiguration der Ouroboros ist. Die Feuertasten arbeiten dagegen sehr viel leichtgängiger mit exaktem Druckpunkt, bieten aber genug Widerstand, um sie nicht versehentlich auszulösen. Besonders gut gefällt uns auch das breite, sehr sauber gerasterte und absolut rutschsicher gummierte und genoppte Mausrad, dessen Druckpunkt weder zu hart noch zu weich ist. Und auch die Seitentasten schalten exakt und lassen sich gut erreichen. Unterm Strich gehört die Ouroboros damit in Sachen Präzision (ausgenommen die zu schwergängigen Taster unter den Seitenteilen) sicherlich zu den besten Spielermäusen und diesbezüglich in eine Liga mit Logitech G9x und Steelseries Sensei.

Technik(-Probleme)

Die Razer Ouroboros lässt sich sowohl per Funkverbindung als auch per USB-Kabel nutzen. Als Energiequelle beim Drahtlosbetrieb kommt eine handelsübliche AA-Batterie zum Einsatz, ein entsprechende Akku-Variante liegt bei. Auskunft über das Energieniveau geben drei grüne LEDs auf dem Mausrücken. Laden lässt sich die Ouroboros entweder per USB-Kabel oder mit Hilfe der kombinierten Empfänger- und Ladestation. Mit Akku an Bord bringt die Ouroboros schwere 135 Gramm auf die Waage, ohne Akku sind es noch 120 Gramm, allerdings klappt das nur im USB-Betrieb. Die Abfragerate beträgt maximal 1.000 Hertz (Mal pro Sekunde) sowohl bei USB- als auch bei Funkverbindung. Im Praxistest funktioniert die Drahtlosverbindung subjektiv verzögerungsfrei und absolut stabil. Auch der Wechsel zwischen Funk- und Kabelverbindung ist nach dem nötigen Umstecken des USB-Kabels von der Ladestation zur Maus in ein, zwei Sekunden erledigt.

Der Empfänger für die Funkverbindung dient gleichzeitig auch als Ladestation. Das USB-Kabel lässt sich bei Bedarf auch direkt an die Ouroboros stecken und ermöglicht so kabelgebundenen Betrieb. Der Empfänger für die Funkverbindung dient gleichzeitig auch als Ladestation. Das USB-Kabel lässt sich bei Bedarf auch direkt an die Ouroboros stecken und ermöglicht so kabelgebundenen Betrieb.

Bei der Akkulaufzeit muss Razer aber noch nachbessern: Zwar lässt sich in der Konfigurations-Software festlegen, wie schnell die Ouroboros bei Nichtbenutzung in den Schlafmodus gehen soll, in unserem Test schaltete sich die Maus aber oft überhaupt nicht ab – entsprechend schnell ist der Akku leer, vor allem, wenn man vergisst, die Ouroboros auf die Ladestation zu stellen. Razer sollte hier unbedingt per Firmware-Update Abhilfe schaffen, bis dahin gibt es Punktabzug. Bei voller Ladung soll der Akku angeblich zwölf Stunden durchgehendes Spielen aushalten, unserer Erfahrung nach reicht er nur so gerade an die zehn Stunden heran.

Um den Akku (Standard AA-Modell) zu wechseln, müssen Sie den Schlitten ganz herausziehen und das darunter liegende Fach öffnen. Um den Akku (Standard AA-Modell) zu wechseln, müssen Sie den Schlitten ganz herausziehen und das darunter liegende Fach öffnen.

Ein weiteres Problem haben wir beim Wechseln der dpi-Stufe mit Hilfe der vor dem Mausrad angebrachten Taster festgestellt: Während die Taster selbst präzise schalten und gut erreichbar sind, hängt der Mauszeiger beim Wechseln der dpi-Stufe häufig ein, zwei Sekunden, was in hitzigen Gefechten oft zum unmittelbaren Bildschirmtod führt.

Außerdem gibt nur auf dem Desktop eine kurz erscheinende Anzeige Auskunft über die aktuelle dpi-Stufe. Beim Spielen im Vollbild sehen Sie die momentane Abtastrate dagegen nicht, da die Overlay-Anzeige hier nicht erscheint und auch die Maus selbst keine Anzeige dafür hat. Allerding wird das Problem in der Praxis dadurch etwas entkräftet wird, dass wohl nur die wenigsten Nutzer im Spiel häufig die Abtastrate wechseln – auch wenn die Werbung das (wie so vieles) anders erscheinen lässt. Für die kurzen Aussetzer beim dpi-Wechsel gibt es aber Punktabzug, solange eine neue Firmware das Problem nicht behebt.

Software

Zwar funktioniert die Razer Ouroboros grundsätzlich auch ohne separate Treiberinstallation. Um aber überhaupt Einstellungen vornehmen zu können, benötigen Sie Razers Synapse-Software. Das ist ein Cloud-basiertes Konfigurations-Tool, für das Sie ein Benutzerkonto anlegen müssen und das ohne Internetzugang nicht funktioniert. ZUmindest ein Mal müssen Sie sich bei Razers Servern einloggen, danach können ist das Synapse-Tool auch offline nutzbar. Der Vorteil ist, dass Sie sich an jedem PC in die Synapse-Software einloggen können und sofort Ihre eigenen Einstellungen vorfinden, da diese auf Razers Servern gespeichert werden. Außerdem ist die Software so immer aktuell. Allerdings erhalten Sie fast den gleichen Effekt mit intern in der Maus gespeicherten Profilen, nur ohne Online-Zwang.

Unserer Meinung nach überwiegen die Nachteile daher bei Weitem: Zunächst können Sie anfangs überhaupt nichts einstellen, solange keine Internet-Verbindung besteht und/oder die Razer-Server nicht funktionen. Zu Beginn unseres Tests der Razer Ouroboros etwa konnten wir zwar die Synapse-Software herunterladen und installieren, der nötige Update-Vorgang beim ersten Start von Synapse scheiterte aber mehrere Stunden an nicht erreichbaren Servern – währenddessen spielten wir nur mit der Standardeinstellung der Ouroboros. Wenn die Cloud-Funktionen optional wäre, wäre sie eine nicht uninteressante Zusatzfunktion. Der Zwang erweckt aber den Eindruck, Razer wolle mit dem Cloud-Treiber in erster Linie Nutzerdaten einsammeln. Wenigstens müssen Sie sich nur für den ersten Start anmelden und können die Synapse-Software dann auch offline nutzen.

Razer Ouroboros - Cloud-Treiber Synapse 2.0 ansehen

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