Ein kleines Tablet für digitale Notizen ist das beste Gadget, von dem ich nicht wusste, wie sehr ich es mir gewünscht habe

Für mich ist das reMarkable Paper Pro Move das ausgereifte Produkt des Unternehmens.

Seit vier Wochen weicht das kleine E-Ink-Tablet nicht von meiner Seite. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech). Seit vier Wochen weicht das kleine E-Ink-Tablet nicht von meiner Seite. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech).

Seit ich beruflich Texte schreibe und Videos produziere, taucht immer wieder dasselbe Problem auf: Meine Ideen verpuffen, wenn ich sie nicht umgehend festhalte.

Schießt mir eine Idee für eine Videoszene in den Kopf oder eine Smartwatch sorgt bei der Einrichtung für Ärger, muss das festgehalten werden – sofort! Ansonsten verschwinden Inspirationen oder Erinnerungen an Anekdoten zu Testprodukten genauso schnell, wie sie gekommen sind.

Ich habe bereits vieles versucht: Zettelwirtschaft, Sprachnotizen, Apps, Screenshots, Fotos. Nichts hat funktioniert. Stift und Papier sorgen für mehr Unordnung auf dem Schreibtisch, und ins Smartphone spreche ich meine Gedanken ungern hinein.

Was ich brauche, ist ein Werkzeug ohne Hürden und ohne Ablenkung. Einschalten, schreiben, fertig – keine Mitteilungen, keine Pop-ups, keine Versuchungen. Damit scheidet das Smartphone aus.

Das reMarkable 2 (oder Paper Pro) kommt dem schon extrem nahe, ist mir aber schlicht zu groß für unterwegs. Genau diese Lücke schließt das wesentlich kleinere reMarkable Paper Pro Move – und macht es endlich zu dem Gadget, das in meinen aktuellen Arbeitsalltag passt.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Autor Patrick testet für GameStar Tech vorrangig Wearables und Smartphones. Trotzdem gilt sein Interesse allen erdenklichen Tech-Produkten, darunter auch E-Ink-Tablets. So ist er vor vielen Jahren auf das reMarkable 2 gestoßen. Das liegt auch daran, dass Patrick alles Wichtige notieren muss. Für sein Privatleben hat er schon dutzende Listen und Einträge in Kalender- und Erinnerungs-Apps. Ansonsten würde er vermutlich sogar seinen eigenen Geburtstag vergessen.

Das ist das reMarkable Paper Pro Move

Remark … Was? Falls euch der Produktname nichts sagt: Das reMarkable Paper Pro Move ist ein E-Ink-Tablet, das (fast) gänzlich auf Apps und andere digitale Ablenkungen verzichtet. Weil das Schreibgefühl dem von Stift und Papier erstaunlich nahekommt, ist es bei vielen so beliebt.

Nicht nur das Schreiben auf dem Gerät macht Spaß. Nehme ich das Teil in die Hand, macht sich eine leise Selbstsicherheit breit und die Hand schreibt drauflos. Dank Aluminiumgehäuse und strukturiertem Glas wirkt das Produkt nämlich sehr wertig.

Das Display ist scharf (1.696 x 954, 264 ppi) und eine Latenz nahezu nicht vorhanden. Neben einer Hintergrundbeleuchtung unterstützt das Gadget auch Farben, um etwa Kritzeleien, Sätze oder Wörter hervorzuheben.

Einzigartig: Das Paper Pro Move ist aufgrund seiner Größe etwas Besonderes. Während das reMarkable 2 immerhin »nur« 10,3 Zoll misst, sind es beim großen Paper Pro stolze 11,8 Zoll. Das macht die beiden Vorgänger unhandlich.

Das kleine E-Ink-Tablet kommt hingegen auf gerade einmal 7,3 Zoll. Ideal, um es mit einer Hand zu bedienen. Gleichzeitig positioniert reMarkable das Produkt in einer noch schmaleren Nische.

Die Größe setzt Grenzen: Während die beiden großen Tablets viel Platz für Brainstorming, Skizzen, oder ganze Artikel haben (mit Tastatur), beschränkt sich das Paper Pro Move auf kleine Notizen. Die Zielgruppe fällt damit noch kleiner aus.

Für mich ist es hingegen der ausgereifte Begleiter des Unternehmens.

Der Formfaktor ist entscheidend

Der Formfaktor ist der große Star des Paper Pro Moves. Natürlich in Kombination mit dem Schreibgefühl. Ich kann ihn überall mit Leichtigkeit hinnehmen. Es liegt auf dem Schreibtisch oder dem Nachttisch und passt sogar in die Jackentasche.

Wie Kollege Mirco in seinem Hands-on beschrieben hat, wirkt es wie das klassische Journalisten-Notizbuch – und genau das liebe ich daran!

Im direkten Vergleich werden die Größenunterschiede umso deutlicher. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech) Im direkten Vergleich werden die Größenunterschiede umso deutlicher. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech)

Die beiden anderen Geräte des Herstellers schafften es aus Platzgründen nicht immer in den Rucksack, geschweige denn in irgendeine Jackentasche. Für das Paper Pro Move gibt es keine Ausreden.

Aktuell teste ich eine Action-Cam. Neben der kleinen Kamera wandert das E-Ink-Tablet in die Tasche, um unterwegs wichtige Notizen zu machen.

Ich habe es nahezu überall dabei, und das ist der entscheidende Punkt. So bleiben meine Ideen und Gedanken erhalten. Stattdessen verpufft der Frust.

Video starten 26:50 Tablet oder Notizbuch? Das steckt im reMarkable Paper Pro Move

Die altbekannten Stärken

Das Paper Pro Move von reMarkable verfügt selbstverständlich über die altbekannten Stärken der Reihe:

  • Die Software wird iterativ verbessert und fühlt sich inzwischen richtig gut an. Ich navigiere flott durch das Menü, ohne dass es zu Stottern oder nervigen Bugs kommt.
  • PDFs und E-Books lassen sich problemlos über die Web-Schnittstelle importieren.
  • Die Notizen landen in der Cloud und sind bei Bedarf über die App (Windows, macOS, iOS, Android) abrufbar oder können als PDF, PNG oder SVG exportiert werden.
  • Inzwischen tummeln sich auf der Webseite einige neue Vorlagen für Wochenplaner, Kalender, Bullet-Journal und mehr (Connect-Abonnement vorausgesetzt).
  • Der Gerätespeicher von 64 GByte reicht dicke.
  • Das Tablet habe ich in den letzten drei Wochen lediglich einmal aufgeladen. Die Akkulaufzeit von angeblich zwei Wochen kommt in etwa hin.

Fazit und Alternativen

Das Paper Pro Move ist das digitale Notizbuch, nach dem ich nicht gefragt habe, das ich aber dringend brauche. Bei den anderen beiden Modellen fiel mir eine Empfehlung schwer, vor allem wegen des Preises.

Beim kleinen reMarkable ist es anders:

  • Kauft es, wenn euch das Gefühl beziehungsweise der Frust meines Problems bekannt vorkommt – und ihr bereit seid, stolze 480 Euro auf die Ladentheke zu legen.
  • Lasst bloß die Finger davon, wenn ihr nur minimal mehr als ein digitales Notizbuch und rudimentären E-Book-Reader erwartet.

Alternativen: Schaut euch auch die vielen Alternativen auf dem Markt an. Das Unternehmen reMarkable ist nämlich längst nicht der einzige Hersteller von E-Ink-Tablets.

Die Webseite eWritable beschäftigt sich gezielt mit derartigen Geräten und stellt eine große Vergleichstabelle mit zahlreichen Produkten bereit.

Eine letzte Empfehlung: Wenn ihr bislang keine Berührungspunkte mit E-Ink-Tablets hattet, lohnt sich ein Blick auf den Gebrauchtmarkt. Schaut, ob euch diese Art von Tablet überhaupt zusagt und in euren Arbeitsalltag passt, bevor ihr viel Geld ausgebt.

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