Im Netz liest man es immer wieder, und auch einige Tech-YouTuber behaupten: Die RTX 5080 sei keine echte 80er-Karte, sondern lediglich eine umgelabelte RTX 5070.
Als Hauptargument wird angeführt, dass die RTX 5080 den kleinsten Leistungssprung zwischen zwei Generationen in der Geschichte der 80er-Modelle gemacht habe.
Doch wie haben die sich wirklich über die Jahre entwickelt? Ist an den Behauptungen etwas dran?
Um das herauszufinden, vergleichen wir nicht nur die jeweilige 80er-Karte mit ihrem direkten Vorgänger, sondern auch mit dem Flaggschiff der vorherigen Generation – sofern es ein solches oberhalb der 80er-Reihe gibt.
Zudem betrachten wir nur die nächsthöheren Modelle, die zum Launch verfügbar waren. Also etwa die RTX 3090 statt der RTX 3090 Ti oder die GTX 980 Ti anstelle der GTX Titan X, da es durchaus möglich ist, dass in Zukunft eine RTX 5090 Ti erscheint. Als Quelle dienen die jeweiligen GameStar-Tests:
| Modell | Launch | Chip, Architektur | Fertigung | vs. xx80 | vs. Flaggschiff |
|---|---|---|---|---|---|
| GTX 480 | 2010 | GF100 (Fermi) | 40 nm | vs. GTX 285: +61 Prozent | vs. GTX 295: +14 Prozent |
| GTX 580 | 2010 | GF110 (Fermi) | 40 nm | vs. GTX 480: +23 Prozent | - |
| GTX 680 | 2012 | GK104 (Kepler) | 28 nm | vs. GTX 580: +54 Prozent | vs. GTX 590: +6 Prozent |
| GTX 780 | 2013 | GK110 (Kepler) | 28 nm | vs. GTX 680: +20 Prozent | vs. GTX 690: -21 Prozent |
| GTX 980 | 2014 | GM204 (Maxwell) | 28 nm | vs. GTX 780: +34 Prozent | vs. GTX 780 Ti: +11 Prozent |
| GTX 1080 | 2016 | GP104 (Pascal) | 16 nm | vs. GTX 980: +79 Prozent | vs. GTX 980 Ti: +33 Prozent |
| RTX 2080 | 2018 | TU104 (Turing) | 12 nm | vs. GTX 1080: +42 Prozent | vs. GTX 1080 Ti: +7 Prozent |
| RTX 3080 | 2020 | GA102 (Ampere) | 8 nm | vs. RTX 2080: +66 Prozent | vs. RTX 2080 Ti: +31 Prozent |
| RTX 4080 | 2022 | AD103 (Ada Lovelace) | 4 nm | vs. RTX 3080: +38 Prozent | vs. RTX 3090: +29 Prozent |
| RTX 5080 | 2025 | GB203 (Blackwell) | 4 nm | vs. RTX 4080: +17 Prozent | vs. RTX 4090: -12 Prozent |
Tatsächlich zeigt sich: Die RTX 5080 weist im Vergleich zum direkten Vorgänger den kleinsten Leistungszuwachs auf. Zudem gelingt es ihr nicht, die RTX 4090 zu überholen – eine Seltenheit in der Geschichte der 80er-Modelle, denn bisher schaffte es fast jede neue Karte, das vorherige Flaggschiff hinter sich zu lassen.
Eine weitere Ausnahme gibt es allerdings: Die GTX 780 kann sich nicht gegen die GTX 690 behaupten. Im Durchschnitt ist sie 21 Prozent langsamer als das vorherige Flaggschiff, dafür aber 20 Prozent schneller als die GTX 680.
Auffällig ist dabei, dass GTX 780 und GTX 680 auf derselben Architektur (Kepler) und demselben Fertigungsverfahren (28 nm) basieren. Der moderate Leistungszuwachs von 20 Prozent resultiert hauptsächlich aus der deutlich größeren Chipfläche des GK110 im Vergleich zum GK104 (561 mm² vs. 294 mm²). Die GTX 690 wiederum besteht aus zwei GK104-Chips.
Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der RTX 5080. Das Fertigungsverfahren bleibt mit 4 nm identisch zur RTX 4080. Auch Chipfläche (379 mm² vs. 378 mm²) und Transistoranzahl (46,6 vs. 46,9 Milliarden) sind nahezu gleich. Lediglich die Architektur wurde leicht optimiert. Im Test zeigt sich daher, dass die RTX 5080 minimal effizienter arbeitet als ihr Vorgänger.
Das Leistungsplus ergibt sich primär aus einer leicht erhöhten Anzahl an Rechenkernen (10.752 vs. 9.728) und einer minimal gesteigerten Taktrate.
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RTX 5000: Das sagen unsere Experten zu Nvidias neuen Grafikkarten
Ist die RTX 5080 also eigentlich eine RTX 5070?
Ja, der Leistungssprung ist der kleinste, den es in den letzten 15 Jahren bei Nvidias 80er-Modellen gab. Doch reicht das aus, um die RTX 5080 als eine umgelabelte RTX 5070 zu bezeichnen?
Ein Blick auf eine weitere Metrik hilft: Wie viele Recheneinheiten besitzen die 70er- und 80er-Karten im Vergleich zum jeweiligen Flaggschiff? Auch hier ziehen wir die zum 80er-Modell jeweils nächsthöhere Grafikkarte heran, die zum Launch verfügbar war:
| Flaggschiff (Kernzahl) | 70er-Modell (in Prozent) | 80er-Modell (in Prozent) |
|---|---|---|
| GTX 780 Ti (2.880) | 53,3 | 80,0 |
| GTX 980 Ti (2.816) | 59,1 | 72,7 |
| GTX 1080 Ti (3.584) | 53,6 | 71,4 |
| RTX 2080 Ti (4.352) | 52,9 | 70,6 |
| RTX 3090 (10.496) | 56,1 | 82,9 |
| RTX 4090 (16.384) | 35,9 | 59,4 |
| RTX 5090 (21.760) | 28,2 | 49,4 |
Ein Muster wird erkennbar: Bis zur RTX 30-Reihe verfügen die 70er-Modelle über rund 55 Prozent der Recheneinheiten des jeweiligen Flaggschiffs, während die 80er-Modelle meist knapp über 70 Prozent besitzen.
Ausnahmen bilden GTX 780 und RTX 3080, die als einzige 80er-Karten seit 2010 auf demselben Chip wie das Flaggschiff basieren – abgesehen von Dual-Chip-Modellen wie der GTX 590 und 690.
Mit der RTX-40-Serie ändert sich dieses Verhältnis drastisch. Die RTX 4070 besitzt nur noch etwa 36 Prozent der Recheneinheiten des Flaggschiffs, die RTX 4080 immerhin 59 Prozent. Mit der RTX-50-Serie fällt das Verhältnis noch weiter: Die RTX 5070 kommt auf 28 Prozent, die RTX 5080 auf 49 Prozent.
Fazit: Ist die Kritik gerechtfertigt?
Gemessen an Leistungssprung und relativer Kernanzahl trifft die Aussage zu: Die RTX 5080 ähnelt eher einer RTX 5070 als einer 80er-Karte.
Doch das beruht auf der Annahme, dass jede Generation einen vergleichbaren Leistungssprung liefern muss. In einer idealen Welt mag das so sein, doch die Realität sieht anders aus. Zumal es immer schwieriger und aufwendiger wird, die Strukturbreiten weiter zu verkleinern.
Die Situation wäre womöglich eine andere, wenn AMD im High-End-Segment Nvidia stärker unter Druck setzen könnte.
Außerdem zählt heutzutage nicht mehr allein die Rasterleistung, auf der die bisherigen Vergleiche basieren. Technologien wie Raytracing, DLSS, FSR, XeSS sowie Frame Generation und Multi Frame Generation spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Gesamtbewertung einer GPU.
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