Es gibt nur wenige Tech-Gadgets, die mich in den letzten Jahren so nachhaltig beeindruckt haben wie das Remarkable 2. Falls euch der Produktname nichts sagt: Das ist ein E-Ink-Tablet, das sich anfühlt wie Papier und auf die Flut an Ablenkungen verzichtet, die ein modernes Tablet durch Apps und Push-Nachrichten mit sich bringt.
Die Begeisterung teilt auch mein Kollege Patrick, den vor allem das Remarkable Paper Pro mit Farbdisplay überzeugt hat – bis auf die Größe. Denn mit 11,8 Zoll (ca. 30 cm) ist das Tablet nicht gerade handlich.
Viele Nutzer haben sich daher eine kompaktere Version des Remarkable gewünscht. Nun ist sie da. Ich habe das notizbuchkleine Remarkable Paper Pro Move zehn Tage lang ausprobiert. Hier meine ersten Eindrücke in kurzer, verdaulicher Form.
Hinweis: Wenn ihr mehr zu den Geräten erfahren wollt, schaut euch unbedingt die verlinkten Artikel an. Ich beschränke mich auf die Neuerungen des Nachfolgers.
26:50
Tablet oder Notizbuch? Das steckt im reMarkable Paper Pro Move
Erster Eindruck & Haptik
Mit einer Hand nutzbar: Ultra-portabel - das ist das Alleinstellungsmerkmal des neuen Move. Mit seiner Größe von knapp 19,5 × 10,7 × 0,65 Zentimetern erinnert es an ein klassisches Journalisten-Notizbuch. Selbst mit meinen Mini-Händen kann ich das Gerät super in nur einer Hand halten.
Es passt zudem problemlos in die Innenseite von Jacke und Sakko oder in die hintere Hosentasche. Das Tablet fühlt sich dank des Aluminiumgehäuses und des texturierten Glases gewohnt hochwertig an.
Design-Kompromiss, aber ein guter: Zugegeben, der Wow-Faktor
des hauchdünnen Remarkable 2 fehlt hier. Das Move ist ebenso wie das große Paper Pro deutlich dicker. Aber das ist ein logischer und notwendiger Kompromiss für den Akku und vor allem für die nützliche, in fünf Stufen einstellbare Hintergrundbeleuchtung.
Dank des schmalen Formfaktors ist das Remarkable Paper Pro Move super portabel - und verschwindet schnell in der Jackentasche.
Schreiben & Display
Display: Der 7,3-Zoll große Bildschirm ist angenehm scharf, nur bei sehr genauem Hinsehen aus nächster Nähe lassen sich leichte Fransen an Buchstabenrändern erkennen, die aber im Alltag nicht auffallen. Perfekt für Notizen und das Lesen von Dokumenten, ohne die Augen anzustrengen.
Die Farben sind dezent, aber gut sichtbar. Somit kann man Highlights setzen oder Textpassagen markieren. Man kann das Display auch rotieren und im Querformat schreiben oder zeichnen.
Helligkeit: Die dezente Hintergrundbeleuchtung lässt sich in fünf Stufen regeln und erlaubt somit auch die Nutzung bei schlechten Lichtverhältnissen. Eine Funktion zur automatischen Helligkeitsregelung gibt es aber leider nicht.
Navigation: Die gewohnte Benutzeroberfläche des Remarkable-Tablets funktioniert auch auf dem kleineren Bildschirm hervorragend. Dafür sorgen auch die zahlreichen Wischgesten, wie zum Beispiel das Zoomen oder Verschieben des Bildschirms mit zwei Fingern.
Das ist vor allem dann hilfreich, wenn ihr eine Notiz öffnet, die normalerweise nicht für den kleinen Bildschirm gedacht ist. Alle Notizen meines Remarkable 2 wurden verkleinert dargestellt mit der Option, sie zu vergrößern.
Flackern: Beim Umblättern ist mir das für E-Ink-Displays typische Verhalten aufgefallen – der Inhalt der Seite ist nicht sofort sichtbar, sondern mit einer minimalen Verzögerung. Bei Farben geschieht das deutlich langsamer, was den Flacker
-Eindruck verstärkt. Kein Drama, aber deutlich sichtbar.
Das Schreibgefühl – anders, aber gut: Es ist das bekannte, etwas weichere Gefühl vom Paper Pro; beim Standard-Remarkable kratzte der Stift noch etwas rauer
über den Bildschirm, was den Eindruck verstärkte, auf echtem Papier zu schreiben.
Dennoch fühlt es sich sehr angenehm an, auf dem Move zu kritzeln. Die Latenz ist weiterhin minimal, das Schreiben macht sofort Spaß. Für den Stift liegen Ersatzminen im Lieferumfang bei.
Links: Helligkeit auf Stufe 4 von 5 in der Dunkelheit. Rechts: Dank Farbdisplay sind Markierungen deutlich besser zu erkennen.
Der Companion
-Faktor
Begleiter, kein Ersatz: Das ist meine wichtigste Erkenntnis. Für mich ist das Move der perfekte Begleiter für unterwegs. Gerade hier auf der IFA leistet es mir gute Dienste, um mal eben ein paar Gedanken zu notieren – super als Journalisten-Notizbuch, für To-do-Listen oder schnelle Ideen im Meeting.
Größe hat Grenzen: Für große, kreative Brainstormings oder das Markieren von A4-PDFs greife ich weiterhin lieber zum größeren Bildschirm.
Auch für die Monatsplanung ist mir der Bildschirm des Move zu klein. Das Move ist daher kein Ersatz für das Remarkable 2 oder Paper Pro, sondern eine Ergänzung für alle, die viel unterwegs sind und die geringe Größe bevorzugen.
Nahtloser Sync: Und genau dieser Companion-Ansatz funktioniert, weil der Sync mit der Cloud und den anderen Geräten wie gewohnt beeindruckend schnell und zuverlässig ist. Eine Notiz im Move starten und nahtlos am Desktop oder einem größeren Remarkable beenden – das klappt hervorragend.
Software, Akku & Preis
Flüssiges OS: Das Betriebssystem ist schnell, die zahlreichen Gesten funktionieren auch gut für den kleineren Bildschirm. Ich habe keinerlei Abstürze oder Bugs bemerkt.
Neue Vorlagen (Methods
): Es gibt einige coole neue, strukturierte Vorlagen, z.B. für Meeting-Notizen oder gar Bullet Journaling. Letzteres kommt mir gelegen, da ich die BuJo-Methode seit einigen Monaten ausprobiere und nun direkt auf Vorlagen zurückgreifen kann.
Akku: Remarkable verspricht bis zu zwei Wochen Laufzeit, was deutlich weniger ist als bei den großen Modellen. Aber: 10 Minuten laden bringen euch 3 Tage Nutzung. Das ist für ein "Move"-Gerät, das man ständig dabei hat, entscheidend.
Der Preis: Startet bei 449 US-Dollar, inklusive dem Standard-Stift (Marker), der nun immerhin direkt dabei ist. Wer den Marker Plus mit der praktischen Radiergummi-Funktion will, zahlt 499 US-Dollar. Die Europreise sind mir aktuell noch nicht bekannt.
Der Preis ist immer noch eine Ansage und nach wie vor der größte Knackpunkt an den Remarkable-Tablets.
Erstes Fazit nach 10 Tagen
Das Paper Pro Move bringt alle Stärken des großen Bruders mit: ein scharfes, farbiges Display mit Hintergrundbeleuchtung, ein sehr natürliches Schreibgefühl und Reduktion aufs Wesentliche. Keine Apps, keine Ablenkung – nur reiner Fokus.
Die neue kompakte Größe ist ideal als Begleiter für unterwegs und hat mir gerade auf der Messe gute Dienste erwiesen. Es fühlt sich nach dem Sweet Spot an, auf den viele gewartet haben. Für tiefergehende Brainstormings oder Monatsplanungen ist es mir jedoch zu klein. Es ist letztlich wie beim iPad und iPad mini auch: Beide haben ihre Vor- und Nachteile und keines ist perfekt. Es kommt immer auf eure Situation an.
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