RX 9000: Wie steht's um die Verfügbarkeit zum Launch? Aussagen von Insidern zeigen, dass die Realität bitter werden könnte

In Kürze erreicht die zweite neue GPU-Generation in diesem Jahr den Handel. Aber ist das wirklich ein Grund zur Freude?

Tech-Autor Nils hat sich in der Branche umgehört, wie es beim RX-9000-Launch wohl mit der Verfügbarkeit aussieht. Tech-Autor Nils hat sich in der Branche umgehört, wie es beim RX-9000-Launch wohl mit der Verfügbarkeit aussieht.

Am 6. März startet der von vielen hoffnungsvoll erwartete Verkauf der neuen RX-9000-Generation von AMD, voraussichtlich um 15 Uhr.

  • Ein Termin, den sich so mancher Spieler rot im Kalender angestrichen haben dürfte. Das zeigt unter anderem ein Video mit knapp 850.000 Aufrufen des bekannten Tech-Kanals Gamers Nexus. Der Titel lautet AMD, versaut das nicht.
  • Der Hintergrund der Hoffnungen: Nvidias Ende Januar erschienene RTX-5000-Generation hat keinen guten Start hingelegt. Die Karten sind schlecht verfügbar und meist nur zu Preisen weit oberhalb der UVP zu haben.
  • Wird das jetzt mit AMD entscheidend besser? In Anbetracht der relativ niedrigen UVP von 549 beziehungsweise 599 US-Dollar, die durchaus viele positiv überrascht hat, eine umso drängendere Frage. Damit steht für die Karten vergleichbare Leistung wie bei ihren Vorgängern RX 7900 XTX und RX 7900 XT bei besserer Effizienz für weniger Geld im Raum.

Ich habe dazu mit verschiedenen Kontakten aus der Branche gesprochen. Ihre Antworten zeichnen ein recht klares Bild, das eventuelle Hoffnungen schnell wieder zerschlägt.

Video starten 1:05:29 CES 2025 - Tech-Highlights, NVIDIA Keynote & die EMOTIONALSTE Sphere-Show

Da ich dieses Bild trotz des in Kürze anstehenden Releases interessant finde, teile ich es in diesem Artikel vorab mit euch. Die Marktsituation zur Veröffentlichung der Karten schafft aber bereits am Nachmittag des 6. März klare Fakten.

Gewissheit haben wir inzwischen auch mit Blick auf die Leistung und die Effizienz der neuen Radeon-Modelle, aber wie! Das zeigen die passenden Tests meines Kollegen Alex eindrucksvoll:

Vertreibt euch die Zeit bis zum Release gerne sowohl mit diesem Artikel als auch mit dem oben zu sehenden Video von Tech like Vera, die unter anderem Nvidias RTX-5000-Vorstellung live auf der CES 2025 mitverfolgen konnte.

Video starten 7:01 Monster Hunter Wilds Benchmark: So gut sieht das Action-RPG auf der RTX 5090 in 4K aus

RX 9000: Auch hier stehen die Zeichen eher schlecht

Ich habe sowohl Board-Partner von AMD als auch Online-Händler dazu befragt, wie sie die Release-Situation der RX-9000-Generation einschätzen.

Man ist bemüht, ein positives Bild zu zeichnen, aber es sind vor allem die Einschränkungen am Ende der Aussagen, die mich skeptisch werden lassen. Es folgt eine Auswahl, ohne die genauen Quellen zu benennen:

Quelle #1 (Händler):

Wir freuen uns auf den Marktstart und rechnen mit solider Verfügbarkeit bei einer Auswahl verschiedener Modelle. Natürlich können wir über die tatsächliche Nachfrage auch nur spekulieren, sind aber zuversichtlich, dafür gut aufgestellt zu sein.

Quelle #2 (Board-Partner):

Zu den Preisen ist es natürlich schwer etwas zu sagen, da das nicht wirklich in unserer Hand liegt [...]. Ich habe aktuell noch keine offiziellen UVPs für unsere Karten. [...] Was die Händler dann daraus machen, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt. Da aber grundsätzlich die Karten gut verfügbar sind, dürfte das auch nicht ausufern. Aber letztlich entscheidet dann auch die Nachfrage, ob die Startmenge ausreichend war.

Quelle #3 (Händler):

Bezüglich Verfügbarkeit können wir sagen, dass wir bei den angesprochenen AMD-Modellen mit besserer Warenverfügbarkeit rechnen als bei der zuletzt gelaunchten NVIDIA 50er Serie. Dennoch ist auch hier eher davon auszugehen, dass zu Beginn die Nachfrage die unmittelbare Verfügbarkeit übersteigen wird.

Quelle #4 (Board-Partner):

Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage zum Launch das Angebot übersteigen wird.

Bemerkenswert sind dabei für mich vor allem zwei Dinge:

  • Die eher vorsichtigen bis negativen Einschätzungen der zu erwartenden Nachfrage und der Chancen, sie bedienen zu können.
  • Der späte Zeitpunkt, zu dem Board-Partner die UVP ihrer eigenen Grafikkarten noch nicht benennen können (dazu im folgenden Abschnitt mehr).

Was ist da beim Preis los?

Die oben genannte Quelle ist nicht die Einzige, die mir gegenüber (zu) späte Preisklarheit seitens AMD signalisiert hat.

Das ist wiederum kein gutes Zeichen für Board-Partner und den Handel, weil man nur mit konkreten Preisen vernünftig kalkulieren kann und seine Lager im Zweifel lieber vorsichtig füllt.

Lasst euch dabei nicht von der bereits offiziell kommunizierten UVP beirren.

Bei der hier thematisierten Preisfrage geht es für AMD, ihre Board-Partner und die Händler darum, wie teuer die Chips und die darauf basierenden Karten verkauft beziehungsweise eingekauft werden können – und wie viel man jeweils daran verdient.

Meine Interpretation des Ganzen: AMD scheint hier in der Konkurrenzsituation mit Nvidia nicht sicher zu sein, welcher Weg in Sachen Preis der Beste ist, beziehungsweise wie weit nach unten man gehen kann.

Für einen reibungslosen Marktstart ist so späte Klarheit bei allen Beteiligten aber sicher nicht optimal und die Situation lässt mich befürchten, dass nur wenige Modelle überhaupt die von AMD genannte UVP anpeilen werden.

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Man hat die Nachfrage bisher unterschätzt

Ein weiterer wichtiger Faktor, der mir in meiner Kommunikation zu den neuen GPU-Releases häufig begegnet ist: Man hat die Nachfrage einmal mehr unterschätzt, und so etwas lässt sich nicht mal eben so korrigieren.

Dass sehr viele Spieler trotz der eher negativen Äußerungen in vielen Foren und auch den Kommentaren bei uns eine der neuen RTX-5000-Grafikkarten kaufen wollen, könnte aus meiner Sicht vor allem durch drei Faktoren begünstigt werden:

  • Zeit, zu wechseln: Während der Corona-Krise hat Gaming einen Boom erlebt und sehr viele haben sich trotz Schwierigkeiten mit der Chip-Produktion eine der damals aktuellen GPUs gekauft (RTX 3000, RX 6000). Über vier Jahre später kann man durchaus über den Kauf eines neuen Modells nachdenken.
  • RTX 4000 verschwindet schnell: Während Modelle der Vorgängergeneration in der Vergangenheit meist zumindest noch einige Monate oder sogar über einen längeren Zeitraum gut verfügbar waren, ist Nvidias RTX-4000-Generation bereits jetzt kaum noch im Handel zu finden.
  • Sofort kaufen statt Ungewissheit beim Warten: Vierstellige Beträge für Grafikkarten sind längst keine Ausnahme mehr und es gibt genug Menschen, die kein Problem damit haben, jetzt Preise weit oberhalb der UVP zu zahlen, statt einen nicht genau benennbaren Zeitraum zu warten, bis sich die Situation gebessert hat.

Nvidia nimmt hier durch seine Marktdominanz sicher eine andere Rolle ein als AMD. Ich befürchte aber dennoch, dass die Nachfrage auch im Falle der RX-9000-Generation so groß sein wird, dass ihr bei Interesse vorerst Preise klar oberhalb der UVP zahlen müsst.

Spannend bleibt es aber dennoch, allein aufgrund der Frage: Wie hoch oberhalb der UVP liegen sie am Ende genau?

Hoffen wir auf das Beste, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt.

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