Ryzen 9000X3D: Erstmals lassen sich AMDs Gaming-CPUs wohl »richtig« übertakten - weil ein Bauteil die Plätze tauscht

»X3D reimagined« wurde wohl schon vor der Enthüllung entschlüsselt.

Ryzen 9000X3D wird »neu interpretiert« - jetzt wissen wir wohl, was damit gemeint ist. Ryzen 9000X3D wird »neu interpretiert« - jetzt wissen wir wohl, was damit gemeint ist.

In rund anderthalb Wochen enthüllt AMD die wohl am meisten erwartete CPU des Jahres: Der Ryzen 7 9800X3D soll am 7. November zeigen, wie er das schwere Erbe des Ryzen 7 5800X3D und Ryzen 7 7800X3D antreten will.

  • Zumindest AMD selbst scheint zuversichtlich zu sein, dass diese Aufgabe mit Bravour gemeistert wird, immerhin soll X3D mit einer »Neuinterpretation« glänzen können.
  • Diese äußert sich wohl in einem umgekehrten Ansatz des Aufbaus: Ryzen 9000X3D soll den namensgebenden und für die Spieleleistung so wichtigen 3D-V-Cache unter dem CCD (»Core Complex Die«) und nicht wie bisher darauf platzieren.

Dies behauptet zumindest der Leaker »9550pro« auf X/Twitter, der insbesondere in den vergangenen Wochen mit korrekten CPU-Gerüchten auf sich aufmerksam gemacht hat – etwa zu den Spezifikationen von Intel Arrow Lake, die mit AMDs Zen-5-Generation in Konkurrenz treten soll.

Genaue Details zum invertierten Aufbau nannte der Leaker nicht. Dafür hat das Portal Wccftech ein erstes Bild eines »geköpften« Ryzen 7 9800X3D veröffentlicht, das diese Idee bestätigt.

  • Auf dem Bild ist eine Sache zu sehen – oder besser gesagt, nicht mehr zu sehen. Denn in vorigen X3D-Generationen waren unter bestimmten Lichtbedingungen Spuren des 3D-V-Caches zu sehen, die im angeblichen Bild des Ryzen 7 9800X3D nicht auftauchen.
  • Wccftech sieht das als Bestätigung für den Leak von 9550pro, sodass der Cache wohl tatsächlich unterhalb des CCD platziert wird.
  • Daraus folgt auch, dass der Cache wie vor wenigen Tagen von TechPowerUp vermutet mit zahlreichen Silizium-Durchkontaktierungen versehen ist, um den CCD mit dem darunter liegenden Substrat zu verbinden.

Video starten 1:41 Wie krass ist der Unterschied? - 10 Jahre alte CPU im Vergleichsvideo vs. aktuelles Modell - 10 Jahre alte CPU im Vergleichsvideo vs. aktuelles Modell

Ryzen 7 9800X3D: Der invertierte Aufbau ermöglicht freies Übertakten

Drehen wir die Uhr an dieser Stelle ein wenig zurück. Am 5. Januar 2022 präsentierte AMD mit dem Ryzen 7 5800X3D den ersten Prozessor mit dem namensgebenden 3D-V-Cache, der die Gaming-Landschaft in den Jahren darauf verändern sollte.

  • Zum damaligen Zeitpunkt war AMD noch vergleichsweise vorsichtig, was mögliche Spannungen und Taktungen angeht – entsprechend war ab Werk keine Möglichkeit vorgesehen, die CPU zu übertakten.
  • Der Nachfolger in Form des Ryzen 7 7800X3D wiederum führte Unterstützung für »Precision Boost Overdrive« ein. Das AMD-Feature ist (vereinfacht formuliert) eine Funktion für automatisches Übertakten.

Berichte über den nächsten Schritt für das Overclocking-Herz, also ein freier Multiplikator für Ryzen 7 9800X3D, sind bereits im vergangenen Juli aufgetreten. Für kurze Zeit listete auch die Preisvergleichssuchmaschine Geizhals (via Videocardz) den Ryzen 7 9800X3D mit einem freien Multiplikator im technischen Datenblatt. Der Eintrag wurde aber inzwischen gelöscht.

Sowohl beim damaligen Leak als auch bei der verfrühten Geizhals-Veröffentlichung blieb aber noch unklar, wie AMD den freien Multiplikator auf technischer Ebene einführen will.

  • Der invertierte Aufbau des Ryzen 7 9800X3D ist wohl des Rätsels Lösung: Da der CCD nun wie in den Non-X3D-Prozessoren direkten Kontakt mit dem integrierten Heatspreader (»IHS«) hat, kann AMD folglich nicht nur die Leistungsaufnahme erhöhen, sondern auch die gewohnten Übertaktungsmöglichkeiten freischalten.

Vermisst ihr die Möglichkeit der freien Übertaktung bei eurem X3D-Prozessor überhaupt oder kommt ihr mit eurer aktuellen CPU ohnehin nicht ans Limit? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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