Redaktions-Geheimtipp - In Titan Souls entscheidet ein Treffer alles

Es gibt tausende Spieleperlen, die kaum jemand kennt. Mit Titan Souls stellen wir euch einen Geheimtipp vor, der von seinem Minimalismus lebt.

von Robin Rüther,
14.09.2019 09:19 Uhr

In Titan Souls dreht sich alles um Endgegner. Die große Stärke: Minimalismus.In Titan Souls dreht sich alles um Endgegner. Die große Stärke: Minimalismus.

Wer nur nach dem Äußeren urteilt, hat in den vergangenen Jahren einige Überraschungen verpasst. Undertale ist eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe, erinnert im Design jedoch an Grundschulkritzeleien.

To the Moon hat weder Vertonung noch detaillierte Gesichter und rührte mich dennoch zu Tränen. Und Titan Souls? Das sieht aus wie ein süßes Pixelabenteuer, bringt mich aber wegen seines hohen Schwierigkeitsgrades zum Fluchen.

Kurze Zusammenfassung: Titan Souls ist ein Bosskampfspiel mit simplen Mechaniken und intensiven Kämpfen. Ich habe einen Pfeil, die Bosse haben eine Schwachstelle. Treffe ich sie, ist der Kampf entschieden. Habe ich meinen Pfeil verschossen, kann ich ihn mit einem Knopfdruck zurückrufen.

Parieren? Blocken? Spezialangriffe? Solche Gameplay-Elemente hat Titan Souls nicht. Dieser Minimalismus ist aber keine Schwäche des Spiels, sondern die große Stärke, weil es nicht mehr braucht.

Zum Autor
Robins Steam-Bibliothek ist eine Schatzkammer, wenn es um Indie-Spiele geht. Er hätte hier auch über Furi, Hollow Knight, To the Moon, Papers Please, Samorost 3, Gods Will Be Watching oder Undertale schreiben können, aber am Ende haben die Titanen die Tombola gewonnen. Harte Bosskämpfe sind genau sein Ding, bei Titan Souls hat es ihm zusätzlich das simple, aber alles andere als leichte Gameplay angetan. Der erste Prototyp zum Spiel entstand übrigens in nur 72 Stunden bei einem Ludum Dare. Wer mal ins Spiel reinschnuppern will, kann sich auf Steam eine Demo herunterladen.

Shadow of the Colossus lässt grüßen

Was leicht klingt, entpuppt sich als knackige Herausforderung. Jeder Titan verhält sich anders und selbst wenn die Schwachstelle offensichtlich erscheint, brauche ich meist zahlreiche Anläufe, bis ich sie endlich treffe.

Ein monströser Yeti erdrückt mich mit Schneebällen. Ein glühender Blob versengt mich mit seiner Glut. Eine giftige Pflanze durchspießt mich mit ihren Ranken. Jeder Kampf ist einzigartig, dieselbe Taktik klappt nie zweimal.

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Der Minimalismus zeigt sich nicht nur im Gameplay, sondern auch in der Geschichte. Warum ich Titanen töten, was es mit ihnen auf sich hat und wer ich überhaupt bin, wird kaum thematisiert. Zwischensequenzen und Dialoge fehlen, viele Antworten werden nur angedeutet.

Das schadet Titan Souls aber nicht, im Gegenteil: Das Spiel lebt von genau dieser Atmosphäre, die teilweise an Shadow of the Colossus erinnert: Es gibt nur die Titanen und mich, alles andere ist sekundär.

Ein Treffer entscheidet alles.Ein Treffer entscheidet alles.

Klein, aber atmosphärisch

Außerhalb der Kämpfe laufe ich durch eine Welt, die eher als Hub für die einzelnen Bosse fungiert. Sie ist nicht groß und ich kann auch nicht mit ihr interagieren, trotzdem hat sie etwas Mystisches an sich mit ihren Runen, Tempeln und Ruinen.

Eine ruhige, fast sehnsüchtige Melodie begleitet mich, während ich kryptische Zeichen und Wandmalereien entdecke. In den Kämpfen mit den Titanen wird sie episch und bedrohlich - jeder Boss hat sein eigenes Thema.

Wenn ihr euch geschickt anstellt, könnt ihr Titan Souls in unter einer Stunde durchspielen. Vermutlich werdet ihr beim ersten Mal jedoch ein Vielfaches länger brauchen und dutzende Tode sterben. Die Reise lohnt sich.

Titan Souls - Launch-Trailer: Nur Endgegner 1:07 Titan Souls - Launch-Trailer: Nur Endgegner


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